Albbruck

Die Gemeinde wurde im Wahlkampf gleich doppelt von Polit-Prominenz beehrt: Felix Schreiner holte CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn auf den Rathausplatz, Rita Schwarzelühr-Sutter die SPD-Umweltministerin Svenja Schulze nach Birndorf. Dennoch sinkt die Zustimmung für die beiden Politik-Profis aus Lauchringen im Vergleich zu 2017 in Albbruck: Schwarzelühr-Sutters verliert 2,1 Prozentpunkte und landet mit 23 Prozent hinter Schreiner.

Dieser liegt zwar mit 37,3 Prozent noch klar vorne, hat aber auch einen Verlust von 7,8 Prozentpunkten zu beklagen. Noch stärker ließen die Wähler die CDU bei den Zweitstimmen bluten, sie holt 13,4 Prozent weniger als 2017 – bei den Kommunalwahlen 2019 wurde die Partei noch mit über 50 Prozent gewählt, bei den Bundestagswahlen liegt sie nun bei unter 30 Prozent, wenn auch sie stärkste Kraft bleibt.

Nur in Birndorf kommt Schreiner noch immer auf 55 Prozent. In Birkingen schnitten hingegen die Grünen besonders gut ab – bei den Zweitstimmen liegen sie mit der SPD gleichauf, Jan-Lukas Schmitt liegt mit 23 Prozent der Erststimmen sogar auf Platz 2 vor Schwarzelühr-Sutter. Im gesamten Gemeindegebiet erhielten die Grünen von allen Parteien mit 5,9 Prozent den kräftigsten Zuwachs.

Unterhalb der Bahnlinie von Albbruck ergibt sich ein anderes Bild: Im ehemaligen Schulhaus Alb schnitt die AfD-Kandidatin Andrea Zürcher besser ab als Schwarzelühr-Sutter und holte mehr als 20 Prozent – auch bei den Zweitstimmen haben hier acht Personen mehr für die AfD gestimmt als für die SPD.

Dogern

Der Grünen-Kandidat Jan-Lukas Schmitt konnte 5,6 Prozent zulegen und hat mit 13,2 Prozent fast so viele Erststimmen in Dogern erreicht wie Rita Schwarzelühr-Sutter 2017. Die SPD-Kandidatin profitiert hingegen von der niedrigeren Wahlbeteiligung: Sie erhielt zwar sechs Erststimmen weniger als noch 2017, konnte sich aber dennoch prozentual um 0,7 Prozentpunkte verbessern. Mit 27,3 Prozent liegt sie jedoch klar hinter Felix Schreiner, der trotz Wahlsieg 9,6 Prozent im Vergleich zu 2017 verloren hat.

Die zweitstärksten Verluste hat die Linke zu beklagen, die sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen 1,6 beziehungsweise 1,9 Prozent verliert. Auch die AfD verschlechtert sich in Dogern leicht. Obwohl die Partei zwei Erststimmen weniger erhält, verbessert sie ihr Erststimmenergebnis wegen niedrigerer Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2017 um 0,1 Prozentpunkt. Dennoch schafft es FDP-Kandidat Jareem Khawaja, die AfD zu überholen – 2017 lag sie hier noch vor der FDP.

Ühlingen-Birkendorf

Auch in Ühlingen-Birkendorf rutschte die CDU unter die 40-Prozent-Marke, blieb allerdings stärkste Kraft. Bei den Zweitstimmen zahlte dieser Verlust hauptsächlich auf das Konto der SPD ein, die hier 7,6 Prozent mehr holt als noch 2017. Wie in vielen Orten des Wahlkreises schnitten die beiden Bundestagsabgeordneten besser ab als ihre Parteien – während Schreiner allerdings 188 Wähler im Vergleich zu 2017 verlor, gewann Schwarzelühr-Sutter 46 hinzu.

Als einziger Ortsteil war in Ühlingen das Zweitstimmen-Ergebnis der SPD (25,6 Prozent) sogar besser als das der CDU (20,5 Prozent). Bei den Erststimmen machten in Ühlingen auch nur fünf Stimmen den Unterschied, der Felix Schreiner leicht vorne sah. Ähnlich sieht es in Brenden aus, wo sechs Stimmen den Unterschied machten. Dort ging keine einzige Stimme an die Linkspartei, dafür allerdings fünf an die Basis. Die Querdenker-Partei kommt in Riedern am Wald sogar auf 15 Stimmen (6,7 Prozent) und liegt damit nur zwei Stimmen hinter den Grünen (7,6 Prozent).

Die Grünen und die FDP konnten in der Gemeinde jeweils kleine Zugewinne machen, die sich bei den Zweitstimmen etwas deutlicher niederschlugen als bei den Erststimmen. Die AfD liegt deshalb weiterhin bei den Erststimmen vor der FDP, auch wenn sie von einer Person weniger gewählt wurde als 2017. Bei den Zweitstimmen hingegen konnte die FDP den Vorsprung auf die AfD ausbauen. Chancenlos bleiben die Linke, die von der CDU abgesehen die härtesten Verluste von je rund 2 Prozentpunkten zu beklagen haben.

Weilheim

Weilheim ist eine von acht Gemeinden im Wahlkreis, in denen die CDU trotz Verlusten noch immer mehr als 40 Prozent der Erststimmen erreichen konnte. So sind die 6,7 Prozent weniger für Felix Schreiner im Vergleich zu 2017 noch ein verhältnismäßig moderater Verlust. Dafür wurde seine Partei bei den Zweitstimmen mit 15,7 Prozentpunkten umso härter abgestraft – mit 33,3 Prozent ist sie trotzdem stabil stärkste Kraft in Weilheim.

Gerade im Wahlkreis Bierbronnen-Nöggenschwiel steht Schreiner mit mehr als 50 Prozent der Erststimmen noch immer gut da. Hier schneiden im Gemeinde-Vergleich auch die FDP und ihr Kandidat Jareem Khawaja im Vergleich mit anderen Ortsteilen am Besten ab. Überhaupt liegt die FDP bis auf Bannholz-Remetschwiel in allen Ortsteilen bei den Zweitstimmen vor den Grünen – es sind letztlich die rund 20 Prozent Briefwahlstimmen, welche den Grünen in Weilheim ein besseres Wahlergebnis als der FDP sichern.

Beide Parteien können sich über einen leichten Zuwachs bei den Erst- und Zweitstimmen freuen. Den größten Zweitstimmen-Zuwachs erhält mit 6,2 Prozent allerdings die SPD, was ziemlich genau dem Wahlkreis-Trend entspricht. Die Kandidatin Rita Schwarzelühr-Sutter hingegen muss 27 verlorene Erststimmen verkraften.

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