Die Diagnose traf den 32-jährigen Jens, der bis vor kurzem noch in Grenzach-Wyhlen lebte, Mitte August aus heiterem Himmel. Seitdem ist nichts, wie es war. Bergmensch Jens, den es bei jeder Gelegenheit zum Mountainbiken, Skifahren oder Klettern in die Natur zieht, liegt seit Wochen im Krankenhaus.

Seine Frau Tina stemmte alleine den Umzug des frischgebackenen Ehepaars von Grenzach-Wyhlen an der schweizerischen Grenze auf die Schwäbische Alb. Jetzt steht zudem fest: Nur mit einer Stammzellspende hat Jens Chancen zu überleben.

Online-Aktion für Jens

Seine Freunde und Familie organisieren daher gemeinsam mit der DKMS eine Online-Registrierungsaktion. Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich über www.dkms.de/wirfuerJens ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht zum Lebensretter werden. Denn: Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 und der dadurch ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 hat die DKMS bis auf Weiteres alle geplanten Veranstaltungen und Aktionen zur Registrierung neuer potenzieller Stammzellspender verschoben.

Jens hofft, dass möglichst viele Menschen den Aufruf unterstützen: „Unabhängig davon, ob eure Spende mir hilft, vielleicht hilft sie irgendwann jemand anderem. Ich bereue, dass ich mich in der Vergangenheit nicht habe registrieren lassen, weil ich jetzt aufgrund meiner Krankheit nicht mehr als Spender in Frage
komme.“

Der Traum von der Zukunft

Seit mehr als zehn Jahren sind Jens, der in Lambrecht bei Bad Dürkheim aufgewachsen ist, und seine Tina schon ein Paar. Wann immer es ihre Zeit erlaubt, egal ob Sommer oder Winter, setzen sich die beiden in ihr Wohnmobil und fahren in die Berge. Den Heiratsantrag hat Jens seiner Tina am Fuß des Eigers gemacht. Zwei Tage vor dem Corona-Lockdown im März gaben sich die beiden das Ja-Wort.

Die geplante große Hochzeitsfeier am Gardasee im Sommer fiel leider der Pandemie zum Opfer, und nun sind auch alle weiteren Pläne des Paars auf Eis gelegt. Denn im August wurde bei Jens Blutkrebs diagnostiziert und nun braucht er zum Überleben eine Stammzellspende.

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Die Behandlung macht Jens derzeit zu schaffen, er leidet an Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit. Doch er schöpft Kraft: aus seiner Familie, die ihm jederzeit zur Seite steht, seiner Frau und ihren gemeinsamen Plänen, in Tinas Heimat auf der Schwäbischen Alb ein altes Bauernhaus umzubauen.

Die einzige Chance

Damit sein Lebenstraum wahr werden kann, muss es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen geben, der zur Stammzellspende bereit ist.

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Jens Schwester Nathalie, die gesamte Familie und viele Freunde setzen daher alle Hebel in Bewegung, um gemeinsam mit der DKMS die Suche nach einem Lebensretter für Jens und andere Patienten zu unterstützen.

Typisierung in Corona-Zeiten

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie finden Registrierungsaktionen aktuell nicht wie üblich an einem zentralen Veranstaltungsort statt, sondern werden online durchgeführt. Um die Gesundheit aller Menschen bestmöglich zu schützen, hält die DKMS bis auf Weiteres daran fest, öffentliche Veranstaltungen vor Ort durch Onlineaktionen zu ersetzen. „Wir möchten so aktiv dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen und niemanden einem noch so geringen Infektionsrisiko aussetzen,“ sagt Konstanze Burkard, Direktorin Spenderneugewinnung und Corporate Communications der DKMS.

Nathalie, die Schwester von Jens, ist froh, dass auch in der besonderen Situation ein Registrierungsaufruf möglich ist: „Blutkrebs macht keine Corona-Pause. Weltweit sind Patienten nach wie vor auf eine lebensrettende Stammzellspende angewiesen. Bitte macht mit! Helft meinem Bruder und
anderen Patienten weltweit. Nutzt eure Netzwerke, um auf die Registrierung aufmerksam zu machen.“

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