Im Keller des Zoo-Betriebsgebäudes in Basel spielt sich in diesen Sommertagen eine eigenartige Szene ab: Mehrmals täglich bringt der Zolli-Lastwagen Ladungen voller belaubter Äste und kippt diese auf einen Haufen auf den Kellerboden. Die im Kreis um den Haufen sitzenden Helferinnen und Helfer zupfen flink die Blätter von den Ästen und füllen diese in blaue Plastikfässer.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)
Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Grazer und Browser – die Nahrungstypen von Pflanzenfressern

Das Blättlizupfen ist der erste Arbeitsschritt zur Herstellung der Laubsilage für die Winterfütterung von Giraffen, Okapis und Kleinen Kudu-Antilopen.

Auch Okapi Mchawi schätzt das Wintermenü. Archivbild 12. März 2019.
Auch Okapi Mchawi schätzt das Wintermenü. Archivbild 12. März 2019. | Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Die Experten des Zoos erklären in einer Mitteilung: Als Blätterfresser (Browser) sind sie im Gegensatz zu den Grasfressern (Grazer) auch im Winter auf eine eiweißreiche und in der Faserstruktur an ihr Verdauungssystem angepasste Blattnahrung angewiesen. Grasheu ist für diese Tierarten im Winter ungeeignet.

Den Giraffen Sophie und Penda schmeckt die Laubsilage. Archivbild vom 12. März 2019.
Den Giraffen Sophie und Penda schmeckt die Laubsilage. Archivbild vom 12. März 2019. | Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Giraffe & Co. erhalten deshalb das blattreiche Luzerneheu und eben diese Laubsilage, welche im Sommer während der Hauptvegetationszeit hergestellt wird.

Aufwändige Herstellung

Die frischen Blätter (meist Ahorn, Buche, Eiche und Esche) werden nach dem Zupfen durch Einstampfen in die Plastikfässer verdichtet und mit einem Deckel mit einem Spannrahmen luftdicht verschlossen.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Nun beginnt ein Säuerungsprozess, welcher das Laub für den kommenden Winter und darüber hinaus haltbar macht.

In den ersten Wochen bei der sauren Gärung entstehen Gase und der Plastikdeckel der Fässer wölbt sich nach oben.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Die Zolli-Gärtner öffnen dann den Deckel kurz und lassen das Gas (CO2) entweichen. Nach einigen Wochen ist die Gasbildung abgeschlossen und die rund 20 Kilogramm Laubsilage enthaltenden Fässer werden in einem Raum mit stabiler Temperatur gelagert.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Groß ist die Spannung, wenn im November das erste Fass geöffnet wird. Riecht das nicht übel? Nein, erklären die Experten: „Gut gemachte Laubsilage aus dem Fass präsentiert sich dann in erstaunlich frischer grüner Farbe, mit intakten Blättern und einem aromatisch-angenehmen Geruch!“

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Die Laubsilage wird von den Tieren sehr geschätzt und gerne gefressen.

Nachhaltigkeit und Kreislauf

Übrigens: Die entlaubten Äste werden an die Elefanten verfüttert. „Falls diese einmal nicht alles verspeisen sollten, werden die Überreste gehäckselt und einer Holzheizung zugeführt“, heißt es in einer Zoo-Mitteilung.

Der Giraffen-Mist, also quasi die verdaute Laubsilage, werde wie der Mist von allen anderen Zootieren abgeführt, an Wegrändern kompostiert und für die Düngung von Obstplantagen in der Region verwendet.

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