Babys stellen das Leben ihrer frischgebackenen Eltern auf den Kopf. Unterstützung ist da gerne gesehen. In 17 Orten im Kreis Waldshut kommt die ganz offiziell von der Gemeinde – ganz neu auch in Murg.

Denn in Kooperation mit dem Landkreis Waldshut werden künftig auch hier Kreisgemeinden kostenlos Familienbesuche bei Familien mit Babys angeboten. Geschulte, ehrenamtliche Familienbesucherinnen schauen dann in den Familien vorbei. Jetzt hat auch die Gemeinde Murg zwei Familienbesucherinnen. Melanie Hoffmann und Jeannette Ziller werden künftig die jüngsten Murger Erdenbürger willkommen heißen und die Eltern mit Infos versorgen.

„Jetzt gehen wir einfach mal ins Tun“, sagte Bürgermeister Adrian Schmidle beim gemeinsamen Termin. Vor ihm liegen winzige Babysöckchen. Solche selbstgestrickten Söckchen zusammen mit einem Schreiben verschickte die Gemeindeverwaltung bisher als Willkommensgruß an die Eltern der Neugeborenen.

Präsent von der Gemeinde

Ab sofort werden zwei Familienbesucherinnen auf Murg das Präsent persönlich überreichen. Zusammen mit Freikarten für das Murger Naturschwimmbad, der Murger Infobroschüre und zusätzlichem Informationsmaterial der Koordinationsstelle Frühe Hilfe im Landratsamt.

Dazu gibt‘s eine Krabbeldecke als Geschenk des Landkreises. Koordinatorin der Familienbesuche im Bürgerservice Murg ist Viviane Dold (Telefon 07763/930 14, E-Mail Dold@gemeinde-murg.de)

„Eltern wollen gute Eltern sein, und wir unterstützen sie in dieser Phase der Neuorientierung. Sie erhalten Informationen über Angebote und Zugangswege zu Hilfe und Unterstützung“, erklärt Stefanie Zürn, die Leiterin der Koordinationsstelle Frühe Hilfe zu den Familienbesuchen, die im Landkreis Waldshut seit 2013 stattfinden.

„Die Familien wertschätzen diese Besuche“, weiß Zürn und erzählt, dass die Eltern die Besuche während der Coronazeit sehr vermisst hätten.

Der Murger Bürgermeister wurde auf einer Kreisverbandsversammlung auf das Angebot der Familienbesuche aufmerksam. „Das ist ein weiterer Trittstein der Familienfreundlichkeit in unserer Gemeinde. Ich hoffe auf Rückmeldungen dazu, was bei uns gut läuft oder auch nicht“, so Schmidle.

Anfang März startete die Gemeindeverwaltung ihre Suche nach Interessierten für das Ehrenamt. Es meldeten sich Melanie Hoffmann aus Murg-Hänner, die zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren hat und auch Tagesmutter ist und Jeannette Ziller. Sie wohnt ebenfalls in Murg-Hänner, hat vier Kinder zwischen fünf und 23 Jahren und ist noch in Elternzeit.

Keine Kontrollen

In zwei Schulungen werden Familienbesucherinnen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dazu gehören Informationen zur kindlichen Entwicklung im ersten Lebensjahr sowie ein Überblick, über die Angebote vor Ort und im Landkreis.

Nach dem ersten Besuch der Familienbesucherin können die Eltern auch die Möglichkeit eines zweiten Besuchs nach sechs Monaten in Anspruch nehmen. Zürn betont zu diesen Besuchen ausdrücklich: „Es handelt sich in keinster Weise um Kontrollbesuche.“

Zu den Themen befragt, mit denen Eltern an die Familienbesucherinnen herantreten, zählt Zürn unter anderem auf Kinderbetreuung, Geschwisterrivalitäten, Wohnungssituation, Anträge und der Übergang von der Elternzeit zurück ins Berufsleben.

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