Christiane Sahli

Nach zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen konnten Abitur und Entlassfeierlichkeiten in diesem Jahr in gewohnten Rahmen, wenn auch in zeitlich anderer Reihenfolge stattfinden. Am vergangenen Donnerstag endete die Schulzeit für die Abiturienten mit Zeugnisübergabe und Preisverleihung, dem traditionellen Foto vor dem Dom, Abschlussgottesdienst und Abiball. Zwei Schüler hatten die Bestnote von 1,0 erzielt, Alexander Hodson wurde mit dem Alfred-Delp-Preis, der höchsten Auszeichnung des Kollegs, geehrt.

Vergleich mit Raumschiff Enterprise

„Es ist geschafft“, freute sich Schulleiter Michael Becker mit den Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr wieder ein, wie er es sagte, normales Abitur absolvieren konnten. Er nahm in seiner Ansprache Bezug auf die Serie „Raumschiff Enterprise“, die im Jahr 2200 angesiedelt sei, einer Zeit, in der die wichtigsten Probleme der Menschheit wie Hunger und soziale Ungerechtigkeit überwunden seien.

105 junge Erwachsene, davon 41 Internatsschüler, haben das Abitur am Kolleg St. Blasien abgelegt. Ein Schüler hat das Ziel nicht ...
105 junge Erwachsene, davon 41 Internatsschüler, haben das Abitur am Kolleg St. Blasien abgelegt. Ein Schüler hat das Ziel nicht erreicht, zwei Schülerinnen müssen noch Prüfungen nachholen. 35 Entlassschüler freuten sich über eine Eins vor dem Komma. Nach der Feier, dem Foto vor dem Dom und dem Abschlussgottesdienst folgte der Abiball. | Bild: Christiane Sahli

Diesen in der Serie aus den 1960-iger Jahren zum Ausdruck gebrachten Optimismus teile heute angesichts der Probleme auf der Welt wohl keiner mehr. Aber dennoch seien Visionen wichtig, so Becker. Darauf zu verzichten sei, wie dem Kompass wegzuwerfen, weil er nicht jede Wegbiegung anzeige. Es sei auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, was gelungen sei und wofür man dankbar sein könne. „Ich habe die Hoffnung, dass zukünftige Generationen es besser hinbekommen als wir“, setzte Becker abschließend sein Vertrauen auch in die Entlassschüler.

Wundervolle nächste Generation

Elternvertreter Norwin Leutrum von Ertingen bezeichnete das Abitur als Übergang eines prägenden Lebensabschnittes in den nächsten. Der Geist des Kollegs – der Geist des intellektuellen Austauschs, des aktiven Einsetzens für die Gesellschaft, des Entwickelns von Freundschaften und einer eigenständigen Persönlichkeit sowie des Willens, Leitung zu erbringen – werde die jungen Menschen auch in Zukunft begleiten. „Ihr seid eine wundervolle nächste Generation“

Schülervertreter Max Rohde zeigte sich nachdenklich: Einerseits beginne nun ein neuer und aufregender Lebensabschnitt, andererseits stimme der Anlass aber auch etwas traurig. Das Verhältnis am Kolleg sei geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Hilfsbereitschaft, aus Fremden sei im Laufe der Zeit eine Familie geworden. Ein wichtiges Kapitel sei nun beendet, erklärte Schülervertreterin Charlotte Schmid, aber vieles könne man auf seinen weiteren Lebensweg mitnehmen. Die Zeit am Kolleg habe man miteinander gestaltet. Nicht immer einfach sei allerdings gewesen, dem Druck der Eltern und Lehrer standzuhalten. Und ausblickend: „Wir haben eine gute Grundlage für unseren Lebensweg bekommen. Wichtig ist es, Menschlichkeit in die Welt zu bringen.“

Die akademische Preise 2022

Mit Alexander Hodson und Luekar Herke erreichten zwei Schüler mit einem Notenschnitt von 1,0 die Traumnote, Schulleiter Michael Becker und seine Stellvertreterin Catrin Stoll übergaben Zeugnisse und akademische Preise. Mit dem Alfred-Delp-Preis würdigte Kollegsdirektor Hans-Martin Rieder das außerschulische Engagement von Alexander Hodson.