Bei der Fußball-WM in Russland sind bereits einige Favoriten ins Stolpern geraten oder sogar gestürzt. Vor Stürzen müssen sich auch die beiden Langstreckenradler Axel Ebner aus Schmitzingen und Rainer Martin aus Luttingen hüten. Sie wollen bis zum WM-Finale am 15. Juli Moskau erreicht haben. Im Augenblick machen ihnen schlechteste Straßenverhältnisse in der Ukraine das Vorwärtskommen mühsam.

Die Warnungen, mit denen das Auswärtige Amt grundsätzlich sogar von Autoreisen in die Ukraine abrät, waren Ebner und Martin zwar bekannt. Doch die angetroffene Realität überraschte sie dennoch. Rainer Martin am Montag per Whatsapp: "Wir sind gestern 100 Kilometer im Sturzregen gefahren, hatten schon Angst im Schlamm zelten zu müssen. Die völlig kaputten Strassen lassen nur noch langsamste Fahrt zu!"

140 Kilometer vor Kiew repariert Rainer Martin sein Fahrrad.
140 Kilometer vor Kiew repariert Rainer Martin sein Fahrrad. | Bild: privat/Claus Tröndle

Die größte Gefahr, so Martin, seien nicht die rücksichtslosen Autofahrer, sondern die verschlammten Seitenstreifen und bis zu 30 Zentimeter tiefen Schlaglöcher. Die Gefahrenstellen seien oft unzureichend gekennzeichnet sind, so der Weltenbummler. Bei Regen seien die Schlaglöcher mit Wasser gefüllt, und es sei nicht erkennbar wie tief sie seien. Jede Wasserpfütze könne eine versteckte Sturzfalle darstellen. Einmal hätten sie beinahe den Fahrradhänger verloren. Das Ergebnis: gebrochene Speichen und kaputte Reifen. Schon mehr als einmal hätten defekte Fahrradteile mühsam geflickt werden mussten. Zum Glück hat der reiseerfahrene Martin ausreichendes Reparaturwerkzeug dabei.

Zur Belohnung für die zurückliegende Etappe genehmigen sich beide abends ein Bier.
Zur Belohnung für die zurückliegende Etappe genehmigen sich beide abends ein Bier. | Bild: privat/Claus Tröndle

Die Ukrainer lernten die beiden Radler vom Hochrhein als sehr freundliche Menschen kennen. An den obligatorischen Begrüßungs-Wodka haben sie sich bereits gewöhnt. Bei Nässe und Kälte werden so auch wieder Lebensgeister geweckt.

Endlich wieder einmal ein Bett! Axel Ebner und Rainer Martin sind glücklich, eine Unterkunft gefunden zu haben.
Endlich wieder einmal ein Bett! Axel Ebner und Rainer Martin sind glücklich, eine Unterkunft gefunden zu haben. | Bild: privat/Claus Tröndle

In Kiew wollen sich die beiden Abenteurer nicht lange aufhalten. Auf den Etappen danach ist unter anderem ein Besuch in Tschernobyl fest eingeplant. Nach 2200 Kilometer auf dem Fahrrad wären von dort noch 990 Kilometer bis Moskau zurückzulegen, wo die beiden am 15. Juli vor dem Moskauer WM Stadion ihre Fahrräder abstellen wollen. Vorausgesetzt, es gibt keine neuen Überraschungen.