Die gewaltige Energie eines Blitzeinschlags in ein Haus kann verheerende Schäden anrichten – wie vergangene Einsätze der umliegenden Feuerwehren zeigen. Unter Umständen können mit ausreichendem Wissen manche Notfälle vermieden werden. Clemens Huber, stellvertretender Kreisbrandmeister aus St. Blasien, und Elektromeister Michael Kaiser aus Häusern geben Hinweise.

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Was rät die Feuerwehr beim Blitzeinschlag?

Hat der Blitz eingeschlagen, heißt es schnell handeln. Kleine Brandherde können selbst, etwa mit dem Feuerlöscher, bekämpft werden. „Ist man zu zweit, kann eine Person die Feuerwehr rufen und die zweite versuchen, den Brand zu löschen, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu begeben“, erklärt Clemens Huber. Auch wenn das Löschen erfolgreich war, empfiehlt er, kann die Feuerwehr die Nachkontrolle übernehmen. Grundsätzlich müssen aber im Brandfall die Türen zum Brandraum geschlossen werden, damit sich der Rauch und die Flammen nicht ausbreiten können. Dann gilt es, die Rettungskräfte über Notruf 112 zu verständigen, die Mitbewohner zu warnen und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Sind die Rettungskräfte eingetroffen, sollen sie vor Ort eingewiesen und, wenn möglich, ihnen Schlüssel für die Haustür, Wohnungstür und Kellertür übergeben werden. „Dann ist es für die Retter einfacher und die Tür wird beim Öffnen nicht beschädigt.“

Clemens Huber, stellveretender Kreisbrandmeister aus St. Blasien.
Clemens Huber, stellveretender Kreisbrandmeister aus St. Blasien. | Bild: Privat

Ist das Telefonieren bei Gewittern gefährlich?

Doch möglicherweise können bereits gewisse Verhaltensregeln Schlimmeres verhindern. Ist es gefährlich, während eines Gewitters zu telefonieren, Fernseh zu schauen oder in der Badewanne ein Bad zu nehmen? Diese und andere Fragen beantwortete Michael Kaiser. Telefonieren mit schnurlosen Telefonen oder Handy sei absolut ungefährlich, sagt er. Telefonieren mit schnurgebundenen Telefonen berge ein geringes Risiko, da die möglichen Energiemengen, die über das Kabel geleitet werden können, sehr klein sind, ein Risiko besteht jedoch. Die neue Glasfasertechnik bietet hier einen hundertprozentigen Schutz, denn über ein Glasfaserkabel kann niemals ein Blitz in das Gebäude gelangen, erklärt er. Das Fernsehen birgt für den Betrachter kein Risiko, jedoch der Fernseher selbst sei sehr gefährdet. „Am besten ausschalten, besser noch ausstecken“, rät Michael Kaiser.

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Ist das Baden in der Badewanne gefährlich?

Beim Baden in der Badewanne komme es auf Folgendes an: In einem Neubau sei es in der Regel ungefährlich, da die Wasser und Abwasserrohre in Kunststoff ausgeführt sind, in Altbauten hingegen sei das Baden bei Gewitter nicht ratsam. „In Altbauten wurden oftmals noch Metalleitungen für das Wassersystem verwendet und mit der Badewanne aus Metall elektrisch verbunden. Sie sind sehr leitfähig und erhöhen dadurch das Risiko bei einem Blitzeinschlag.“

Elektromeister Michael Kaiser aus Häusern.
Elektromeister Michael Kaiser aus Häusern. | Bild: Archiv

Wie funktioniert ein Blitzableiter?

Dann geht Michael Kaiser darauf ein, wie wichtig Blitzableiter sind, wie sie funktionieren und was eine Installation kostet. „Blitzableiter funktionieren wie eine Schutzglocke über das Gebäude und leiten den Blitz kontrolliert in das Erdreich ab“, informiert er. Sie schützen das Gebäude und die technische Infrastruktur darin. Blitzableiter seien aber nur ein Teil des Blitzschutzsystems. Es sei daher sehr wichtig, wenn ein äußerer Blitzschutz (Blitzableiter) errichtet wird, auch einen inneren Blitzschutz zu installieren. Die Kosten hingen stark von der Gebäudegröße ab.

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Gibt es neue Technik?

Gibt es neue technische Entwicklungen im Blitzschutz? Eventuelle spezielle Steckdosen? Seit Dezember 2018 gilt die DIN VDE 0100-443/534, so Elektromeister Michael Kaiser. Diese schreibe einen Überspannungsschutz bei Neubauten vor und bei Sanierungen der Hauptverteilung auch in Altbauten. „Dieser Überspannungsschutz wird vor den Zähler gebaut und schützt somit auch die neuen elektronischen Zähler und natürlich dann die komplette elektrische Anlage.“ Für besonders empfindliche Geräte gebe es Steckdosen mit einem sogenannten Feinschutz. In der Regel würden der PC, Telefonanlagen oder TV-Geräte damit zusätzlich geschützt.