Riesiger Grundbesitz, Immobilien, Geldanlagen, Beteiligungen und die Kirchensteuer: Das Vermögen der katholischen Kirche in Deutschland dürfte laut Schätzung so um die 200 Milliarden Euro groß sein. Andererseits heißt es aber: „Arm wie eine Kirchenmaus.“ Was aber nur damit zu hat, dass eine in der Kirche lebende Maus arm dran ist, weil es im Gotteshaus keine Vorratskammer gibt.

Zwei Maskierte dringen in Kirche ein

Sollte es in der katholischen Pfarrkirche von Schwerzen eine Maus geben, so dürfte sie zu den Ärmsten ihrer Gattung zählen. Denn die Kirche selbst kann zwar geistigen, jedoch keinen materiellen Reichtum bieten. Was zwei junge Männer, Mitte Zwanzig und nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, im August vor 25 Jahren zu ihrer Enttäuschung erleben mussten. Es war an einem Donnerstag. Der damals 22-jährige Aushilfsmesner der Pfarrkirche Schwerzen hatte gerade den Opferstock geleert. Inhalt: etwa neun Mark vom letzten „Rosenkranz“. Dann machte der Mesner sich noch in der Sakristei mit letzten Aufräumarbeiten zu schaffen, als er sich um 21.20 Uhr plötzlich zwei Maskierten gegenüber sah.

Bedrohung mit dem Taschenmesser

Die Männer mit Überziehmützen waren durch den Seiteneingang eingedrungen. Einer von ihnen forderte in gebrochenem Deutsch Geld und hielt dem Mesner eine Taschenmesserklinge in den Rücken. Der 22-Jährige ließ sich nicht einschüchtern und erklärte dem Duo, dass in der Kirche kein Geld zu holen sei. Daraufhin wurde der Mesner von den Maskierten mit Klebeband gefesselt und die Hände mit den Beinen auf dem Rücken zusammen geschnürt. Auch Augen und Mund wurden verklebt. Dann durchwühlten die Männer die Sakristei, die sie wenig später ohne Beute verließen und hinter sich abschlossen.

Glockengeläut macht auf Überfall aufmerksam

Der 22-Jährige konnte sich trotz der Fesseln an einer Wand emporstemmen. Denn dort befand sich der Schalter des Glockengeläuts. Das konnte der Mesner am Ende der schweißtreiben Übung auslösen. Ein in der Nähe wohnender Pfarrgemeinderat glaubte wegen des ungewohnten Läutens an einen Kurzschluss und machte sich auf den Weg zur Kirche. Er hatte einen Schlüssel zur Sakristei, in der er den Mesner von seinen Fesseln befreite.