Ob warm oder kalt, nass oder trocken, hoch oder tief – das Sportangebot am Hochrhein und im Südschwarzwald hat für jeden etwas zu bieten. Neben den Klassikern wie Ballsportarten, Turnen oder Leichtathletik, kommen auch exotisch angehauchte Sportler auf ihre Kosten. So können Wasserliebhaber entscheiden, ob sie sich lieber im Wasser bei einem der Schwimmvereine auspowern oder über Wasser bleiben wollen beim Rudern, Paddeln oder Drachenbootfahren oder aber mit dem Angelsportverein aus dem Wasser fischen möchten. Für diejenigen, die es kalt mögen, gibt es ebenso zahlreiche Möglichkeiten wie Skifahren, Eishockey oder Eiskunstlaufen. Für alle, denen das Eis auf den ersten Gedanken zu kalt ist, die aber Rhythmus im Blut und Mut für Neues haben, könnten es mal mit Ice-Freestyle versuchen. Die Freestyler der noch jungen Gruppe Exis bringen mit ihren coolen Tricks und Stunts das Eis in der Herrischrieder Eishalle regelrecht zum Brennen.

Hoch hinaus geht es beim Bouldern, zum Beispiel in der Hotzenblock-Halle in Waldshut. Der kraftintensive Kletterspaß an knapp vier Meter hohen Wänden ist sogar für geübte Sportler eine Herausforderung. Wen es hinaus in die Natur zieht, der kann mit der Sektion Hochrhein des Deutschen Alpenvereins die Berge der Region wandernd entdecken. Und wem die Berge immer noch nicht hoch genug sind, der kann als Pilot beim Segelfliegen seine Heimat aus luftiger Höhe betrachten. Möglichkeiten dazu gibt es in Rheinfelden-Herten, Rickenbach-Hütten und auf dem Bolhof in Wutöschingen. Genau in die entgegengesetzte Richtung geht es mit den Tauchern der Tauchschule Hochrhein. Wer denkt, dass man zum Tauchen ein Meer braucht, liegt falsch. Die Taucher haben sich gut auf ihre Lage am Rhein eingestellt und bieten regelmäßig spannende Tauchgänge an.

Auch tierliebe Sportler bekommen etwas geboten. Vom Pferderücken aus die malerische Landschaft der eigenen Heimat genießen, ist ein besonderes Erlebnis. Hat man genug gesehen, will aber noch nicht runter vom Pferd, dann bieten die Reithöfe der Region viele verschiedene Reitdisziplinen zum Erlernen an. Gutes Augenmaß und eine ruhige Hand können in den verschiedensten Disziplinen von Vorteil sein. Sowohl die Sportschützen der zahlreichen Schützenvereine als auch die Minigolfer der Minigolffreunde Waldshut wissen um die Wichtigkeit dieser Eigenschaften. Mehr den Kopf und weniger den Körper brauchen die Spieler der Schachgemeinschaft Waldshut-Tiengen. Wem körperliche Anstrengung weniger liegt als taktische Überlegungen mit dem Köpfchen, ist bei dem Denksport Schach genau richtig. Kopf und Körper verbinden ist für Kampfsportler das A und O. Ob Karate, Kickboxen oder Krav Maga – wer seine Disziplin und Konzentrationsfähigkeit unter körperlicher Anstrengung testen und verbessern will, sollte es mal mit einer dieser Kampfsportarten versuchen.

Auch das Schweizer Sportangebot ist gut

Für Sportler, die es international mögen, ist die Schweiz nicht weit. Vor allem bei Fußballern ist der Gang über die Grenze nicht selten. Wer es traditionell mag, kann beim Aargauer Kantonalen Schwingerverband die Nationalsportart unserer Schweizer Nachbarn erlernen – eine Art Ringkampf unter freiem Himmel. Wem das doch einen Schritt zu weit geht, kann beim jährlichen Regionalschwingfest in Klingnau, das Spektakel erst einmal mit sicherem Abstand betrachten. Neben Schwingen und Steinstoßen lieben die Eidgenossen auch noch ihre dritte Nationalsportart, das Hornussen.

Dabei wird der Nouss mit einem Stock (ähnlich dem hiesigen Scheibenschlagen) so weit wie möglich in das gegnerische Spielfeld hinein (oder gar darüber hinaus) getrieben. Alle drei Sportarten sind es zumindest wert, dass man sie einmal live sieht.

Das Sportangebot in der Region scheint schier unendlich. Und dazu gesellen sich dann noch die Angebote der Volkshochschulen. „Wir übernehmen mit unserem Angebot hauptsächlich den Gesundheitsbereich und die Prävention“, erklärt die Geschäftsführerin der Waldshuter Volkshochschule Cindy Fehrenbacher. „Schließlich möchten wir nicht in Konkurrenz mit den Sportvereinen stehen.“ Aber auch die Volkshochschule trifft mit ihren Kursen immer wieder den Nerv der Zeit und stellt sich den Sporttrends entsprechend auf. „Das haben wir hauptsächlich den Übungsleitern zu verdanken, die auf uns zukommen und fragen, ob sie einen neuen Kurs anbieten dürfen“, so Cindy Fehrenbacher. Für die Volkshochschule sei es wichtig, dass die Übungsleiter eine gültige Lizenz haben und der Kurs den Leitlinien des Volkshochschul-Verbandes entspricht.

 

Bogenschießen in Albbruck-Kiesenbach

Seit 1984 gibt es im Schützenverein Albbruck-Kiesenbach die eigene Abteilung der Bogenschießen. Aktuell Heute zählt die Gruppe lediglich sieben bis acht aktive Bogenschützen.

„Da wir keine Wettkämpfe spielen, kommen von den 20 angemeldeten Sportlern, viele nur selten und unregelmäßig ins Training“, bedauert Bogen-Trainer Thomas Albiez die aktuelle Situation auf dem vereingseigenen Trainingsgelände. Dabei hat der Verein sogar schon Deutsche Meister im Jugendbereich hervorgebracht. Trainiert wird auf dem Bogenplatz am Mühlbach gegenüber dem Albbrucker Schützenhaus. „Bei schlechtem Wetter oder im Winter können wir in die Sporthalle Buch ausweichen", informiert Bogenreferentin und Jugendleiterin Carolyn Cho. Wer Lust hat, sich einmal als Bogenschütze zu beweisen, kann einfach vorbeikommen und reinschnuppern. „Wir trainieren jeden Donnerstag um 18 Uhr und haben Pfeil und Bogen für Interessierte da", so der Trainer. Voraussetzungen für das Bogenschießen gibt es eigentlich keine. „Kinder müssen den Bogen halten können und die Technik verstehen", erklärt Carolyn Cho. Die Bogenschützen freuen sich über Besuch auf dem Bogenplatz am Mühlbach.
<strong>Früh übt sich:</strong> Johanna Cho und Noah Zimmermann vom Schützenverein Albbrcuk beim Training auf dem Bogenplatz am Mühlbach. <em>Bild: Johanna Meister</em>
Früh übt sich: Johanna Cho und Noah Zimmermann vom Schützenverein Albbrcuk beim Training auf dem Bogenplatz am Mühlbach. Bild: Johanna Meister | Bild: Johanna Meister

Segelfliegen auf dem Bohlhof

Unsere malerische Region einmal von oben betrachten, das ist für die Segelflieger vom Bohlhof in Wutöschingen Teil des sportlichen Alltags und das schon seit 1932. Derzeit besteht die Segelfluggemeinschaft aus knapp 120 Mitgliedern, von denen 64 aktive Flieger sind. Darunter sind 15 Jungflieger, die eine eigene Jugendgruppe bilden. Erfolge konnten die Bohlhofflieger etliche feiern.

So zum Beispiel beim internationalen Klippeneckwettbewerb am Rande der Schwäbischen Alb, wo sie mehrfach auf das Podest flogen. Wer jetzt Lust auf luftige Abenteuer bekommen hat, kann einfach auf dem Segelfluggelände vorbeischauen. „Interessierte sind herzlich eingeladen vorbeizukommen und sich vor Ort ein Bild zu machen und sich zu informieren“, so der Vorsitzende der Bolhofer Freizeitpiloten, Peter Hofmann. Mit etwas Glück ist bei dieser Gelegenheit ein Schnupperflug möglich. Was sind die Voraussetzungen, um sich in luftige Höhen zu begeben? „Für den Luftsport sollte man gesund und fit sein, Kinder können ab etwa 14 Jahren anfangen“, so Hofmann.
<strong>Hoch hinaus:</strong> Die Piloten der Segelfluggemeinschaft Bolhof genießen den Blick auf die Heimat. Bild: Verein
Hoch hinaus: Die Piloten der Segelfluggemeinschaft Bolhof genießen den Blick auf die Heimat. Bild: Verein | Bild: SG Bohlhof

Drachenbootfahren auf dem Rhein

Ende 2008 gründeten einige begeisterte Wassersportler in Bad Säckingen den Verein Hochrhein Paddler. Neben dem Kanu liegt ihr Fokus auf dem Drachenboot. Aus der einst chinesischen Tradition ist heute ein Wettkampfsport geworden, der in den Kategorien 10-Mann und 20-Mann-Boot gefahren wird. Derzeit gehören den Hochrhein Paddlern Bad Säckingen etwa 40 Mitglieder an, die sehr erfolgreich in nationalen und internationalen Gewässern unterwegs sind. Seit der Gründung haben die Wassersportler an zahlreichen Wettkämpfen teilgenommen und einige große Erfolge gefeiert.

Na, Lust bekommen, in See zu stechen? Der ehemalige Vorsitzende Jörg Kaltenbacher empfiehlt: „Einfach vorbeikommen und ausprobieren! Der Vorteil am Drachenboot ist, man kann ohne Vorkenntnisse ins Boot sitzen und lospaddeln.“ Die Erfolge der Hochrhein Paddler sollen dabei niemanden abschrecken. „Anfangs wird man zwar keine große Hilfe sein, aber das ist egal. Wir freuen uns über jeden! Keiner soll Hemmungen haben, es auszuprobieren.“
<strong>Volle Kraft voraus:</strong> Die Hochrhein-Paddler aus Bad Säckingen in Aktion. Bild: Verein
Volle Kraft voraus: Die Hochrhein-Paddler aus Bad Säckingen in Aktion. Bild: Verein | Bild: Hochrhein-Paddler

Fechten in Rheinfelden

Im Jahr 1951 wurde die Fechtabteilung im TV Rheinfelden wiedergegründet. Derzeit hat sie 65 aktive Mitglieder, davon sind gut zwei Drittel jüngere Sportler unter 20 Jahren. Trainer Swen Strittmatter ist nicht nur selbst erfolgreicher Fechter, der sich mit einigen nationalen sowie internationalen Titeln schmücken kann, sondern hat auch seine Schützlinge groß herausgebracht. „Wir haben einige große Titel in den letzten Jahren geholt, darunter Silber bei den Weltmeisterschaften und die deutsche Meisterschaft“, erzählt er stolz. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und Lust auf den flinken Sport auf der Planche bekommen hat, der kann einfach beim Training vorbeischauen. „Fechten kann eigentlich jeder, der eine gewisse Grundsportlichkeit hat und Lust zum Sportmachen und natürlich den Fechtsport mitbringt“, so der Trainer Swen Strittmatter. Für Kinder liegt die Altersuntergrenze bei sechs Jahren. Das Fechttraining findet immer mittwochs und freitags in der Sporthalle des Georg-Büchner-Gymnasiums in Rheinfelden statt.
 

<strong>Volle Konzentration:</strong> Die Fechter des TV Rheinfelden haben bereits viele Erfolge gefeiert. Bild: Verein
Volle Konzentration: Die Fechter des TV Rheinfelden haben bereits viele Erfolge gefeiert. Bild: Verein | Bild: Verein