Die Volksbank Rhein-Wehra bleibt weiter auf starkem Wachstumskurs. Das Bad Säckinger Kreditinstitut hat im vergangenen Jahr in den maßgeblichen Geschäftsfeldern rund zehn Prozent zugelegt. Die Vorstände Werner Thomann und Martin Walz sprechen von „überdurchschnittlichem Wachstum“ trotz des schwierigen Umfeldes. Die Volksbank weist für 2019 eine Bilanzsumme von gut 1,2 Milliarden Euro auf, der Jahresüberschuss stagniert bei leichtem Plus mit 2,1 Millionen Euro im Bereich der Vorjahre.

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Bank braucht andere Strategien bei anhaltendem Niedrigzins

Der anhaltende Niedrigzins biete nach wie vor großer Herausforderungen für das Bankhaus, sagte Vorstandschef Werner Thomann. Gleichwohl: „Wir müssen mit diesen äußeren Einflüssen leben, jammern nützt nichts“, fügte er hinzu. Für Thomann ist die Strategie deshalb klar: Wir brauchen in diesem Umfeld ein stärkeres Wachstum, um das Ergebnis zu halten.“

„Wir müssen mit diesen äußeren Einflüssen leben, jammern nützt nichts“Werner Thomann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rhein-Wehra, zum anhaltenden Zinstief
„Wir müssen mit diesen äußeren Einflüssen leben, jammern nützt nichts“Werner Thomann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rhein-Wehra, zum anhaltenden Zinstief | Bild: Volksbank rhein-wehra

Und das gelingt dem Bad Säckinger Kreditinstitut nun seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue. Beispiels Bilanzsumme: Die lag im Jahr 2014 bei rund 700.000 Euro, wuchs dann gleichmäßig Jahr für Jahr auf die aktuellen 1,2 Milliarden. Ähnlich haben sich auch die anderen Erfolgsparameter Geschäftsvolumen und betreutes Kundenvolumen entwickelt.

Wachstum auch außerhalb des angestammten Geschäftsgebietes

Das Erfolgsrezept: „Dafür müssen wir uns ständig bewegen“, sagt Thomann, das bedeute nicht nur Agilität auf dem angestammten Geschäftsgebiet, sondern auch Ausdehnung. Das geografische Geschäftsfeld der Volksbank Rhein-Wehra wird zunehmen überregional und dehnt sich auf Baden-Württemberg, teils auch darüber aus. Dabei, so Thomann, trete auch das Regionalprinzip der Banken zurück. Vereinfacht sagt dieses Prinzip: Im Geschäftsgebiet verwandter Banken soll nicht gewildert werden.

Kreditgeschäft wird zunehmend zur tragenden Säule

Das Kreditvolumen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Damals hatte die Bank 366 Millionen Euro verliehen, aktuell sind es 740 Millionen Euro. Alleine im vergangenen Jahr hat die Volksbank beim Kreditvolumen über zehn Prozent zugelegt, das sei überdurchschnittliches Wachstum gewesen. Konkrete Zahlen: Kreditnehmer haben 2019 insgesamt 130 Millionen getilgt, im selben Zeitraum hat die Volksbank Neudarlehen für 200 Millionen abgeschlossen.

Einen starken Anteil am gesamten Kreditvolumen haben die Baukredite mit 40 Prozent. Dennoch sieht Bankenchef Thomann hier weiter viel Luft nach oben. Der Grund: Nur 50 Prozent der Deutschen wohnten im Eigenheim. In Italien dagegen hätten 80 Prozent Wohneigentum, in Portugal annähernd 100 Prozent, so Thomann.

Sparer suchen heute neue Formen der Geldanlage

Die Kehrseite des dauerhaften Zinstiefs ist das Ende des klassischen Sparens. Hier seien neue Formen gefragt, sagte Thomann, die klassische Geldanlage werde angesichts von Rendite-Chancen künftig vor allem durch Wertpapiere ersetzt. Gold sei derzeit keine Option, meint Thomann, da der Goldpreis auf Höhenflug sei. Im Zusammenhang mit dem Thema Geldanlage verwies der Bankenchef auf die hohe Beratungsleistung seines Instituts wie auch auf die Infrastruktur und damit die Präsenzdichte auf dem Land. Gute und ortsnahe Beratung für seriöse und vor allem sichere Finanzgeschäfte seien nicht zum Nulltarif zu haben, sagte Thomann angesichts immer wieder geäußerter Kritik an Bankgebühren.

Die Volksbank Rhein-Wehra in Zahlen

  • Die Geschäftszahlen 2019: Die Bilanzsumme liegt bei 1,2 Milliarden Euro (+9%), das Geschäftsvolumen bei 1,4 Milliarden (+11%), das betreute Kundenvolumen bei knapp zwei Milliarden (darin enthalten sind auch die Geschäfte mit Verbundpartnern Schwäbisch Hall, R+V-Versicherung, Union Investment etc. Die vergebenen Kredite stiegen auf 740 Millionen (+10), der Rohertrag nur leicht auf 23,5 Millionen, der Jahresüberschuss stagniert bei 2,1 Millionen Euro.
  • Die Digitalisierung hält zunehmend auch im Bankengeschäft Einzug. Mittlerweile tätigten 50 Prozent der Volksbankkunden ihre Geschäfte online. Dieser Anteil wird laut Volksbankchef Werner Thomann zunehmen. Dies sei eine Entscheidung des Kunden.
  • Infrastruktur: Die Voba betreibt mit 130 Mitarbeitern Filialen in Rheinfelden, Wehr, Laufenburg, Rickenbach, Bernau, Dogern sowie Standorte mit elektronischer Infrastruktur in Görwihl, Herrischried, Todtmoos. Sitz: Bad Säckingen. Die Volksbank sieht ihr Geschäftsgebiet als prosperierende Region mit Einwohnerzuwächsen (Stand: 104.000 Menschen). (age)

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