Spätestens im April, wenn die Sonne anfängt, warm zu scheinen, die Cafés und Restaurants im Städtle ihre Terrassenmöbel auspacken, die Türen offen stehen, das Gartenstrandbad bald auf macht und die Bäume milden Schatten spenden, dann ist es soweit in Laufenburg: Der Sommer kündigt sich an und mit ihm auch die Touristen. Die Laufenburger haben Glück, dass ihnen die Touristen nicht zu sehr auf die Füße treten und meist freundlich und dezent ihren Aufenthalt verbringen.

Neukaledonien im Pazifik.
Neukaledonien im Pazifik. | Bild: Grafik dpa

In der Südsee sieht das ganz anders aus. Selbstverständlich sind die Strände oftmals paradiesisch und menschenleer, die Natur noch so belassen wie sie ist, und nicht übersät von Hotel-Hochbauten.

Strand auf Neukaledonien.
Strand auf Neukaledonien. | Bild: Isabell Montebello

Riesige Kreuzfahrtschiffe docken an

In Neukaledonien zumindest, ist die beliebteste Form der Urlaubsentspannung in Bungalows oder im Zelt auf Campingplätzen am Strand und mit kaum anderen Miturlaubern. Dies gilt überwiegend für die hier ansässigen „Touristen“. Die „Externen“ kommen in geballter Zahl! Zur Hauptsaison, von November bis März, gehen vier bis fünf Riesenschiffe pro Woche an Dock. Kreuzfahrtschiffe, meistens aus Australien und Neuseeland, die für einen Tag nach Nouméa kommen.

Mit der Tschu Tschu Bahn erkunden Touristen Neukaledonien.
Mit der Tschu Tschu Bahn erkunden Touristen Neukaledonien. | Bild: Isabell Montebello

Oft entsprechen die Gäste einem sehr klischeehaften Bild und müssen nach Verlassen ihres Riesen nur eine kleine „Tschu-Tschu-Bahn“ besteigen und ihre Runden zu den Sehenswürdigkeiten oder Stränden der Stadt drehen. Diese Bähnchen sind ein großes Geschäft und zu den Stoßzeiten auch ein Hindernis für den normalen Verkehrsteilnehmer. Sie sind nämlich sehr langsam.

Strand-Aktivitäten

Die Blicke stets in Richtung Meer gerichtet, sehen die Touristen den Spaß am Strand: Wasser-Walking, Schnorcheln, Schwimmen, Kraftübungen und Saltos in die Sandhaufen, die sich die jungen Kanaks bauen, um nach der Schule munter zu trainieren.

Strand auf der "îlot Maître“, Refugium der Seeschlange „Tricot Rayé".
Strand auf der "îlot Maître“, Refugium der Seeschlange „Tricot Rayé". | Bild: Isabel Montebello

Zu den meistbesuchten Orten gehören aber zweifelsohne die sogenannten „Ilôts“. Das sind kleine Inselchen die sich auf das gesamte Atoll verteilen. Sie sind oftmals nicht größer als 20 Quadratmeter. Ich stelle mir vor, dass diese Inselchen einst einmal den Piraten dazu dienten, ihre Beute in Schatztruhen zu verstauen, um diese dann dort zu vergraben und hinterher eine dazu gehörige Schatzkarte zu entwerfen.

Mein persönlicher Schatz

Nun, eine Karte habe ich leider noch nicht gefunden, dafür aber einen großen Schatz! Wenngleich er sich nicht in Form einer Truhe, gefüllt mit wertvollem Schmuck und alten Goldmünzen aus der Entdeckerzeit präsentiert. Der Schatz liegt eher unter der Wasseroberfläche und man muss sich dafür Maske und Schnorchel aufsetzen.

Fortbewegung: Ein Taxi-Boot-Stand, im Hintergrund ist die "île aux Canards“ sichtbar.
Fortbewegung: Ein Taxi-Boot-Stand, im Hintergrund ist die "île aux Canards“ sichtbar. | Bild: Isabel Montebello

Obwohl diese Inselchen teilweise nur fünf bis fünfzehn Taxi-Boot-Minuten von einer der Ablegestellen in Nouméa entfernt liegen, so findet man sich in einer ruhigen Naturoase wieder! Sie sind umgeben von üppigen Korallenriffen, die Lebensraum vieler bunter kleiner und großer Fische sind! Und noch viel mehr: Hat man einen guten Tag erwischt, so sieht man einen Dugong, oder auch Gabelschwanzseekuh genannt, einen Delfin, zwei Wasserschildkrötenarten oder die hochgiftige (aber äusserst angriffsfaule) schwarz-weiss gestreifte Meeresschlange namens „Tricot Rayé“.

Achtung: Tödliches Schlangengift

Diese Seeschlange flößt mir jedoch wider aller Verharmlosung der einheimischen Bevölkerung einen großen Respekt ein. Immerhin gehört ihr Gift zu den hochwirksamsten und tödlichsten Schlangengiften der Welt.

Ihr Gift ist eines der tödlichsten, doch die Schlange ist nicht aggressiv: Isabell Montebello hält lieber Abstand von der Tricot Rayé.
Ihr Gift ist eines der tödlichsten, doch die Schlange ist nicht aggressiv: Isabell Montebello hält lieber Abstand von der Tricot Rayé. | Bild: Marion Gib/stock.adobe.com

Obwohl die Schlange nicht aggressiv ist und ihr Gebiss viel zu klein, um das Maul so weit öffnen zu können, dass sie einen Menschen beißen könnte, gehe ich beim Schnorchelspaß auf Abstand. Denn zwischen den Fingern und Füßen, da ist unsere Haut dünn genug und da könnte sie sehr wohl zubeißen.

Kinder spielen mit Schlange und Dugong

Nichtsdestotrotz spielen die Kanak-Kinder von jeher mit dieser Wasserschlange, die tagsüber gerne an den Strand kommt, um sich von der Jagd auszuruhen.

Vor dem Dugong sollte man vor allem seine Kinder in Acht nehmen. Diese urzeitlich anmutenden Säugetiere sind sehr verspielt und vor lauter Freude nehmen sie Kinder gerne in den Arm und schwimmen mit ihnen bis zum Grund. Nur dass kleine Kinder eben so lange die Luft nicht anhalten können.

Dugongs sind nicht Menschenscheu. Dieses Bild entstand 2012 in Australien.
Dugongs sind nicht Menschenscheu. Dieses Bild entstand 2012 in Australien. | Bild: Dave Hunt

Man geht davon aus, dass dieses eher weniger adrette Tier von den Seefahrern damals mit der Meeresjungfrau verwechselt wurde. Diese verzauberte den Menschen und führte ihn auch zum Meeresgrund in ihr Reich, wo diese für immer verschwanden. Die Realität klingt, wie so oft, plausibler als die Legende der geheimnisvollen Sirenen!

Verspielt: Dugongs (Gabelschwanzseekühe) sind regelmäßig an der Küste Neukaledoniens unterwegs. Dieses Bild eines Dugongs entstand 2015 in Australien.
Verspielt: Dugongs (Gabelschwanzseekühe) sind regelmäßig an der Küste Neukaledoniens unterwegs. Dieses Bild eines Dugongs entstand 2015 in Australien. | Bild: David Moir

Einer, der definitiv stärker als der Mensch ist und eine große Gefahr in der neukaledonischen Lagune darstellt, das ist der Hai. Von ihm möchte ich aber ein anderes Mal berichten.

So geht ein erfolgreicher Urlaubstag in Nouméa zu Ende und wir gönnen uns ein kühles Gläschen Etwas bei warmen Dämmerungswind und einem Sonnenuntergang über dem Meer, der uns mit seinen Farbspielen zwischen gelb, orange, pink und rot immer wieder zu faszinieren weiß. Auch der Rad-Urlauber in Laufenburg macht es sich nach einem aktiven Tag auf einer der Terrassen gemütlich und genießt im besten Falle eine der leckeren Salmspezialitäten mit einem kühlen Gläschen Etwas.

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