„Zum Jahresende wird geschlossen“, sagt Cali Cicero. Der 37-Jährige betreibt in Bad Säckingen das Tanzlokal Feelings und das Eventlokal Titanic. Seit Jahrzehnten. Aber am 31. Dezember ist Schluss, dann schließen beide Betriebe. Aber warum schließt das Tanzlokal, das bereits in den 70er Jahren als Oase, Südbadens größte Diskothek, an den Start ging? Zur Begründung sagen Cali Cicero und sein 60-jähriger Vater Lauro Cicero: Nach einem Besitzerwechsel könnten sie die künftig geforderte Pacht nicht mehr aufbringen. Das Gebäude wurde nach SÜDKURIER-Informationen von der Firma Vision Hochrhein des Laufenburger Geschäftsmannes Jürgen Strasser gekauft.

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Vater Lauro Cicero war es, der das Tanzlokal in dem bekannten Gebäude im Gewerbegebiet Buchrain am 5. Januar 1996 übernommen hatte. Also vor 23 Jahren. Unter seiner Führung wurde die frühere Oase, die zwischenzeitlich auch andere Namen hatte, in Feelings umbenannt. Vor 16 Jahren eröffneten die beiden in demselben Gebäude dann auch das Lokal Titanic. Sohn Cali Cicero übernahm später die Betriebe.

Cicero sagt, die Pacht sei zu hoch

Mit dem Eigentümerwechsel komme nun das endgültige Aus, bedauern die beiden. Der bestehende Pachtvertrag laufe nun aus, das Folgeangebot sei für sie jedoch nicht akzeptabel gewesen, weil die geforderte Pacht viel zu hoch sei. Genaue Zahlen nannten sie nicht, die Pacht sei aber mehr als doppelt so hoch wie bisher.

Eigentümer äußert sich nicht

Jürgen Strasser, Geschäftsführer der Vision Hochrhein VerwaltungsGmbH, wollte sich zu den Plänen, die er mit dem Gebäude hat, unserer Zeitung gegenüber nicht äußern. Über sein Büro ließ er ausrichten, es sei noch alles offen und es gebe keine konkrete Planung. Auch zu dem Thema Pacht und zur Schließung des Tanzlokals wollte er sich nicht äußern.

Die beiden Ciceros wissen nach eigenen Worten derzeit noch nicht, wie es im neuen Jahr weitergeht. „Uns hat es den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Cali Cicero. Sie hätten alle finanziellen Möglichkeiten durchgerechnet, aber eine Weiterführung sei unter den gegebenen Umständen nicht drin gewesen. „Wir hätten gerne weitergemacht“, fügt er hinzu, „irgendwie ist es unser Wohnzimmer, genauso wie für viele unserer Gäste auch.“

Keine alternativen Pläne

Pläne für eine andere Lokalität haben die beiden derzeit nicht. Es sei schwierig, etwas zu finden, sagt Cali Cicero, der Standort müsse passen wegen der Nachbarn und es müsse natürlich bezahlbar sein. Bisher sei nichts in Sicht. Was mit dem jetzigen Gebäude passiert, ob es saniert oder abgerissen wird, wissen sie nicht. Sie seien in Strassers Pläne nicht eingeweiht.

Auch Mitarbeiter betroffen

Von der Schließung zum Jahresende sind auch Mitarbeiter betroffen. An den Wochenenden seien jeweils acht bis neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Wechsel im Dienst. Insgesamt seien etwa 15 geringfügig beschäftigte Personen von der Schließung betroffen.

Bis Ende Dezember hat das Feelings noch jeweils samstags von 22 bis 5 Uhr morgens geöffnet, am 7., 25. und 31. Dezember seeni zudem auch Events im Titanic geplant.

Abschiedsfete am 5. Januar geplant

„Wir planen eigentlich noch eine Abschiedsfeier am 5. Januar“, fügt Lauro Cicero hinzu. Das Geschäft sei zwar zum 31. Dezember abgemeldet, aber man versuche bei der Stadt eine Konzession für den Abend vor Drei König zu bekommen. Am 5. Januar 1996 habe er eröffnet, so Lauro Cicero, wenn am 5. Januar 2020 die Abschiedsfete stattfinde, seien es genau 24 Jahre. Am 15. Januar sei dann offizielle Übergabe an den neuen Eigentümer.

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