Im Hotzenwald wird ein Jugendlicher von einem umstürzenden Baum erschlagen, ein weiterer Teilnehmer des Zeltlagers in Rickenbach muss schwerverletzt mit dem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen werden, zwei weitere Jugendliche werden leicht verletzt. Diese traurige Nachricht überschattete gestern alle anderen Auswirkungen, die das Unwetter, das in der Nacht zum Mittwoch im Landkreis tobte, anrichtete. Die Hochrhein-Bahnstrecke war wegen entwurzelter Bäume für mehrere Stunden gesperrt und allein im Bereich von Waldshut-Tiengen mussten Helfer der Feuerwehr binnen weniger Stunden etwa 200¦Bäume fällen oder beiseite räumen. Oberbürgermeister Philipp Frank und Bürgermeister Joachim Baumert dankten bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz den Einsatzkräfte, die seit 2 Uhr unermüdlich dabei waren, die Schäden zu beseitigen. Verletzt wurde niemand.

Bild: Dana Coordes
Die Stadtwerke: Umgeknickende Bäume fielen auf Stromleitungen, diese barsten, der Strom fiel aus. Besonders betroffen waren die Ortsteile Aichen, Krenkingen, Breitenfeld, der nördliche Teil von Gurtweil sowie auch der Vitibuck in Tiengen. „Unsere Mitarbeiter waren seit 2¦Uhr pausenlos im Einsatz“, so Stadtwerke-Chef Horst Schmidle. Das Ergebnis: Bereits um 2.40¦Uhr floss in den ersten Gebieten der Strom wieder. Betroffen waren auch Wutöschingen-West und Lauchringen-Ost. Das Ausmaß des Schadens sei noch völlig unklar. Die Schadensbeseitigung werde noch einige Tage dauern. Insgesamt waren sechs Mitarbeiter der Stadtwerke im nächtlichen Einsatz.

Die Feuerwehr: Um 2.10¦Uhr wurden Feuerwehr und Baubetriebshof alarmiert. Die Polizei bat, alle verfügbaren Einsatzkräfte mobil zu machen, so Stadtkommandant Peter Wolf. Vorrang hatten für ihn und seine Männer zunächst die betroffenen Ortsverbindungsstraßen, die spätestens ab 6¦Uhr alle wieder frei befahrbar waren. Nach einer kurzen Abstimmung mit dem Baubetriebshof war klar: Die Feuerwehr sägt die Bäume, die Männer vom Werkhof folgen und räumen auf. Insgesamt rund 200 Bäumen an 35 Straßen beziehungsweise Straßenzügen mussten gefällt oder beseitigt werden. In Tiengen waren einige Bäume auf parkende Autos gefallen. Einige Keller liefen voll. Die Feuerwehr war mit 120 Mann und 15 Fahrzeugen im Einsatz.

Der Baubetriebshof: Neben den oben erwähnten Aufräumarbeiten haben die Männer von Reiner Jehle, Leiter des Baubetriebshofs, alle Spielplätze der Stadt abgefahren. Der Platz bei der Stadthalle Tiengen wurde vorsorglich gesperrt. So auch der Wutachdamm, weil dort bei jedem zweiten Baum die Krone weggeknickt sei, so Jehle. Der Baubetriebshof war mit 26¦Mann, darunter auch Mitarbeiter die bereits im Urlaub waren, im Einsatz.

Bild: Dana Coordes

Die Forstmitarbeiter: Drei Mitarbeiter waren laut Karin Geng vom Liegenschaftsamt im Akuteinsatz, um Plätze und Wege freizuräumen. Wie hoch der Schaden im städtischen Wald ist, vermochte sie gestern noch nicht zu sagen.

Das Wildgehege: „Unser Wildgehege erkennt man im Augenblick nicht wieder“, sagte Werner Jockers vom Wildgehege-Verein. Allerdings konnte er soweit Entwarnung geben, dass kein Tier zu Schaden gekommen sei. Allerdings gebe es erhebliche Schäden an Zäunen und Wegen.

Die Innenstädte: Laut Timo Jehle vom Werbe- und Förderungskreis Waldshut habe die Kaiserstraße nach der Sturmnacht wild ausgesehen. Auch wenn kräftig gefegt werden musste, habe jeder Geschäftsinhaber und jeder Gastronom wieder öffnen können. Ähnlich auch in Tiengen. Allerdings beklagt Kurt Reckermann, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft, Schäden an der Freiluftgalerie. Zehn Objekte der Luftart wurden vom Sturm weggeweht.