Der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Ritter hat gestern sich und seine Ziele vorgestellt. Das kommunale Unternehmen soll künftig nicht mehr nur Energieversorger sein. Natürlich werde dieses klassische Hauptfeld weitergeführt und auch ausgebaut, sagte Ritter, allerdings würden künftig auch Dienstleistungen wie Beratungen im Bereich Energie oder Themen wie Breitband und die E-Mobilität eine Rolle spielen.

Der 43-jährige Ritter ist Ingenieur sowie Betriebswirt. Er ist bereits seit 2016 technischer Leiter der Stadtwerke. Zu seinem Werdegang sagte Ritter, es sei ihm wichtig gewesen, nicht nur die technische Seite eines Betriebes zu verstehen. Deshalb habe er nach seinem Ingenieurstudium noch Betriebswirtschaft studiert. Denn als Techniker sei man immer abhängig von den Zahlen der Kaufleute, sagte Ritter, er wollte jedoch lieber selber die betriebswirtschaftlichen Hintergründe eines Betriebes verstehen. Insofern sieht er sich in doppelter Hinsicht gut gewappnet für seine Aufgabe. Auch Martin Steiger, Vorstandschef des Energiedienstes, und Bürgermeister Alexander Guhl sind von der fachlichen wie auch der persönlichen Kompetenz des neuen Geschäftsführers überzeugt. Der ED ist mit 26 Prozent Mitgesellschafter an den Stadtwerken.

Expansion: Ein wichtiges Ziel der künftigen Ausrichtung bleibt die bereits eingeleitete Erweiterung der Stadtwerke. Das Bad Säckinger Unternehmen ist bereits beteiligt an den Stadtwerken Wehr und Schopfheim. Der nächste Schritt werde ein gemeinsames Unternehmen mit Energiedienst und den Gemeinden Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen. Ob man es Stadtwerke nennen werde, sei noch unklar, sagten Ritter und Steiger. Das Ziel sei jedenfalls die gemeinsame Versorgung beider Gemeinden mit Gas (Stadtwerke) und Strom (ED). Die Konzessionen laufen im kommenden Jahr uns.

Beratung: Wichtig werde in Zukunft das Thema Energieberatung für Kunden gerade vor dem Hintergrund der Energiesparverordnung. Ein Kunde soll künftig nicht nur Energie von den Stadtwerken bekommen, so Ritter, sondern eben Komplettpakete. Bürgermeister Guhl beschrieb es so: „Den Wettbewerb auf dem Strommarkt gewinnt der, der für den Kunden auch eine nachhaltige Beratung bietet.“

Breitbandausbau: Im Harpolinger Schweizerblick werde es noch in diesem Jahr eine Lösung geben, versprechen Guhl und Ritter. Gleichzeitig legen die Stadtwerke vorausschauend bei jeder Baustelle schon seit einigen Jahren ein Leerrohrenetz, um für die nächste Generation des digitalen Ausbaus vorbereitet zu sein.

E-Mobilität: Auch hier will Ritter mit den Stadtwerken Partner werden. Schon jetzt biete man E-Kraftfahrern den Einbau von Wandladestationen in der heimischen Garage an – es gebe dabei mehrere Modelle, so Ritter, ob Kauf oder Anmietung. Ziel sei es, nicht dem Markt hinterher zu laufen, sondern mit der Infrastruktur voranzugehen.