382 Kilometer Glasfaserleitungen für ein schnelles Internet kommen im Landkreis Waldshut unter die Erde – symbolischer Spatenstich für den Bau des sogenannten Backbones unter Federführung des Landkreises war am Samstag im Stühlinger Ortsteil Wangen auf einem Wanderparkplatz. "Es ist ein großer Tag für den Landkreis und seine Bürgerinnen und Bürger" sagte Landrat Martin Kistler.

Ehrengast war Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württembergs (CDU). Strobl, Landrat Kistler, Isolde Schäfer (Bürgermeisterin Stühlingen) und Felix Schreiner (CDU-Landtagsabgeordneter) vergruben symbolisch ein Backbone-Stück in einem Graben, den zuvor Thomas Strobl persönlich mit dem Bagger ausgehoben hatte. Als Zeichen für den gemeinsamen Aufbruch in die digitale Zukunft des Landkreises, nahmen danach politische Vertreter des Landkreises und seiner Städte und Gemeinden ein Stück Backbone-Leitung in die Hand. Verlegen werden den Backbone die hiesigen Firmen Klefenz, Lienhard und Steinbrunner.

<strong>Mit dem Backbone:</strong> Die Bürgermeister Jürgen Link (Lottstetten), Christian Behringer (Grafenhausen), Jürgen Kaiser (Schluchsee), Ulrich Krieger (Laufenburg), Martin Benz (Hohentengen), Georg Villinger (Bürgermeisterstellvertreter Höchenschwand), CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Dörflinger, Philipp Frank (OB Waldshut-Tiengen), Landrat Martin Kistler, Innenminister Thomas Strobl, CDU-Landtagsabgeordneter Felix Schreiner, Isolde Schäfer (Stühlingen), Ira Sattler (Jestetten), Helmut Kaiser (Dachsberg), Christian Mauch (Wutach), Thomas Schäuble (Lauchringen), Marion Frei (Dettighofen), Janette Fuchs (Todtmoos), Rolf Schmidt (Bernau) und Adrian Probst (St.&nbsp;Blasien) beim Spatenstich zur Backbone-Verlegung (von links).
Mit dem Backbone: Die Bürgermeister Jürgen Link (Lottstetten), Christian Behringer (Grafenhausen), Jürgen Kaiser (Schluchsee), Ulrich Krieger (Laufenburg), Martin Benz (Hohentengen), Georg Villinger (Bürgermeisterstellvertreter Höchenschwand), CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Dörflinger, Philipp Frank (OB Waldshut-Tiengen), Landrat Martin Kistler, Innenminister Thomas Strobl, CDU-Landtagsabgeordneter Felix Schreiner, Isolde Schäfer (Stühlingen), Ira Sattler (Jestetten), Helmut Kaiser (Dachsberg), Christian Mauch (Wutach), Thomas Schäuble (Lauchringen), Marion Frei (Dettighofen), Janette Fuchs (Todtmoos), Rolf Schmidt (Bernau) und Adrian Probst (St. Blasien) beim Spatenstich zur Backbone-Verlegung (von links).

Die gut 100 Anwesenden kamen danach zu einem Festakt im Stühlinger Konradsaal zusammen. In den Reden und Grußworten – unter anderem von Minister Strobl, Landrat Kistler und Hohentengens Bürgermeister Martin Benz – wurde immer wieder die Bedeutung eines schnellen Glasfaser-Internets für die Entwicklung und Zukunft des Landkreises Waldshut hervorgehoben. "Breitband ist die digitale Lebensversicherung für unseren Landkreis", sagte Landrat Martin Kistler und sparte dabei nicht mit Kritik an der Privatwirtschaft, die sich nur den profitablen Bereichen verschrieben hätte.


Nicht nachvollziehbar sei es für ihn, dass sie jetzt die Vorleistungen der öffentlichen Hand abwarten könnte, um sich dann ihrer zu bedienen.

<strong>Förderbescheide:</strong> Minister Thomas Strobel übergibt dem Dachsberger Bürgermeister Helmut Kaiser den Förderbescheid für den Beitband-Ausbau in seiner Gemeinde, hinten Landrat Martin Kistler.
Förderbescheide: Minister Thomas Strobel übergibt dem Dachsberger Bürgermeister Helmut Kaiser den Förderbescheid für den Beitband-Ausbau in seiner Gemeinde, hinten Landrat Martin Kistler.
Zentraler Punkt in den Reden war auch die Finanzierung des Breitbandausbaus im Landkreis. Kistler betonte, dass die Städte und Gemeinden auf höhere Finanzzuschüsse angewiesen seien. In diesem Sinn war Minister Thomas Strobl nicht mit leeren Händen gekommen. Er überreichte den Vertretern von acht Gemeinden des interkommunalen Zusammenschlusses IKZ Dachsberg Förderbescheide in Gesamthöhe von rund 27 Millionen Euro. Dass sie so schnell positiv entschieden wurden, nannte Strobl Verdienst des Landtagsabgeordneten Felix Schreiner. An der Gestaltung des Spatenstichs und der Feier mitgewirkt haben der Musikverein Eintracht Ober- und Unterwangen, die Wangener Landfrauen und die Feuerwehr Stühlingen.

So kommt das schnelle Internet

  • Der Begriff: Das englische Wort Backbone heißt übersetzt Rückgrat und meint in der Telekommunikation eine leistungsstarke Zentral- oder Hauptleitung, an die lokale Leitungen andocken können. Backbones gelten als Grundlage für leistungsstarkes Internet und bestehen in der Regel aus Glasfaserleitungen, die eine schnelle Übertragungskapazität haben.
  • Der Backbone im Landkreis: Im Juli 2015 beschloss der Kreistag aufgrund fehlenden Engagements privater Unternehmen, die Versorgung des Landkreises mit schnellem Internet (Breitbandausbau) selbst in die Hand zu nehmen und gründete den Zweckverband "Breitband Landkreis Waldshut". Sein Ziel ist es, den Kreis-Städten und -Gemeinden ein leistungsstarkes und zukunftsfähiges Backbone-Netz als Ringleitung anzubieten, an das sie sich nach Fertigstellung an jeweils zwei Übergabepunkten mit ihrem Ortsnetz (das sie eigenverantwortlich ausbauen), anschließen können. Alle 32 Städte und Gemeinden des Landkreises sind Mitglied des Zweckverbands, ebenso die Gemeinde Schluchsee.
  • Zeitplan, Kosten und Förderung: In etwa vier Jahren soll der 382 Kilometer lange Backbone des Landkreises fertig sein. Veranschlagte Kosten: rund 33 Millionen, zugesicherte Landesfördermittel knapp 27 Millionen. Den Kreisorten hat das Land bislang rund 70 Millionen Euro für den Breitband-Ausbau ihrer Ortsnetze zugesichert. Die Gesamtkosten für den flächendeckenden Breitbandausbau im Landkreis werden vom Landratsamt auf rund 300 Millionen Euro geschätzt. Im Zuge bereits gestellter oder kommender Förderanträge rechnet das Landratsamt mit weiteren Landesfördermitteln im deutlich zweistelligen Millionen-Bereich.