Aufgrund des Überangebots an Käferholz auf dem Holzmarkt sind die Preise hierfür derzeit im Keller. Wer selbst Privatwald besitzt, gehört zu den Leidtragenden der Krise, denn die Kosten für den Einschlag sind kaum mehr zu decken.

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  • Zimmereien: Private und gewerbliche Endverbraucher, wie zum Beispiel Zimmereien, profitieren von dem Überangebot an Käferholz trotzdem nicht. Bretter, Dachlatten oder Konstruktionsvollholz seien immer noch genauso teuer wie vor der Krise und dem mit ihr einhergehenden Preisverfall für Käferholz, sagt Norbert Schwarz, Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Südschwarzwald. „Das ist marktwirtschaftlich eigentlich nicht nachvollziehbar“, meint Schwarz, der dies in der Struktur des Holzmarkts begründet sieht. Obwohl Sägewerke derzeit viel günstiger an ihren Rohstoff kommen, verkaufen sie in der Regel nicht an Endverbraucher, sondern an den Großhandel. „Die Säger verdienen im Moment noch gutes Geld“, sagt Schwarz und ergänzt: „Der Großhandel verdient gerade richtig viel Geld.“ Dabei handele es sich aber um eine nicht unkomplizierte Mischrechnung, denn Käferholz scheidet für die Herstellung bestimmter Endprodukte aus. Ferner ist der Schnittholzmarkt nicht regional, sondern mitteleuropäisch strukturiert und somit stabil gegenüber regionalen Preisfluktuationen.
Norbert Schwarz, Waldgenossenschaft Südschwarzwald.
Norbert Schwarz, Waldgenossenschaft Südschwarzwald. | Bild: wg-suedschwarzwald.de
  • Pellets: Wer mit Pellets heizt, kann sich momentan ebensowenig freuen. Die Preise für den Rohstoff sind trotz Holzüberangebots nur marginal zurückgegangen, obwohl diese durchaus aus Käferholz hergestellt werden können. Grund hierfür sei laut Schwarz die Preisausrichtung des Rohstoffs an andere Energieträger, wie Heizöl.
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  • Naherholung: Auf das Naherholungsgebiet Wald hat die Borkenkäferplage überschaubare Auswirkungen. In Einzelfällen kommt es aufgrund von Baumfällungen zu Straßensperrungen. Spaziergänger und Sportler sollten sich unbedingt an Warnhinweise halten und Absperrungen auf keinen Fall überschreiten. Unabhängig von diesen sollte auf mögliche Waldarbeiten geachtet werden. Wo Bäume gefällt werden, herrscht Lebensgefahr. Negative Auswirkungen auf die Qualität des Naherholungsgebiets Wald sieht das Forstamt nicht. Die entstandenen Lichtungen könnten relativ schnell wieder aufgeforstet werden.
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  • Waldbrandgefahr: Die Waldbrandgefahr ist durch die Plage nicht erhöht. Der Deutsche Wetterdienst vergibt aufgrund der Sommertrockenheit derzeit lediglich für die Tiefenlagen des Hochrheins die zweite von fünf Warnstufen (geringe Waldbrandgefahr). Ab morgen wird voraussichtlich wieder Stufe 1 (sehr geringe Waldbrandgefahr) gelten.