Mehr als 300 geladene Gäste feierten am Samstagabend in der Waldshuter Stadthalle 100 Jahre Haus und Grund Hochrhein. Die Festansprache hielt der bekannte Publizist Oswald Metzger, musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Casal Quartett.

Beim Festakt für 100 Jahre Haus und Grund Hochrhein in der Stadthalle (von links): Anton Bernhard Hilbert, Rechtsanwalt und Vorsitzender von Haus und Grund Hochrhein, mit den Gästen Oswald Metzger (Festredner), Kai H. Warnecke (Präsident Haus und Grund Deutschland), Oberbürgermeister Philipp Frank, Sabine Hartmann-Müller (CDU-Landtagsabgeordnete) und Landrat Martin Kistler.
Beim Festakt für 100 Jahre Haus und Grund Hochrhein in der Stadthalle (von links): Anton Bernhard Hilbert, Rechtsanwalt und Vorsitzender von Haus und Grund Hochrhein, mit den Gästen Oswald Metzger (Festredner), Kai H. Warnecke (Präsident Haus und Grund Deutschland), Oberbürgermeister Philipp Frank, Sabine Hartmann-Müller (CDU-Landtagsabgeordnete) und Landrat Martin Kistler. | Bild: Ursula Freudig

Anton Bernhard Hilbert, Vorsitzender der Eigentümerschutzgemeinschaft Haus und Grund Hochrhein, eröffnete den Festabend. Die Gründung von Haus und Grund Hochrhein vor 100 Jahren nannte er ein klares Bekenntnis zum bürgerlichen Eigentum, getragen von der gemeinsamen Idee, Grundeigentum gegen sozialistische Tendenzen zu verteidigen. Dies hätten engagierte Menschen durch die Zeit getragen und umgesetzt. Der Verein würde heute den modernen Immobilienbesitzer unterstützen. „Wir schaffen Rechtssicherheit für unsere Mitglieder“, sagte Hilbert. Mit Blick auf Menschen, die heute wieder von Enteignung sprechen würden, sagte er mit Nachdruck: „So nicht.“

"Ich will nicht Frust verbreiten, sondern wach rütteln, die Bürger der Mitte müssen sich wieder einmischen und der Politik Beine machen", sagt Oswald Metzger.
"Ich will nicht Frust verbreiten, sondern wach rütteln, die Bürger der Mitte müssen sich wieder einmischen und der Politik Beine machen", sagt Oswald Metzger. | Bild: Ursula Freudig

Nach Grußworten von Kai H. Warnecke, Präsident von Haus und Grund Deutschland, von Oberbürgermeister Philipp Frank und Landrat Martin Kistler, trat Oswald Metzger ans Mikrofon. Er hielt in seiner Festansprache – wie er selbst sagte – dem Publikum auch ein bisschen den Spiegel vor. Unter dem Motto „Wider die saturierte Gesellschaft – eine Polemik“ teilte er nach vielen Seiten hin kräftig aus. Zu selbstzufrieden, zu überheblich nannte er die Gesellschaft mit ihrem kreditfinanzierten Wohlstand: „Wir wissen nicht mehr, dass man Leistung erbringen muss, um es zu etwas zu bringen.“

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Es würde der Eindruck vermittelt, alles sei umsonst zu haben. Für Metzger ist dies eine systematische Enteignung, eine schleichende Aushöhlung des Eigentumsbegriffs, denn bezahlen würden es die Bürger. Er sprach von einer Tendenz zur Verstaatlichung in Berlin. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es ungerecht zugeht und nicht alle gleich viel bezahlen. Er gab freimütig zu, dass auch er zu den Begünstigten gehört: Für seine zehn Jahre als Bundes- und Landtagsabgeordneter würde er seit einem Jahr, seit er 63 ist, eine Pension von knapp 3000 Euro im Monat bekommen.

Das Casal Quartett gestaltet den Festakt musikalisch.
Das Casal Quartett gestaltet den Festakt musikalisch. | Bild: Ursula Freudig

„Ich will nicht Frust verbreiten, sondern wach rütteln, die Bürger der Mitte müssen sich wieder einmischen und der Politik Beine machen“, sagte er abschließend. Zwischen den einzelnen Reden zeigte das Casal Quartett seine ganze Klasse und stimmte mit einem Blues als Zugabe auf das anschließende gesellige Beisammensein bei Häppchen und Getränken ein.