Blumberg/Benken Schweizer Atommülllager rückt näher: Zwei Infoabende in der Region

Weil alle drei potenziellen Atomendlager in unmittelbarer Nähe zu Deutschland sind, gibt es jetzt zwei Informationsabende. Hier können sich Bürger aus erster Hand über das Thema informieren.

Die Suche nach einem Standort für ein Atommülllager in der Schweiz konkretisiere sich mittlerweile auf drei Standortregionen, heißt es in einer Pressemitteilung des Schwarzwald-Baar-Kreises. Im Fokus steht die Region um Glattfelden/Weiach auf dem gegenüberliegenden Rheinufer von Hohentengen im Landkreis Waldshut-Tiengen (offiziell: „Nördlich Lägern“), das Züricher Weinland mit Benken, wenige Kilometer südlich von Schaffhausen (offiziell: „Zürich Nordost“), und das Gebiet um Brugg, zehn Kilometer Aare aufwärts von Waldshut-Tiengen entfernt (offiziell: „Jura Ost“). Damit liegen alle möglichen Standortregionen für die Endlagerung hoch- sowie mittel- und schwachaktiver Abfälle unmittelbar an oder nur wenige Kilometer entfernt von der deutschen Grenze liegen.

Insgesamt drei Monate Zeit haben deutsche Bürger, sich zur Atommüll-Endlagersuche in der Schweiz zu äußern. Die Einwendungen finden Berücksichtigung bei der Entscheidung des Schweizer Bundesrats über die Standorte der künftigen Tiefenlager. Derzeit laufen Informationsveranstaltungen zur Atomendlagersuche wie am heutigen Dienstag, 9. Januar, 19 bis 21 Uhr, in der Mehrzweckhalle in Hohentengen. Veranstalter ist das schweizerische Bundesamt für Energie. Eine weitere Informationsveranstaltung organisiert vom Deutschen Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit in Berlin, wird am Dienstag, 30. Januar 2018, 18.30 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus, Schwarzenbergstraße 2 in Tiengen, stattfinden. Hier werden neben den schweizer und deutschen Verantwortlichen auch die deutschen Experten der eigens für den schweizer Suchprozess eingerichteten „Expertengruppe Schweizer Tiefenlager – ESchT“ Rede und Antwort stehen.

Bis zum 9. März können Bürger, Gemeinden und Landkreise aus Deutschland dazu schriftlich gegenüber dem Schweizer Bundesamt Stellung nehmen. Das Standortsuchverfahren läuft mittlerweile seit zehn Jahren. In einem ersten Schritt habe die für die Endlagerung verantwortliche „Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle – Nagra“ im Jahr 2011 aufgrund der Geologie in der Schweiz sechs potenzielle Standortgebiete identifiziert.

Seit 2012 laufe die Etappe zwei des Suchverfahrens, mit dem Ziel, aus den sechs möglichen Regionen bis Ende 2018 mindestens zwei für jede Abfallfraktion zu identifizieren. Diese Regionen würden bis 2030 weiter untersucht. In Betrieb gehen soll das Endlager 2050/60, der Parlamentsentscheid unterliegt aber einem möglichen Volksentscheid.

Infoveranstaltungen

Der Erste Landesbeamte des Schwarzwald-Baar-Kreises, Joachim Gwinner, bittet die Bevölkerung, die Chance auf Information zu nutzen und sich ein Bild von diesem Auswahlverfahren zu machen. „Infos, Fragen und Kritik sind die besten Voraussetzungen für eine fundierte Stellungnahme zum Auswahlverfahren. “Was die Schweiz praktiziert, wird auch in Deutschland so in absehbarer Zeit eine Hausforderung bei unserer Standortsuche sein.“

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