Bereits am Donnerstag bestätigte eine Sprecherin des Bahn-Regionalbüros Stuttgart, dass die neue Brücke in Albbruck planmäßig fertiggestellt werde. Die Regionalbahn, die aus Richtung Waldshut kommend laut Fahrplan frühmorgens um 4.22 Uhr von Albbruck nach Basel weiterfährt, sollte dann am Freitagmorgen der erste Zug sein, der über die neue Schienenquerung des Alb-Flüsschens rollte.

Gleichzeitig ging der Schienenersatzverkehr (SEV) zu Ende. Seit 11. Oktober war der gesperrte Abschnitt bei Albbruck durch Busse umfahren worden, während die neue Brücke Stück um Stück an den Platz des abgerissenen alten Bauwerks geschoben wurde.

Erleichtert zeigen sich nicht nur die Kunden der Bahn, die 49 Tage lang mit dem umständlichen und zeitraubenden Umsteigen konfrontiert waren. Nikolaus Albiez, bei der Südbaden Bus GmbH Produktionsleiter der Niederlassung Waldshut: „Wir sind froh, dass der SEV planmäßig zu Ende gehen kann.“ Die letzten der großen Gelenkbusse rollten Donnerstagnacht um 23.05 Uhr von Albbruck in Richtung Basel und um 23.34 Uhr ab Bad Säckingen in die umgekehrte Richtung.

„Im Großen und Ganzen hat es gut funktioniert“, lautet die Bilanz von Nikolaus Albiez. Er ist seit 1981 im Busgeschäft tätig, seit damals sei es im Hochrhein-Bereich der bislang zweitlängste SEV gewesen. Noch wesentlich länger, von November 2012 bis Oktober 2013, dauerte die Sperrung, als die Strecke zwischen Erzingen und Schaffhausen zweispurig ausgebaut und elektrifiziert wurde.

Doch zur Nachbetrachtung des Albbrucker Schienenersatzverkehrs zählen auch diverse Pannen. Nikolaus Albiez erinnert sich etwa an die Startprobleme am 11. Oktober, als das beauftragte private Busunternehmen aus Rottenburg verspätet eintraf und Fahrgäste an Haltestellen in Bad Säckingen, Murg, Laufenburg und Albbruck vergebens warteten. „Es kam auch hin und wieder vor, dass ein Anschluss nicht geklappt hat“, räumt Albiez ein. Ebenso sei vorgekommen, dass Schüler wegen überfüllter Fahrzeuge auf den nächsten Bus warten mussten.

Albbrucks Bürgermeister Stefan Kaiser lobte gegenüber dieser Zeitung die zügige und planmäßige Realisierung des Brückenprojekts: „Einwandfrei“, lautet sein Kompliment an die Beteiligten. Und wie ist sein Eindruck von dem neuen Bauwerk, nachdem der Abriss der alten Konstruktion aus dem Jahr 1856 in der Gemeinde heftig umstritten war? Der Rathaus-Chef meint: „Man kann sie nicht mit der historischen alten Brücke vergleichen, aber sie sieht gut aus.“

Während der Albbrucker Schienenersatzverkehr vorbei ist, startet übrigens im Osten die nächste Gleissperrung mit Busumleitung. Ebenfalls wegen Brückenarbeiten ist von Samstag, 30. November, bis Donnerstag, 5. Dezember, der Abschnitt zwischen Thayngen und Singen blockiert.