Kreis Waldshut Schäden durch Kälteeinbruch: So wird den Obstbauern im Landkreis Waldshut geholfen

Der Kälteinbruch im April 2017 mit Frost und Hagel hat den Obstbau im Landkreis Waldshut schwer getroffen. Die Landwirte erhalten nun finanzielle Unterstützung vom Land Baden-Württemberg. Wie hoch die Hilfen ausfallen, ist noch unklar. Im Landkreis Waldshut entstand ein Schaden von 620.0000 Euro.

Der starke Frost und der schwere Hagel vom April haben einigen Landwirten in der Region kräftig Probleme bereitet. Laut Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Waldshut sind vor allem Obstbauern vom Ernteausfall betroffen. Einer davon ist Obstbauer Andreas Henes aus Lottstetten. 95 Prozent seiner Apfel- und Kirschernte seien aufgrund des Wetters vernichtet worden. Auch er hat deshalb einen Antrag auf Entschädigung beim Landratsamt gestellt. Ob er diese erhalten wird, steht noch nicht fest. Andres Henes: „Mir liegt noch kein Bescheid vor. Aber ich rechne mit nichts und freue mich deshalb über alles, was ich vielleicht bekommen werde.“

Im Landkreis Waldshut lag die betroffene Obstfläche unter 100 Hektar. Alle betroffenen Betriebe mussten sich beim Landwirtschaftsamt melden. Die zu berücksichtigende Schadenshöhe liegt im Landkreis Waldshut bei rund 620 000 Euro, informiert Ludwig Käppeler vom Landwirtschaftsamt Waldshut. Die Bruttobeihilfe der gewährten Zuwendungen beträgt aber maximal 50 Prozent des Gesamtschadens, und es werden maximal 50 000 Euro pro Betrieb ausbezahlt. Schäden unter 3000 Euro Subventionswert konnten laut Landratsamt nicht berücksichtigt werden. Das ist beispielsweise bei der Winzergenossenschaft Erzingen der Fall. Laut Vorsitzendem Martin Stoll sind die Betriebe alle zu klein, weil sie ausschließlich im Nebenerwerb Wein anbauen.

Die Entschädigungs-Zahlungen auf den Weg gebracht hat das Landeskabinett am 2. Mai mit der Feststellung einer Katastrophensituation. Hintergrund war der massive Frosteinbruch vom 19. bis 21. April. Somit wurden die nach dem EU-Beihilferecht vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt, um den betroffenen Landwirten finanzielle Hilfen des Landes zukommen lassen zu können. Vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags werden die vom Kabinett beschlossenen Ad-hoc-Hilfen in Höhe von 49,44 Millionen Euro im ersten Quartal 2018 an die betroffenen 2500 Landwirte und Winzer ausbezahlt, informiert Ludwig Käppeler.

Die Zahlungen richten sich nach der berechneten Schadenshöhe im betroffenen Betrieb. Wie viel Geld letztendlich im Landkreis ausbezahlt werden kann, ist zu jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu beziffern. Der genaue Betrag kann erst festgelegt werden, wenn bei allen Fällen die Unterlagen vollständig sind und landesweit alle Schäden berechnet sind.

 

So sieht es im Bodenseekreis aus

  • Schäden: Mit einer Summe von 33 Millionen Euro haben die Schäden beziehungsweise der Ernteausfall bei der Obsternte den Bodenseekreis am stärksten in ganz Baden-Württemberg getroffen. Davon entfielen knapp 30 Millionen Euro auf das Kernobst, 2,6 Millionen Euro auf Steinobst und 600 000 Euro auf Beeren. Dahinter rangiert der Ortenaukreis mit 18,9 Millionen Euro. Dies geht aus der aktuellen Schadensbilanz des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hervor.
  • Hilfe: Insgesamt summieren sich die Einbußen im Obst- und Weinbau auf rund 120 Millionen Euro. 367 Landwirte aus dem Kreis haben Anträge auf Bewilligung von Ausgleichshilfen gestellt. Dafür hat die Landesregierung eine Ad-Hoc-Hilfe in Höhe von fast 50 Millionen Euro beschlossen, der der Landtag noch zustimmen muss. Anfang 2018 sollen die Beträge ausgezahlt werden.
  • Weinbau: Ganz verschont wurden nach dieser Statistik die Winzer im Bodenseekreis, während der Weinbau in anderen Anbaugebieten des Landes Schäden von insgesamt 26,9 Millionen Euro beklagt.

Hanspeter Walter

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