Eigentlich ist Halbzeit angebrochen: Seit zweieinhalb Wochen läuft die Sanierung der Landesstraße 155 zwischen Wehr und Rickenbach. Bis Ende August sollten die Arbeiten fertig sein. Doch nun verzögert sich der Ablauf offenbar um eine Woche. Das sagt Melanie Wodtke vom Regierungspräsidium Freiburg: "Wir haben nach den Fräsarbeiten mehr Stellen gefunden, die komplett ausgebessert werden müssen." Ungewöhnlich sei das nicht, sagt sie: "Das sieht man meist erst, wenn alles offen ist."

Kosten belaufen sich auf rund 650 000 Euro

Mit der Sanierung der L 155, deren Kosten sich laut Regierungspräsidium auf rund 650 000 Euro belaufen, soll eine Dauerbaustelle ein Ende finden. Denn die schmale Straße im Wehratal musste in der jüngsten Vergangenheit wegen zahlreicher Hangrutsche und Felsabgänge immer wieder ausgebessert werden.

"Bedenkt man, wie alt die Straße ist und wie problematisch der Untergrund, ist das nicht überraschend", erklärt Melanie Wodtke. Im vergangenen Jahr hatte das Land Baden Württemberg deshalb viel Geld in die Hand genommen – rund 450 000 Euro -, um an neuralgischen Punkten Stützmauern einzuziehen. "Natürlich erhoffen wir uns, dass wir durch diese Maßnahmen die Rutschungen besser in den Griff bekommen", sagt Wodtke.

Bauarbeiter Tassilo Gmyrek verdichtet den Schotter dort, wo der Straßenbelag komplett neu aufgelegt werden muss.
Bauarbeiter Tassilo Gmyrek verdichtet den Schotter dort, wo der Straßenbelag komplett neu aufgelegt werden muss. | Bild: Reinhardt, Lukas

Seit Anfang August wird nun ab Höhe des Gasthofs Waldstüble (Schneckenkarle) bis Kreuzung Rüttehof auf dem zwei Kilometer langen Streckenabschnitt der Asphalt erneuert. "Zum Großteil fräsen wir einen Teil ab und erneuern lediglich Tragschicht und Feinbelag", sagt Wodtke.

Letzter Sanierungsabschnitt im kommenden Jahr

Etwa ein Viertel des Bauabschnitts müsse jedoch komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. "Insgesamt erneuern wir so rund 13 000 Quadratmeter Asphalt", sagt Bauleiter Jannik Paul. Der letzte Sanierungsabschnitt bis Bergalingen soll dann im kommenden Jahr folgen, sofern das Geld vorhanden ist, heißt es von Seiten des Regierungspräsidiums.

Die Vollsperrung der L 155, die bereits ab Ortsausfahrt Wehr angekündigt wird, missachten dabei offenbar immer mehr Autofahrer. Das beobachtet Hans-Peter Kikillus, Betreiber des Gasthofs Waldstüble. "Pro Tag fahren hier trotzdem mindestens 20 Autos vorbei", ärgert er sich: "Teilweise sind sie so frech und öffnen einfach die Absperrung."

Forstarbeiten zur Verkehrssicherung

Die Forstbetriebe der Stadt Wehr und des Landkreises Waldshut nutzen die Vollsperrung für Hiebarbeiten entlang der Straße. "Für Waldbesitzer besteht eine Verkehrssicherungspflicht", erklärt Georg Freidel, Stadtförster in Wehr. Rund 20 Bäume, die eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellten, haben seine Arbeiter deshalb bislang geschlagen. Mehr sei nicht möglich gewesen, obwohl es der Plan anders vorsah, so Freidel: "Ein Gutachten hat ergeben, dass die Bäume im Stadtwald teilweise als Sommerquartier für geschützte Fledermäuse dienen."