Vor 25 Jahren

„Die Stange Zigaretten, die Grenzgänger Verwandten und Freunden aus der Schweiz mitbrachten, ist ab sofort tabu“, berichtete der Alb-Bote am 2. September 1993. „Berufspendler, die zwischen deutschem Zollamt und Arbeitsplatz in der Schweiz mehr als 15 Kilometer zurücklegen, unterlagen bisher den Bestimmungen des großen Reiseverkehrs und durften, wie andere aus der Schweiz kommende Reisende, 200 Zigaretten und Waren im Wert von 115 DM zollfrei einführen.

Damit ist es nun vorbei. Nach einem Erlass des Bundesfinanzministeriums sind alle Berufspendler den Bewohnern grenznaher Gemeinden gleichgestellt, die sich an die Bestimmungen des kleinen Reisverkehrs halten müssen: 40 Zigaretten und Waren im Wert von 60 DM. Grund für die Neuregelung: Da der Finanzminister jetzt wegen der Unterstützung der neuen Bundesländer jeden Pfennig braucht, schmerzt ihn der von Zigarettenschmuggel verursachte Steuerausfall – 1993 wird er auf eine Milliarde DM geschätzt. Da will er auch an die kleinen Fische heran und verbietet, was bisher legal war, wenn auch manchmal überstrapaziert.“

Waldshut – „Zu wenig Käufer wollen momentan neue Büromöbel, was auch dem Drehstuhlhersteller Sedus Stoll Schwierigkeiten bereitet“, berichtete der Alb-Bote am 2. September 1993. „Zurzeit werden von der Firma erneut Arbeitsplätze abgebaut. Das Unternehmen (mit Stand vom Juli noch 550 Beschäftigte) will insgesamt 20 Stellen streichen. Den betroffenen Mitarbeitern werden Aufhebungsverträge angeboten. Die Geschäftsleitung verweist auf die schlechte Auftragslage und erklärt, der künftige Personalstand von 530 Mitarbeitern sei dieser Situation angepasst. Verschlechtere sie sich auch weiter, wolle man weitere Entlassungen vermeiden und stattdessen kürzer arbeiten. Bereits seit 1991 werden bei Sedus Arbeitsplätze abgebaut.“

Vor 50 Jahren

Lottstetten – Eine der größten Straßenbaumaßnahmen vor 50 Jahren ging im September 1968 ihrem Ende entgegen. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Umgehungsstraße Lottstetten als wichtige Transit-Straße der Linie Zürich-Schaffhausen-Stuttgart im Zuge der B 27 fertiggestellt. Das Vorhaben war vor Baubeginn heftig umstritten. Anlass für den Bau war, dass die Schweiz eine neue Straße von Zürich-Eglisau kommend bis an die Gemarkungsgrenze Lottstetten geführt hatte.

Vor 75 Jahren

Albbruck – „Die leichtsinnige Schießerei in Feld und Garten führte in Albbruck zu einem tödlichen Unglücksfall“, berichtete der Alb-Bote am 6. September 1943. „Ein 17-jähriger Junge aus dem Rheinland schoss auf Vögel und traf dabei die 35-jährige Frau Schreiber, die gerade im Garten beschäftigt war, ins Herz, worauf der Tod sofort eintrat. Gatte und zwei Kinder trauern um die gute Ehefrau und treusorgende Mutter. Die ganze Gemeinde nimmt Anteil an dem schweren Schicksalsschlag, der die Familie so hart getroffen hat.“

Vor 100 Jahren

Kreis Waldshut – „Ein brauchbarer Kriegstabak soll in folgender Weise herzustellen sein“, schrieb der Alb-Bote vom 2. September 1918. „Die entstielten Blätter des Rhabarbers, Huflattichs, Beinwell und der Sauerkirsche werden in einer Form gepresst und dann bei großer Hitze in der Ofenröhre drei Tage getrocknet. Sie werden hellbraun und beginnen zu schwitzen, wodurch die Gärung geschieht. Sind die Blätter trocken, legt man sie in ein Gefäß mit heißem Salzwasser, in dem man sie zwölf bis 24 Stunden lässt (Beizen). Hierauf werden sie ausgedrückt, etwas gerollt, grob oder dünn geschnitten. Auch kann man Rosenblüttenblätter, Waldmiester, Zigarrenabfälle usw. beimischen, um ein gutes Aroma zu bekommen.“