Es war nicht die erste und auch nicht die letzte Bootstour auf dem Hochrhein, die fröhlich begann, doch tragisch mit dem Tod durch Ertrinken endete. Wobei das Unglück mit vier Opfern vom 30. März 1890 in tückischen Wellen in Höhe Stadenhausen bei Laufenburg als eines der schlimmsten Ereignisse seiner Art gilt.

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In einer ersten Meldung vom 31. März war im Alb-Bote noch von sechs Toten unter acht Bootsinsassen die Rede. „Die Szene, welche sich abspielte, als die Unglücklichen erfolglos um ihr Leben kämpften“, hieß es weiter, „wird von Augenzeugen, die mit dem besten Willen keine Hilfe leisten konnten, als grauenvoll geschildert“. In der nächsten Ausgabe korrigierte der Alb-Bote die erste Meldung und nannte die Namen der vier Toten unter sechs Bootsinsassen. Es waren ein 22-jähriger Fabrikarbeiter aus Luttingen sowie drei Fabrikarbeiterinnen im Alter von 24, 25 und 26 Jahren, alle drei Schweizerinnen, die aus Mellingen, Trachselwald und Dübendorf stammten.

Übermut und Fahrlässigkeit als Ursache

„Das Boot, ein Weidling, geriet beim sogenannten ,Katzengraben‘ bei Stadenhausen in hochgehende Wellen“, beschrieb der Alb-Bote den Unglückshergang, „stieß auf eine Nagelfluh, in Folge dessen das Schiff sich drehte und sank. Die beiden Fährleute konnten sich durch Schwimmen retten“. Auf „Übermut und Fahrlässigkeit“ sei das Unglück zurückzuführen, informierte der Alb-Bote einige Tage später. „Insbesondere fahrlässig hat der Besitzer des Weidling, August H. von Luttingen, gehandelt“, hieß es. Sein nur zur Fischerei erlaubtes Boot sei außerdem in einem so schlechten Zustand gewesen, dass es mit sechs Personen zu stark belastet gewesen sei. Auch den zweiten Überlebenden, den Taglöhner Emil E. von Luttingen, treffe ein Schuld am Unfall, „weil er sich, des Fahrens unkundig, am Lenken des Schiffes beteiligte und geradezu in das Unglück hineinfuhr“.

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„Von den bei Laufenburg ertrunkenen vier Personen sind am 10. und 11. Mai bei Sisseln die Leichen der Magdalena M. aus Trachselwald und der Emilie F. von Mellingen geländet worden“, endete zunächst die Berichterstattung zu diesem Unglück.