Jetzt ist es offiziell: Rita Schwarzelühr-Sutter wird erneut für die SPD im Wahlkreis Waldshut/Breisgau-Hochschwarzwald bei der Bundestagswahl 2017 ins Rennen gehen. 64 von insgesamt 86 wahlberechtigten Delegierten aus den Ortsvereinen der beiden Kreisverbände waren zur Nominierungskonferenz nach Rothaus gekommen. 62 Delegierte gaben der Bundestagsabgeordneten und Staatssekretärin in geheimer Wahl ihre Stimme, zwei votierten mit Nein.

Mit Beifall, Umarmungen und einem großen Blumenstrauß gratulierten die Parteikollegen Rita Schwarzelühr-Sutter. Sie hatte keinen Gegenkandidaten. Als eine Politikerin, die nicht nur in Berlin Politik macht, sondern immer wieder den Weg zurück in die Kommune findet, wurde sie von Ex-SPD-Kreisrat Hans-Jürgen Bannasch beschrieben. Birte Könnecke, Vorsitzende der SPD Breisgau-Hochschwarzwald, leitete die Konferenz. Rita Schwarzelühr-Sutter legte Erreichtes, Herausforderungen, Positionen und Ziele der SPD dar und streifte dabei eine Vielzahl von Themen auf globaler und lokaler Ebene. Breiten Raum nahm das Thema Flüchtlinge ein. Beifall bekam Schwarzelühr-Sutter, als sie die Bereitschaft, Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung aufzunehmen, nicht nur eine Verpflichtung aus dem Grundgesetz nannte, sondern auch eine christliche: "Ich bin Katholikin." Das neue Integrationsgesetz sieht sie als wichtigen Baustein, ausschlaggebender Faktor sei aber der gesellschaftliche Zusammenhalt: "Gerade deshalb ist das ehrenamtliche Engagement so wertvoll." Mit Blick auf die Schweiz sprach sie über Atomkraft und Fluglärm. "Die Kernkraft ist überholt und veraltet, sie gehört ins Museum, überall auf der Welt", sagte sie unter dem Beifall der Delegierten.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien stellte sie die Entscheidung des Höchenschwander Gemeinderats, keine Windräder auf dem Gießbacher Kopf zu wollen, in Frage. In Sachen Fluglärm sieht sie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in der Pflicht und hob hervor, dass nicht Fluglärmmessungen, sondern Flugbewegungen der entscheidende Faktor seien. Die Forderung nach Nachhaltigkeit in allen Bereichen war Kern ihrer Rede. Wachstum ohne Grenzen sei keine Option für die Sozialdemokraten. Sie blickte zuversichtlich auf das Wahljahr 2017: "Die SPD wird wieder wahrgenommen als Alternative, als politische Kraft."

Zur Person

Rita Schwarzelühr-Sutter, geboren 1962 in Waldshut, ist Diplom-Betriebswirtin, hat zwei erwachsene Söhne und lebt in Lauchringen. Sie kam über ihr Engagement in der Anti-Atomkraftbewegung im Grenzgebiet Deutschland/Schweiz in die Politik. Von 1997 bis 2005 war sie persönliche Referentin der damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Karin Rehbock-Zureich, 2005 wurde sie selbst in den Bundestag gewählt. 2009 verfehlte sie die Wiederwahl knapp, rückte aber durch den Tod von Hermann Scheer über die Landesliste nach und ist seit Oktober 2010 wieder Mitglied des Bundestags. Nach der Regierungsbildung 2013 wurde sie zur Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ernannt. Vor Ort ist sie als Vorsitzende des SPD Kreisverbandes Waldshut aktiv.