Nicht erst mit der Schließung des Bad Säckinger Spitals begann die Diskussion um die Notfallversorgung im Landkreis Waldshut. Die wichtigsten Träger der Notfallversorgung sind allerdings andere:

  • Die Rettungswachen des DRK sind das wesentliche Gerüst der Notfallversorgung im Kreis. Zuständig für die Festlegung der Standorte und Dienstzeiten der Rettungswachen im Landkreis Waldshut ist der Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich, dessen Vorsitzender Peter Hofmeister ist.
Bild: Daniel Fleig

Nach der Schließung des Bad Säckinger Spitals Ende vergangenen Jahres hatte der Ausschuss die Entwicklung der Notfallversorgung sehr genau beobachtet und ein Gutachten in Auftrag gegeben, ob und wie gegebenenfalls nachjustiert werden soll. Nun sind bereits erste Beschlüsse gefasst worden, so der DRK-Kreisvorsitzende.

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  • Notärzte: Die Nofallversorgung durch Sanitäter des DRK darf nicht mit der notärztlichen Versorgung verwechselt werden. Zwar werde sie ebenfalls vom Bereichsausschuss geplant, organisiert werde sie aber von den Spitälern und der Kassenärztlichen Vereinigung, so Peter Hofmeister. Weil die Zahl der Notärzte abgenommen habe, gebe es zwischenzeitlich einen „Wettbewerb der Standorte“; der Flächenkreis Waldshut habe hier erhebliche Nachteile. Im Gegensatz zu den Sanitätern können die Notärzte die gesetzliche Hilfsfrist nur selten einhalten. Dies wiederum hat Folgen für die Sanitäter, die die – aus Patientensicht – immer breiter werdende Lücke zwischen Hausarztbesuch und Notarztalarmierung schließen müsse, so das DRK. Die Notfallsanitäter fordern deshalb mehr Kompetenzen, beispielsweise bei der Verabreichung von Schmerzmedikamenten.
15 Minuten nach der Alarmierung sollte der Notarzt am Einsatzort sein. BILD: DPA
15 Minuten nach der Alarmierung sollte der Notarzt am Einsatzort sein. BILD: DPA | Bild: unbekannt
  • Rettungshubschrauber: Für die Standorte der Rettungshubschrauber ist das Land Baden-Württemberg zuständig. Anfang des Jahres wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Strukturen im Rettungswesen überprüfen soll. Ziel sei es, „auch die Versorgung durch die Luftrettung zur Nachtzeit“ zu verbessern. Mittlerweile kann der Rettungshubschrauber aus Villingen-Schwenningen auch nachts fliegen. Dennoch werde auf deutscher Seite die Möglichkeit genutzt, die Schweizer Rega oder andere Rettungsgesellschaften anzufordern, da dies technisch weniger aufwendig sei. Ergebnisse des Gutachtens sollen nach Kenntnis von Peter Hofmeister erst im Herbst 2019 vorliegen. „Es ist nicht akzeptabel, dass wir nochmal ein Dreivierteljahr auf dieses Gutachten warten müssen“, so Kreisrat Klaus Denzinger empört. Er werde Landrat Martin Kistler auffordern, beim Innenministerium auf eine schnellere Veröffentlichung zu drängen.
Die Rettungshubschrauber der schweizerischen REGA sind – vor allem nachts – auch auf der deutschen seite im Einsatz. Bild: Archiv
Die Rettungshubschrauber der schweizerischen REGA sind – vor allem nachts – auch auf der deutschen seite im Einsatz. Bild: Archiv | Bild: Uwe Kaier