Die Bestimmung von förderfähigen landwirtschaftlichen Flächen bereitet immer wieder Probleme. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Reinhold Pix (Grüne) hatten sich Peter Hauk, Minister für den ländlichen Raum, und Umweltstaatssekretär André Baumann mit Landwirten und Behördenvertretern in Ibach getroffen. Nach einer Exkursion zu einer Weidefläche stand eine öffentliche Diskussionsrunde auf dem Programm.

Rund 50 Teilnehmer

Rund 50 Teilnehmer, Landwirte, Vertreter von Landschaftserhaltungsverbänden, Schwarzwaldverein sowie Landwirtschafts- und Naturschutzbehörden aus mehreren Landkreisen, einige Teilnehmer waren sogar von der Schwäbischen Alb angereist, hatten sich in Ibach eingefunden. Wie wichtig der Beitrag der extensiven Weidetierhaltung nicht nur für die Produktion regionaler Produkte, sondern auch für die Offenhaltung der Landschaft und damit den Naturschutz sowie für Tourismus und Wirtschaft ist, wurde bei dem Vor-Ort-Termin deutlich. Problematisch ist indes die Bestimmung der förderfähigen landwirtschaftlichen Flächen, Kontrollen verursachen enormen Verwaltungsaufwand und stellen die Existenz zahlreicher Betriebe in Frage. Und Sanktionen und existenzbedrohende Rückforderungen tun ein Übriges.

Exkursion zu einer Weidefläche

Nach einer Exkursion zu einer Weidefläche, bei der einige Probleme zur Sprache kamen, stand in der anschließenden Diskussionsrunde Lösungsansätze zur Diskussion. Die Offenhaltung der Landschaft sei nur mit Tierhaltung möglich, Mulchen zerstöre die Tier- und Pflanzenvielfalt, sagte Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser eingangs. Aber: Der Strukturwandel in der Landwirtschaft sei in vollem Gange, der bürokratische Aufwand und die Ungewissheit mache vielen Betrieben „den Gar aus“, fuhr er fort. Vorfahrt für die Landwirtschaft sei erforderlich, denn Landwirte seien die besten Naturschützer. Es gelte, den Landwirten verlässliche Regeln an die Hand zu geben. Dem stimmte Umweltstaatssekretär Baumann in vollen Umfang zu. Es gelte, möglichst pragmatische Lösungen zu finden. Derzeit seien Landwirtschafts- und Umweltministerium dabei, eine Handreichung zu erarbeiten, um die Bruttoflächen zu definieren, es solle „Licht in den Dschungel“ gebracht werden.

Strukturwandel in der Landwirtschaft

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft macht auch dem Grünen-Politiker Reinhold Pix Sorgen, man müsse Lösungen für die Bruttoflächenproblematik finden, um die Reste der Landbewirtschaftung zu erhalten, sagte er. Wichtig sei insoweit insbesondere die Sicherheit der Betriebe. In der von Roland Schöttle (Naturpark Südschwarzwald) moderierten Diskussionsrunde bestätigte der Ibacher Landwirt Clemens Speicher, dass die Offenhaltung der Landschaft nur durch Viehbesatz erreicht werden könne und forderte eine Unterstützung die Halter. Als Landwirt hocke man zwischen allen Stühlen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, monierte er. Die Auflagen des Naturschutzes müssten so sein, dass eine Beweidung möglich sei, erklärte Baumann. Es stelle sich aber die Frage, wie dies zu erreichen sei. Im weiteren Verlauf wurden zahlreiche Detailfragen erörtert.