Eine beeindruckende Lehrfahrt unternahmen Vorstandsmitglieder der Siedlergemeinschaften im Bezirk Waldshut mit ihren Partnern. Perfekt von der Bezirksvorsitzenden Gabi Zeller (Geißlingen) organisiert, konnten die 50 Teilnehmer ihren Blick für Natur, Forst und Gartenbau neu justieren. Bei einer rund zweistündigen Führung durch das Versuchsgelände Liliental der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, wurden den Besuchern aus dem Klettgau, Eggingen, Wutöschingen, Lauchringen, Waldshut, Dogern und Albbruck die unterschiedlichen Baumplanzungen erläutert.

Veredelung von Samenpflanzen

Dabei erfuhren die Siedlerfreunde viel über Veredelung von Samenpflanzen und Klone. Vor Jahren wurden die Samen aus den Baumwipfeln noch mit mittelalterlich anmutenden Methoden geholt. Dazu wurden Baumsägen mit Pfeil und Bogen oder Armbrüsten über Äste geschossen. Inzwischen werden dafür professionelle Baumkletterer eingesetzt. Die Aufzucht von Baumpflanzen gestaltet sich sehr aufwendig, deshalb koste zum Beispiel ein Kilogramm veredelter Kirchkerne (Samen) etwa 120 Euro, erfuhren die Siedler.

Ein Paradies für Insekten

Ein Teil der Forschungsanstalt gelte auch der Sicherung von Genmaterial von Bäumen aus unterschiedlichen Höhenlagen. Der Weg führte die Teilnehmer über bunte Blumenwiesen – ein Paradies für die auf den Versuchsgelände gehaltenen Bienen. Auswirkungen des Klimawandels wurden den Besuchern ebenfalls vor Augen geführt. Noch ragen die Mammutbäume majestätisch in den Himmel. Bei genauerem Hinsehen wurden die Schäden aber deutlich – ihr Ende auf der Gelände der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Lilinetal sei absehbar, erfuhren die Besucher aus dem Kreis Waldshut.

Bauerngarten mit alten Gemüsesorten

Am Nachmittag ging es in den Bauerngarten von Sibylle und Hans Breisacher nach Ihringen. Nach einem launigen Empfang mit Humor viel Herz und einem Gläschen Apfelsaft mit Schuss, zeigten die beiden stolz ihren prächtigen Garten. Bei jedem erklärenden Satz wurde ihre Begeisterung für ihre Anlage deutlich. Ur-Reben, alte und neue Gemüsesorten, Kräuter, Maulbeerbäume aber auch exotische Früchte und Pflanzen sowie ein reiche Blumenvielfalt machen aus dem Besuch des Bauerngartens ein Erlebnis.

Hans Breisacher war bis zu seiner Pensionierung Kellermeister im Staatsweingut Blankenhornsberg. Seit seiner Pensionierung stecken er und seine Frau noch mehr Energie in ihren Garten, der eigentlich ein „Gesamtkunstwerk“ ist. Geduldig und fachkundig wurden die vielen Fragen der Siedlerfreunde beantwortet. Erstaunt waren die Gäste, dass im Nutzgarten die Pflanzen nach dem „Angießen“ nicht mehr bewässert werden. „Die Pflanzen holen sich das Wasser aus tieferen Erdschichten“, erklärte Hans Breisacher.

Die Ihringer Landfrauen sorgten mit leckeren Kuchen und Kaffee für einen gelungenen Abschluss der eindrücklichen Erlebnisse im Forst und dem Erlebnisgarten.