Die Bestürzung ist Rickenbachs Bürgermeister Dietmar Zäpernick auch zwei Tage nach dem verheerenden Großbrand in Hütten deutlich anzumerken: "Es ist unvorstellbar, was hier an Werten verloren gegangen ist – materiellen genauso wie ideellen", schildert er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Haus sei nicht mehr bewohnbar, die darin befindlichen Wohn- und Gewerberäume von den Flammen und dem Löschwasser zerstört. Unmittelbar betroffen sind eine sechsköpfige Familie, die in dem Haus lebte und sich derzeit im Urlaub befindet, sowie ein Mann, der in einem Wohn- und Gewerbebereich des Hauses lebte und bei dem Feuer leicht verletzt wurde.

Das Haus am Tag danach. Es ist nicht mehr bewohnbar.
Das Haus am Tag danach. Es ist nicht mehr bewohnbar. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Hausbewohner werden anderweitig untergebracht

Immerhin: "Niemand wird nach diesem schrecklichen Ereignis obdachlos", so Zäpernick. Der inzwischen aus dem Krankenhaus entlassene Mann sei bereits anderweitig untergekommen. Für die Familie gebe es sogar zwei mögliche Alternativen: Zum einen verfügt die Gemeinde über eine Wohnung zur Notunterbringung von Bürgern, zum Anderen sei aber auch aus der Bürgerschaft ein Angebot zur Unterbringung der Familie gemacht worden. Zäpernick weiter: "Am Wochenende wird der Familienvater zurückkommen und sich persönlich ein Bild machen.

Ermittlungen zur Brandursache dauern an

Noch nicht geklärt ist derweil die Ursache für den Brand, der einen Schaden im sechsstelligen Bereich angerichtet und zu einem Großeinsatz von 170 Feuerwehrleuten geführt hat. Laut einer ersten Mitteilung der Polizei vom Sonntag ist wohl von einem technischen Defekt auszugehen: "Unsere Sachverständigen haben die genauen Untersuchungen übernommen. Noch liegt kein Ergebnis vor", erklärte der Pressesprecher der Polizei Waldshut-Tiengen, Mathias Albicker am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Starke Rauchentwicklung erschwerte die Arbeiten der Einsatzkräfte.
Starke Rauchentwicklung erschwerte die Arbeiten der Einsatzkräfte. | Bild: Julia Gerber

Das Feuer war am frühen Sonntagmorgen gegen 1.20 Uhr gemeldet worden. Beim Eintreffen von Feuerwehr und Polizei am Ort des Geschehens stand das Gebäude bereits in Vollbrand, so die Polizei. Unklar war zunächst, wie viele Menschen sich möglicherweise in dem Gebäude befinden. Seitens der Polizei war zunächst die Rede davon, dass lediglich ein Mann in dem Haus wohnte. Dieser erlitt eine leichte Rauchvergiftung und wurde im Krankenhaus behandelt.

Die Feuerwehr Bad Säckingen musste über die Drehleiter das Dach öffnen.
Die Feuerwehr Bad Säckingen musste über die Drehleiter das Dach öffnen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Die sechsköpfige Familie befand sich indes zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus, sondern ist im Urlaub. Eine weitere im Haus befindliche Wohnung, die lediglich sporadisch bewohnt sei, stand leer, so Polizeisprecher Albicker.

Starke Rauchentwicklung erschwert Arbeit für Feuerwehr

Im Verlauf des Brandes wurden rund 170 Feuerwehrmänner der Rickenbacher Feuerwehrabteilungen sowie der Feuerwehren Bad Säckingen mit Drehleiter, aus Wehr und Herrischried zum Brandort hinzugezogen. Dies wurde insbesondere durch die starke Rauchentwicklung notwendig, die den Einsatz von Atemschutzträgern bedingte. Ebenfalls im Einsatz war das DRK.

Die Löscharbeiten waren erst zwischen 6 und 7 Uhr beendet, die Feuerwehren rückten nach und nach ab. Zurück blieb eine Brandwache, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass unentdeckte Glutnester nochmals aufflammten.

Ein Brand zerstörte in der Nacht zum Sonntag ein umgebautes Bauernhaus. Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten war im Einsatz.
Ein Brand zerstörte in der Nacht zum Sonntag ein umgebautes Bauernhaus. Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten war im Einsatz. | Bild: Scheibengruber, Matthias