Muss man alles machen, nur weil andere es tun? Die Haltung unseres Landkreises ist eindeutig: nein. Ringsum werden feste Blitzer aufgestellt. In Waldshut ist das kein Thema. Und das ist gut so.

Denn der Kreis ist ein Autofahrergebiet, das zeigt die Fahrzeugdichte. Durchschnittlich haben rund 74 Prozent aller Menschen über 18 Jahren ein Auto. Warum? Nicht, weil wir uns das selbst so ausgesucht haben – auch wenn viele tatsächlich gerne Auto fahren.

Aufgeschmissen ohne Auto

Bei den gegebenen Strukturen ist man vielerorts ohne eigenes Fahrzeug schlicht aufgeschmissen. Und die Bedingungen auf der Straße sind dabei auch nicht besonders gut: Weite Wege, lange Staus, mancherorts fehlende Umgehungsstraßen, eine Autobahn als unendliche Geschichte. Deshalb ist es wirklich fair, dass nicht auch noch feste Blitzer aufgestellt werden.

Zu hohe Geschwindigkeit ist ein Problem

Wovor man die Augen aber nicht verschließen darf: Zu hohe Geschwindigkeit ist eine häufige Unfallursache in unserer Region. Zu häufig. Deshalb ist die Geschwindigkeitsüberwachung an Gefahrenstellen immens wichtig.

Überraschungseffekt

Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer häufiger eine bestimmte Strecke fährt, weiß doch schnell, wo er aufpassen muss und wo er freie Fahrt hat. Wer bewusst zu schnell fahren will und damit sich und andere gefährdet, der lässt sich nicht durch eine Blitzersäule bremsen.

In diesem Fall finde ich die mobile Variante deutlich geschickter: Der Überraschungseffekt ist größer und ein zusätzlicher Dialog mit der Polizei sicher lehrreicher als nur der Bußgeldbescheid.

Und dann gibt es noch den finanziellen Aspekt. Klar geht es um die Sicherheit, aber so eine Radarfalle spült auch Einnahmen in die kommunalen Kassen.

Ich finde es gut, dass unser Kreis sich hier zurückhält und den ohnehin geplagten Autofahrer in dieser Hinsicht fahren lässt – sofern dieser denn kann.

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