Die Anforderungen an Feuerwehrleute sind groß. Wenn es brennt, sind sie zur Stelle und begeben sich für andere in Gefahr. Für die Fahrer der Löschfahrzeuge beginnt die eigentliche Arbeit zudem nicht erst am Einsatzort, sondern bereits mit dem Starten des Motors in der Feuerwache. Ab diesem Moment zählt jede Minute.

Bei Einsatzfahrten fährt das Risiko mit

Für die Fahrer sind die Anforderungen hoch, denn Einsatzfahrten sind stets mit hohem Risiko verbunden. Damit die sogenannten Maschinisten oder Sonderfahrzeugführer ihre zehn bis 18 Tonnen schweren Fahrzeuge auch unter extremen Bedingungen beherrschen, müssen sie einen kühlen Kopf bewahren und an Spezialausbildungsseminaren teilnehmen.

Ab der Alarmierung ist viel Adrenalin im Spiel

„Wir müssen und wollen schnell helfen, da ist ab der Alarmierung viel Adrenalin und Stress im Spiel“, sagt Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger. Erst kürzlich haben 64 Fahrer von 32 Feuerwehren und sechs Werksfeuerwehren aus dem Landkreis und der benachbarten Schweiz sowie dem Technischen Hilfswerk Waldshut-Tiengen am Seminar „Fit im Verkehr“ des Landkreises und der Verkehrsfachschule Markdorf in Albbruck teilgenommen.

Auch langsam fahren ist eine Herausforderung. Während Peter Kern am Steuer sitzt, wird er von Alexander Förster (beide von der Freiwilligen Feuerwehr Klettgau) eingewiesen. Bilder: Peter Rosa
Auch langsam fahren ist eine Herausforderung. Während Peter Kern am Steuer sitzt, wird er von Alexander Förster (beide von der Freiwilligen Feuerwehr Klettgau) eingewiesen. Bilder: Peter Rosa | Bild: Peter Rosa

Theorie: Sonderfahrzeugführer müssen sich im Straßenverkehr immer sicher fühlen. In Theorieeinheiten erlernen sie Neuerungen im Straßenverkehrswesen sowie alles über das Sonder- und Wegerecht. Dieses beschreibt, was unter Blaulicht erlaubt ist und was nicht. So haben Einsatzfahrzeuge im Blaulicht-Einsatz immer Vorfahrt, dürfen über rote Ampeln fahren und andere Verkehrsteilnehmer müssen ihnen Platz machen. Dennoch gelten die Grundsätze der Sorgfaltspflicht und der Verhältnismäßigkeit.

Auch Feuerwehrleute dürfen nicht rasen

„Wir dürfen zwar geringfügig schneller fahren, als erlaubt, aber Rasen, zum Beispiel in 30er-Zonen, geht natürlich nicht“, erklärt Rotzinger. Unfälle seien zwar selten, aber sie kommen vor. Handelt ein Fahrer dabei fahrlässig, erhält er eine Teilschuld. Ebenfalls Teil der theoretischen Ausbildung sind Bremswegberechnungen der schweren Fahrzeuge sowie ihre Fahrdynamik. Zum Beispiel, wie sich ein Fahrzeug verhalten kann, wenn der Inhalt eines halbvollen Wassertanks hin- und herschwappt.

32 Fahrzeuge und doppelt so viele Maschinisten bereiteten sich im Gewerbegebiet Albbruck auf den Enstfall vor.
32 Fahrzeuge und doppelt so viele Maschinisten bereiteten sich im Gewerbegebiet Albbruck auf den Enstfall vor. | Bild: Peter Rosa

Praxis: Sonderfahrzeugführer tragen eine hohe Verantwortung. Zwar besitzt jeder von ihnen den notwendigen Lastwagen-Führerschein, berufliche Lastkraftfahrer mit entsprechender Fahrpraxis sind aber die wenigsten. Dennoch müssen sie so schnell wie möglich am Einsatzort sein. Gleichzeitig sind sie für die Sicherheit der bis zu neun mitfahrenden Kameraden und des Fahrzeugs selbst verantwortlich. Den restlichen Straßenverkehr dürfen sie nicht unnötig gefährden und nicht immer reagieren andere Verkehrsteilnehmer, wie gesetzlich vorgeschrieben.

Fahrer müssen stressresistent sein

Allein diese Anforderungen gleichzeitig zu erfüllen, verlangt den Fahrern eine weitere ab: Stressresistenz. Die Beherrschung des jeweiligen Fahrzeugs ist dabei eine weitere Grundvoraussetzung: Im Einsatz müssen sie unter Blaulicht tags wie nachts und bei Nässe oder Glatteis sicher anderen Fahrzeugen ausweichen, enge Gassen durchqueren und am Einsatzort in Position rangieren.

Auch langsam fahren ist eine Herausforderung. Während Peter Kern am Steuer sitzt, wird er von Alexander Förster (beide von der Freiwilligen Feuerwehr Klettgau) eingewiesen.
Auch langsam fahren ist eine Herausforderung. Während Peter Kern am Steuer sitzt, wird er von Alexander Förster (beide von der Freiwilligen Feuerwehr Klettgau) eingewiesen. | Bild: Peter Rosa

Dies erfordert ein gutes Gefühl für die Ausmaße der sieben Meter langen und 2,5 Meter breiten Fahrzeuge, ihre Straßenlage und ihr Fahrverhalten im Gelände und in brenzligen Situationen. Auch hierzu wurden in Albbruck an sechs Stationen entsprechende Übungen durchgeführt, unter anderem eine Gefahrenbremsung, ein Handling-Parcours und Bremsungen auf nassem Untergrund.