Eine Zeit lang waren die sogenannten Foodtruck-Festivals buchstäblich in aller Munde. Gefühlt jede Woche rollten die kulinarischen Karawanen an einen anderen Ort, häufig in Verbindung mit verkaufsoffenen Sonntagen wie beispielsweise in Waldshut und Tiengen, um hungrige Besucher mit gegrillten Rindfleisch-Burgern, gerupftem Schweinefleisch – Pulled Pork genannt –, Falafel, den orientalischen Kichererbsenbällchen, gefüllten mexikanischen Tortillafladen namens Burritos oder mit Lángos, den ungarischen Fladenbroten, zu verköstigen.

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Aus dem Nachbarland kommt nun ein neuer lukullischer Trend. In der Schweiz (wo sonst!) finden seit ein paar Jahren sogenannte Käsefeste statt. Ein eigens gegründeter Trägerverein mit dem englischen Namen Cheese-Festival, dem eidgenössische Milchproduzenten und -verarbeiter angehören, hat sich laut eigenen Angaben unter anderem zum Ziel gesetzt, die Wertschöpfung der Käseproduktion zu fördern.

Käsespezialitäten auf einer Platte (Archivfoto).
Käsespezialitäten auf einer Platte (Archivfoto). | Bild: Martin Schutt

Bei den Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr beispielsweise in Luzern, Thun und Lugano stattfanden, können Besucher die längste Käsetheke der Schweiz bestaunen, den Käsern bei der Arbeit über die Schulter schauen und Käse in all seiner Vielfalt beschnuppern und probieren.

Die nächste Gelegenheit dieser Art gibt es bereits am kommenden Samstag, 25. Januar, denn dann findet das Käsefest in Basel statt. Einer, der an diesem Tag höchstwahrscheinlich einen großen Bogen um die Markthalle in der Nähe des Bahnhofs SBB machen wird, ist einer meiner Redakteurskollegen, dem Käse in keinster Konsistenz – weder als harter Emmentaler noch als weicher Camembert – auf den Tisch kommt.

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Ganz anders schaut es da bei der kleinen Tochter meiner Redakteurskollegin aus, die – so berichtet die Mama – ganz verrückt nach Käse ist.

Ob die Käsefeste irgendwann zu einer großen Bewegung werden, lässt sich schwer vorhersagen. Selbst wenn, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass beim Bockessen der Waldshuter Junggesellen, wo zuletzt statt Hammelfleisch Hirschgulasch serviert wurde, Käsefondue aufgetischt wird. Das wäre aus Sicht der Traditionalisten ganz schöner Käse.