Es gibt sie überall: Die schwarzen Schafe. Auch in der Landwirtschaft. Dies zeigt der aktuelle Fall eines Landwirts aus dem Kreis Waldshut. In Zeiten, in denen regionale landwirtschaftliche Produkte einen immer größeren Stellenwert haben, wird es für die Verbraucher immer wichtiger zu wissen, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden. Doch wie erkennt ein Verbraucher das? Und kann ich auf dem Ei erkennen, ob es der Henne gut ging?

Das rät der Landwirt: Kontakt halten

Oswald Tröndle, Landwirt aus Höchenschwand und Vorsitzender des BLHV-Kreisverbandes, rät Verbrauchern, Kontakt mit den Landwirten zu halten. Jeder könne „Tage der offenen Stalltüre“ besuchen, um zu sehen wie die Tiere gehalten werden. Viele Landwirte, wie auch Tröndle selbst, öffnen auch außerhalb solcher Aktionen, also täglich, ihre Stalltüre für Besucher.

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So könne sich jeder selbst ein Bild machen. Und auch auf dem Feld könne jeder live miterleben, was passiert. In jedem Dorf im Landkreis gebe es Höfe, in denen auch Bauernhofpädagogik angeboten wird, wo die Teilnehmer das Leben auf dem Hof hautnah miterleben könnten. Hier werden schon Kinder mit dem Landleben vertraut gemacht.

Die Haltungsformen von Hühnern

Das rät die Verbraucherzentrale: Auf die Kennzeichnung achten

„So eine Tierquälerei kann ein Verbraucher ja nie erkennen, er sieht ja die Verhältnisse auf dem Hof nicht“, sagt Christiane Manthey von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Das sind ganz tragische Dinge, die sich abspielen, die von außen nicht einsehbar sind“, so Manthey. Der Verbraucher könne höchstens genauer hinschauen, welcher Eindruck der Hofladen mache.

„Der einzige Punkt, den ein Verbraucher erkennt: Die Eier sollten nicht schmutzig sein“, sagt Manthey. Auch auf die Eierkennzeichnung sollte man beim Eierkauf achten. Aus dieser Kennzeichnung ergeben sich die Herkunft der Eier, die Haltungsform und das Bundesland.

Mit der Betriebsnummer könne der Verbraucher nichts mehr anfangen, es sei denn der Betrieb sei bei KAT registriert, dem Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen. Dann könne man laut Manthey auf dessen Internetseite den Erzeugercode eingeben und erfahre konkret, wo der Betrieb seinen Sitz hat. Der Verein hat zum einen die Rückverfolgung und Herkunftssicherung von Eiern aus Boden- und Freilandhaltung und aus ökologischer Erzeugung zum Ziel. Zum anderen steht KAT für die Durchsetzung einheitlicher Standards für seine Mitgliedsbetriebe in Europa.

Die Kennzeichnungsnummer auf dem Ei sollte man laut Manthey aber nicht mit der Packstellennummer auf der Packung verwechseln. Denn das Ei könne in einem anderen Land verpackt worden sein als dort, wo es ursprünglich herstamme.