kreis waldshut Kreis Waldshut: Denzinger nennt geheime Standortauswahl einen "Fasnachtsscherz"

Der FDP-Kreisrat hat kein Verständnis für das intransparente Verfahren bei der Bestimmung des künftigen Zentralklinikstandortes im Kreis: "Die haben nichts dazugelernt in Waldshut"

Der Wehrer Kreisrat Klaus Denzinger hat sich gestern als erster zur Nichtöffentlichkeit bei der Standortsuche für die Zentralklinik geäußert. „Ich glaube, das ist ein Fasnachtsscherz“, schimpfte Denzinger gegenüber unserer Zeitung. Er habe "überhaupt kein Verständnis", dass die Vorauswahl der Standortvorschläge hinter verschlossenen Türen stattfinden soll.

Zur Erinnerung: Am Montag hatte das Landratsamt bekannt gegeben, dass insgesamt neun Standorte aus sieben Kreisgemeinden vorlägen. Zudem hat die Behörde angekündigt, eine Vorauswahl werde nicht-öffentlich stattfinden. Erst der dann ausgewählte Favoritenkreis werde im März der Öffentlichkeit präsentiert.

FDP-Kreisrat Denzinger sagte gestern, für ein solches Vorgehen gebe es keinerlei Grund. Dass sich unter den Bewerbern private Grundstücksbesitzer befinden, die um ein nicht-öffentliches Verfahren gebeten hatten, lässt Denzinger als Argument nicht gelten. „Wer sich hier bewirbt, muss sich in so einer wichtigen Frage wie dem künftigen Standort der Zentralklinik einer öffentlichen Diskussion stellen.“

Denzinger, der selber Mitglied in der Grundstückskommission des Kreistages ist, die Anfang März die Favoriten-Standorte bestimmen soll, hofft noch auf ein Umdenken im Waldshuter Landratsamt. Er habe jedenfalls gestern im Landratsamt seine Meinung zur Sache deutlich zu Protokoll gegeben. Notfalls werde er die Grundstückskommission boykottieren. „Für mich ist klar: Wenn nicht alle Standorte von vorne herein der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden, werde ich nicht an der Sitzung dieser Kommission teilnehmen.“

In dem ganzen Verfahren um die Krankenhausfrage im Landkreis Waldshut sei schon „genug Porzellan zerbrochen worden“, sagte Denzinger. Die erneute Geheimniskrämerei sei deshalb nicht zu verstehen. Offenbar habe man im Landratsamt Waldshut noch überhaupt nichts dazu gelernt.

Er persönlich sehe zum jetzigen Zeitpunkt nur einen Standort, der für den gesamten Kreis in Frage kommen könne: Das sei Albbruck. Allerdings seien ihm auch nur die Standorte Wehr-Brennet, Albbruck und die zwei der Stadt Waldshut-Tiengen bekannt. Die anderen fünf Standorte, die das Landratsamt noch geheim hält, seien bis dato auch ihm noch unbekannt: „Und wenn sie weiterhin der Öffentlichkeit vorenthalten werden, will ich sie auch gar nicht wissen“, sagte Denzinger.

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