Die Schließung des Krankenhauses in Bad Säckingen hat sich negativ auf die Notfallrettung im westlichen Teil des Landkreises Waldshut ausgewirkt. Die Konsequenzen, die der Bereichsausschuss (zuständig für die Notfallrettung) daraus zieht, betreffen indes den gesamten Landkreis.

Drei Maßnahmen zur Linderung

So soll die Rettungswache in Wehr künftig an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt sein. Die Rettungswache in Waldshut soll mit einem weiteren Rettungswagen (Einsatzzeit 8 bis 20 Uhr) aufgerüstet werden. Und am Spital Waldshut soll im Jahr 2019 ein weiterer Notarzt Dienst tun.

Verbesserung der Hilfefristen

Grundlage dieser Entscheidungen ist ein Gutachten der Firma Berasys. Das Ergebnis und die Schlussfolgerungen präsentierten am Freitag in Waldshut Peter Hofmeister, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Säckingen und Vorsitzender des Bereichsausschusses, Regierungsdirektor Walter Scheifele (Landratsamt) und Patrick Frey, Leiter der Integrierten Leitstelle in Waldshut.

Scheifele fasste die geplanten Änderungen, die in Summe auch acht neue Stellen vorsehen (je zwei Rettungssanitäter und je zwei Rettungswagenfahrer für Wehr und Waldshut), so zusammen: „Das wird ein Quantensprung in der Einhaltung der Hilfefristen.“

Schlechte Zahlen für den Westen

Ein Quantensprung, der notwendig ist, weil sich durch die Schließung des Krankenhauses in Bad Säckingen die mittlere Einsatzdauer der Versorgungsbereiche Bad Säckingen, Laufenburg und Wehr erhöht hat. Der Grund: Die Rettungswagen müssen seither längere Wege zurücklegen, in der Regel ins Krankenhaus nach Waldshut. Dadurch sank die Sofortverfügbarkeit eines Rettungswagens im Bereich Bad Säckingen von 94,5 Prozent auf 91,7 Prozent ab. In Laufenburg von 82,2 auf 75,7 Prozent und in Wehr von 81,3 auf 79,7 Prozent.

Ja zu weiterem Rettungswagen

Verantwortlich für diese schlechteren Sofortverfügbarkeiten sind, wie bereits erwähnt, die in der Regel längeren Wege, aber auch die sogenannte georeferenzierte Alarmierung der Rettungswagen mittels GPS durch die Integrierte Leitstelle in Waldshut.

Soll heißen: Wird im Raum Waldshut-Tiengen ein Rettungswagen benötigt und ein entsprechendes und verfügbares Fahrzeug aus Bad Säckingen befindet sich zeitgleich in der Nähe, beordert die Leitstelle diesen Rettungswagen an die Einsatzstelle. Um hier in Zukunft für Entlastung zu sorgen, soll im kommenden Jahr ein zusätzlicher Rettungswagen in Waldshut stationiert werden.

Dass dadurch sowie mit der Rund-um-die-Uhr-Besetzung der Rettungswache in Wehr und einem weiteren Notarzt im Spital Waldshut eine Entzerrung erreicht werden kann, davon zeigten sich beim Mediengespräch Peter Hofmeister, Walter Scheifele und Patrick Frey überzeugt.

Die Nofallrettung im
Landkreis Waldshut

  • Rettungswachen: Im gesamten Landkreis Waldshut gibt es zwischen Wehr und Dettighofen sowie zwische Waldshut und St. Blasien zwölf Rettungswachen.
  • Notarzt-Standorte: Mit Bad Säckingen, Waldshut, Dettighofen, Stühlingen, St. Blasien und Bonndorf gibt es in Summe sechs Notarzt-Standorte im Lankdreis.
  • Leitstelle: Die Integrierte Leitstelle, die alle Notfall-Einsätze koordiniert, befindet sich im DRK-Haus in Waldshut.
  • Rettungshubschrauber: Im Landkreis Waldshut selbst ist kein Helikopter stationiert. In Notfall werden Rettungshubschrauber alarmiert, die in der Schweiz sowie in Freiburg und Villingen-Schwenningen stationiert sind.