Alle drei Förderpreisträger der Volksbank Hochrhein-Stiftung kommen aus dem westlichen Landkreis: Bastian Berlinghof (17) und Sergey Fedorov (17) aus Wehr sowie Gabriele Maurer (20) aus Laufenburg. Alle Drei waren völlig überrascht über den Preis, der mit je 3000 Euro dotiert ist. Bastian Berlinghof erreichte die Nachricht sogar gerade auf einer Konzerttournee mit seinem Orchester in England: „Ich war wirklich sprachlos und hatte nicht damit gerechnet.“

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Gabriele Maurer spielt das Saxophon

Gabriele Maurer, deren leibliche Mutter aus Kamerun stammt, wurde bereits früh adoptiert. „Musik und Sport“, so die Musikerin, „gehören bei meiner Familie zur Tradition“. Die Mutter spielt Geige, der Vater Schlagzeug. Schon während der Grundschulzeit in Laufenburg begeisterte sie sich für das Saxophon, als die Stadt- und Feuerwehrmusik in einer Werbeveranstaltung den Schülern verschiedene Blasinstrumente vorstellte. Sie erhielt dann für Saxophon Einzelunterricht: „Das hat mir Spaß gemacht. Natürlich hatte ich in der Pubertät mal keine Lust mehr. Aber Musik blieb für mich immer Ausgleich. Nebenbei habe ich gern gelesen und mich für Modetrends interessiert.“

Gabriele Maurer aus Laufenburg spielt Saxophon.
Gabriele Maurer aus Laufenburg spielt Saxophon. | Bild: Rosemarie Tillessen

Aber Saxophon wurde schnell Schwerpunkt, bald kam auch Gesang dazu. Sie besuchte das Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen und machte 2016 Abitur. In Basel begann sie ein einjähriges musikalisches Vorstudium und macht derzeit an der Mannheimer Musikhochschule den „Bachelor of Jazz and Popular Music“. Inzwischen hat sie auch eine eigene Band, das Gabriele-Maurer-Quintett – kurz „GMQ“ und gab damit bereits Konzerte in Laufenburg. „Ich weiß noch nicht, wo die Reise beruflich hingeht, aber ich möchte gern in Big Bands oder bei Events spielen und singen. Das Preisgeld kann ich für Anschaffungen für mein Saxophon – vielleicht ein neues Mundstück – wunderbar gebrauchen.“

Bastian Berlinghof spielt das Horn

Auch Bastian Berlinghof aus Wehr lernte vor neun Jahren bei einem Probetag des Musikvereins Öflingen Blasinstrumente kennen und entschied sich für das Horn. Er erhielt drei Jahre lang eine Grundausbildung mit Einzelunterricht und spielt bis heute in der Jugendkapelle und im Aktivorchester des Musikvereins Öflingen. Dazu hat er an der Jugendmusikschule in Bad Säckingen Unterricht bei Julian Gibbons. Seit einem Jahr spielt er auch im Jugendsinfonieorchester in Zürich mit: „Ich wollte als Hobby unbedingt ein Instrument lernen, auch wenn in meiner Familie keiner musiziert.“

Bastian Berlinghof aus Wehr spielt Horn.
Bastian Berlinghof aus Wehr spielt Horn. | Bild: Rosemarie Tillessen

Daneben liebt er Mountainbiken und Klettern. Nach der Realschule Wehr besucht er inzwischen das Technische Gymnasium in Waldshut, voraussichtlich bis 2020. Auch sein Ziel ist Berufsmusiker, vielleicht in einem Sinfonieorchester oder an einer Musikschule. Da er bisher nur auf einem Amateurinstrument bläst, träumt er von einem neuen Instrument, möglichst einem Alexander-Horn: „Dafür möchte ich auch jetzt das Preisgeld investieren“, so Bastian Berlinghof.

Sergey Fedorov spielt sieben verschiedene Gitarren

Sergey Fedorov aus Wehr besucht heute das Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim mit Neigungskurs Musik. Sein Vater, ein professioneller Musiker, ist Russe, seine Mutter Ukrainerin und beruflich Tanzlehrerin. Die Familie zog zunächst nach Island, wo auch Sergey geboren wurde, doch wegen besserer Perspektiven wechselte sie 2011 nach Deutschland. Bereits im Kindergarten spielte Sergey begeistert „Luftgitarre“ und fand das Instrument „voll cool“. Mit sechs Jahren bekam er bereits in Reykjavik Gitarrenunterricht. 2015 gewann er dann in Deutschland bei „Jugend musiziert“ bereits den zweiten Bundespreis und in diesem Jahr den ersten Preis.

Sergey Fedorov aus Wehr spielt Gitarre.
Sergey Fedorov aus Wehr spielt Gitarre. | Bild: RAINER KESER

Aber er wollte mehr: Er bestand die Aufnahmeprüfung zur FAB, der Freiburger Akademie zur Begabtenförderung. Dort lernt er jeweils freitags klassische Gitarre. „Aber mich begeistern auch Rockmusik und Jazz.“ So spielt er inzwischen sieben verschiedene Gitarren. Sein Berufswunsch? „Jetzt will ich erst mal Abi machen und dann am liebsten irgendwas mit Musik. Ich gebe gern Konzerte und möchte einfach Musik rüberbringen.“ Mit dem Preisgeld will er gern seinen Eltern helfen: „So ein Semester kostet doch viel Geld.“

Übergabe der Preise

In einer Feierstunde am 29. Januar werden die drei Preisträger ihre Auszeichnung in der Volksbank entgegen nehmen. Und sie werden den Gästen Einblick in ihr Können geben. „Wir sind gerade dabei, das Programm zusammen zu stellen,“ so Gabriele Maurer. „Vielleicht musizieren wir ja auch was Gemeinsames.“