Die Situation

Digitalisierung, Fachkräftemangel und Nachwuchssuche: Drei Beispiele für Themen, die praktisch alle Unternehmen in den grenznahen Kreisen Lörrach und Waldshut beschäftigen. Einige haben innovative Lösungen entwickelt, andere tun sich schwer, aber fast immer ist es so, dass Bemühungen und Ansätze untereinander nicht bekannt werden – weil ein übergeordnetes Netzwerk fehlt.

Hinzu komme, dass die Distanz zu Akteuren wie Vertretern von Organisationen wie Kammern, Schulen, Hochschulen und Instituten teils sehr groß ist. „Die einzelnen Akteure in unserer Region arbeiten intensiv und erfolgreich, aber es fehlen eine gemeinsame regionale Innovationsstrategie und die zielorientierte Zusammenarbeit“, so die Bewertung von Alexander Maas, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest GmbH (WSW).

Das Projekt

Diese Lücke will die Wirtschaftsregion Südwest in Zusammenarbeit mit den beiden Landkreisen in den kommenden drei Jahren nun schließen. Unter dem Namen „InnovationForum Südwest„ startete Anfang Januar 2019 das Projekt, dessen Ziel es ist, regionale Angebote und Strukturen von Akteuren und Unternehmen transparenter zu machen. Innovationen sollen sichtbar werden, der gemeinsame Austausch und die Bündelung von Kompetenzen sollen die Wirtschaftsregion insgesamt stärken.

An der Spitze steht Projektleiterin Monika Studinger. Sie erklärt: „Meine Funktion ist die einer ‚Brückenbauerin‘. Das bedeutet, herauszufinden welche Akteure es im Bereich Innovation gibt und welcher Bedarf besteht.“

„Es gibt so unglaublich tolle Unternehmen in unserer Region, geführt von innovativen und kreativen Unternehmern. Viele kannte ich nur vom Namen her und bin beeindruckt, hier hinter die Kulissen blicken zu können“, sagt Projektleiterin Monika Studinger.
„Es gibt so unglaublich tolle Unternehmen in unserer Region, geführt von innovativen und kreativen Unternehmern. Viele kannte ich nur vom Namen her und bin beeindruckt, hier hinter die Kulissen blicken zu können“, sagt Projektleiterin Monika Studinger. | Bild: Juri Junkov

Als selbstständige Unternehmensberaterin initiiert und begleitet sie schon viele Jahre neue Projekte – sowohl eigene wie auch Firmenprojekte.

Das Ziel

WSW-Geschäftsführer Maas: „Ziel ist, dass Unternehmen durch das regionale Innovationsmanagement noch schneller koordinierte Beratungs- und Informationsangebote erhalten. Nur so können wir die Schlagkraft unserer Region erhöhen und zur Steigerung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen vor Ort beitragen.“

Er betont, dass es von zentraler Bedeutung sei, „dass bestehende Strukturen, Kompetenzen und Zuständigkeiten nicht in Frage gestellt, sondern gebündelt werden.“

Die Netzwerkerin

„Ich bin ich ständig unterwegs, besuche Institutionen, Organisationen und Firmen und organisiere Treffen und Sitzungen“, beschreibt Monika Studinger. Darüber hinaus habe sie natürlich die Aufgaben aus dem Förderauftrag abzuarbeiten: „die Erstellung einer Innovationsstrategie, die weitere Vernetzung von Akteuren, die Organisation einer jährlichen Innovationskonferenz und die Entwicklung eines web-basierten Tools, um das Ganze abzubilden.“

Alexander Maas und Monika Studinger kennen sich bereits seit vielen Jahren, waren früher Arbeitskollegen und schätzen die Eigenschaften des anderen. „Monika hatte ich sofort im Kopf, als es um dieses Thema ging. Sie ist gut vernetzt, sehr aktiv in den Regionen Waldshut und Lörrach und selbst immer offen für Neues. Als Geschäftsführer der WSW habe ich sie schon öfter für Projekte engagiert und weiß, dass ich mich auf Sie und ihre eigenverantwortliche Arbeitsweise verlassen kann“, so Maas.

„Mich begeistert an diesem Projekt die große Bereitschaft der Akteure zur Zusammenarbeit“, sagt Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest.
„Mich begeistert an diesem Projekt die große Bereitschaft der Akteure zur Zusammenarbeit“, sagt Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest. | Bild: Juri Junkov

Das Thema Innovation liegt Monika Studinger auch persönlich am Herzen: „Die eigene Weiterentwicklung ist mir ebenfalls wichtig, in jedem neuen Projekt lerne ich hinzu und kann dieses Wissen wieder teilen. Um diese neue Herausforderung auch fachlich kompetent zu meistern, habe ich letztes Jahr eine Fortbildung zur zertifizierten Innovationsmanagerin abgeschlossen.“

Unternehmen vernetzen

Im Rahmen des Projekts hat Monika Studinger auch Netzwerke gegründet, wie beispielsweise „Firmen innovativ“ in den Landkreisen Waldshut (im März 2019) und Lörrach (im September 2019). Auf die Frage, was in diesen Netzwerken passiert, sagt sie: „Im Landkreis Waldshut sind aktuell 22 Unternehmerinnen und Unternehmer mit an Bord, die sich mit innovativer Zukunftsplanung beschäftigen und wöchentlich kommen neue hinzu. Das Netzwerk ist offen und ich freue mich über weitere Mitglieder.“ Aktiv sind sowohl Gründer wie auch Geschäftsführer und Inhaber langjährig etablierter kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Im Mittelpunkt steht der Austausch: „Wir möchten beispielsweise von den wissen: Welche Voraussetzungen fehlen, um die Innovationskraft in der Region zu erhöhen? Was sollte sich ändern? Wie müssen die Strukturen für ein innovatives Unternehmerklima aussehen?“, so Monika Studinger.

Diese Themen werden dann an sogenannte Intermediäre weitergegeben – also an Vertreter von Organisationen wie Kammern, Schulen/Hochschulen und Institute. Studinger: „Gemeinsam werden Ideen und Lösungswege aufgearbeitet, um innovative Themen voranzubringen.“

Verschiedene Themenschwerpunkte

Regelmäßig treffen sich die Mitglieder des Netzwerks zu unterschiedlichen Themen, die von den Unternehmen gewünscht werden: „Wir hatten Treffen zu innovativen Methoden und Strategien, zu Personalthemen mit Vortrag zur Generation Y und zum Thema Fördermittel kennen und nutzen“, sagt die Projektleiterin.

Sie freut sich über die ersten sichtbaren Erfolge: „Im Netzwerk haben wir eine ganz tolle offene Kommunikation und die Netzwerkpartner nutzen bereits erste Synergieeffekte untereinander.“

Die Grundlage

Über die Entstehung des „InnovationForum Südwest„ sagt Geschäftsführer Maas: „Die vom Wirtschaftsministerium beauftragte Studie ‚Regionale Innovationssysteme in Baden-Württemberg‚ hat gezeigt, dass in jeder Region des Landes viele hochkompetente Innovationsakteure etabliert sind. Aber die Studie hat auch aufgezeigt, dass die Landkreise Lörrach und Waldshut im Landesvergleich gewisse Nachholbedarfe besitzen.“ Darum habe sich die WSW als Wirtschaftsförderungsgesellschaft um Fördermittel beworben, die bewilligt wurden. „Ich freue mich, mit Monika Studinger eine kompetente Projektleiterin gefunden zu haben. Das regionale Innovationsmanagement wird noch bis zum 31.12.2021 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnbau Baden-Württemberg gefördert und von den beiden Landkreisen Lörrach und Waldshut gegenfinanziert. Darüber bin ich sehr froh und dankbar.“

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