Der Rauch quillt in dicken Wolken aus den Mündern der Gäste, verblasst allmählich wie in Zeitlupe und verteilt sich wie ein Nebelschleier im Raum. In einer Shisha-Bar in Tiengen sitzen an diesem Freitagabend überwiegend junge Erwachsene, um mit Wasserpfeife und Getränk das Wochenende einzuleiten.

"Ich komme oft hier her, um nach der Arbeit runter zu kommen", sagt ein Gast, zieht an dem Mundstück der Shisha. Dichter Nebel bildet sich im durchsichtigen, taillenförmigen Wassergefäß der Shisha. Sie besteht außerdem aus einer Rauchsäule, dem Kopf und aus einem oder mehreren Schläuchen.

In einer Shisha-Bar in Tiengen wird an Wasserpfeifen gequalmt.
In einer Shisha-Bar in Tiengen wird an Wasserpfeifen gequalmt. | Bild: Vivien Ebner

Der junge Mann lässt den Blick durch den Raum schweifen. Beinahe vollständig besetzt sind die in Gold schimmernden Sofa-Sitzgruppen und Sessel mit ihren niedrigen Tischen, die neben der Bar den Raum beinahe ausfüllen. Tischgruppen, wie in einer Gaststätte, gibt es nicht.

Einige Gäste tippen versunken auf ihrem Smartphone herum, andere sind in Gespräche vertieft. Nach einer Weile klopft er mit einer Zange die Kohle an einer Metallscheibe ab, die unter dem Wasserpfeifen-Kopf befestigt ist. Er legt die Kohle zurück auf das Shisha-Sieb. Das soll verhindern, dass die Asche auf den darunter liegenden Tabak fällt.

So sieht eine Wasserpfeife in einer Shisha-Bar in Tiengen aus, oben auf dem Kopf befindet sich die glühende Kohle.
So sieht eine Wasserpfeife in einer Shisha-Bar in Tiengen aus, oben auf dem Kopf befindet sich die glühende Kohle. | Bild: Vivien Ebner

Mittlerweile gibt es mindestens vier Bars in Waldshut-Tiengen, die den Konsum von Wasserpfeifen anbieten. Viele weitere kommen im gesamten Kreisgebiet hinzu. Warum? "Shisha-Bars liegen im Trend. Viele bekannte Rapper eröffnen zum Beispiel welche", sagt Shadi Chabo. Der 25-Jährige ist in dieser Bar in Tiengen der Chef.

In der Shisha-Bar in Tiengen überprüft der Bar-Chef Shadi Chabo durch Anrauchen der Wasserpfeife mit seperatem Hygiene-Mundstück ob der Rauch beim Inhalieren in der Kehle kratzt.
In der Shisha-Bar in Tiengen überprüft der Bar-Chef Shadi Chabo durch Anrauchen der Wasserpfeife mit seperatem Hygiene-Mundstück ob der Rauch beim Inhalieren in der Kehle kratzt. | Bild: Vivien Ebner

Verschiedenfarbige LED-Lichter erhellen den fensterlosen, großen Gastraum und die bunten Lichter erhellen die Sitzbereiche, ohne die Gäste zu blenden. Deutlich ist der Hip-Hop-Rhythmus zu vernehmen, der aus den Lautsprecherboxen an der Decke klingt. Laut genug sie zu hören, aber nicht so laut, als dass Gespräche nicht mehr möglich wären. Zwei junge Frauen unterhalten sich über die Arbeit, ab und zu lachen die beiden.

Unmengen an süßlichen Düften liegen in der Luft. Lemon-Fresh mit Birne oder Vanille-Moloko sind nur zwei Kombinationen aus rund 80 Tabaksorten, die in dieser Shisha-Bar bestellt werden können.

Illegale Inhaltsstoffe gibt es nicht. Der Shisha-Tabak unterscheidet sich von dem der Zigaretten, durch Anreicherung von Aromastoffen, Feuchthaltemittel und Honig oder Sirup.

Rauch ist nicht ungefährlich

Der Wasserpfeifenrauch enthält die selben Inhaltsstoffe wie Zigarettenqualm, darunter Nikotin, Kohlenmonoxid und Teer. Gesundheitlich unbedenklich ist er keineswegs. Darum gibt es eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Gäste, die mindestens 18 Jahre alt sein müssen, und um die Angestellten zu schützen.

Giftig ist vor allem das Kohlenmonoxid, das beim Verbrennen der Kohle entsteht. Sogar zu Vergiftungen ist es in Shisha-Bars in der Vergangenheit schon gekommen. Der Einbau von Lüftungsanlagen und das Anbringen von ausreichend Warnmeldern ist ein Muss.

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Kirsche, Zitrone oder Ice Bonbon: Bei jedem Zug an der Wasserpfeife legt sich für ein paar Sekunden, je nach Tabaksorte, ein fruchtig süßer oder erfrischend kühler Geschmack auf die Zunge.

Rund eine Stunde kann der aromatische Shisha-Rauch inhaliert werden. So lange hält eine Wasserpfeife. Dafür bezahlen die Gäste hier in Tiengen zwölf Euro pro Shisha mit der Tabaksorte ihrer Wahl. "Jede Woche kreieren wir einen neuen Haus-Mix aus verschiedenen Sorten", sagt Shisha-Bar-Chef Shadi Chabo.

Das Inhalieren des Shisha-Rauchs in einer Shisha-Bar in Tiengen hinterlässt einen fruchtigen Geschmack auf der Zunge bei Vivien Ebner.
Das Inhalieren des Shisha-Rauchs in einer Shisha-Bar in Tiengen hinterlässt einen fruchtigen Geschmack auf der Zunge bei Vivien Ebner. | Bild: Vivien Ebner

Als Stammgäste eintreten, begrüßt er sie mit Handschlag. Mittlerweile stehen sechs Wasserpfeifen eng aneinandergereiht um einen kleinen Tisch inmitten einer Sitzgruppe. Die Shisha-Schläuche werden von den Umsitzenden hin und her gereicht. Aus hygienischen Gründen wird vor dem ersten Mundkontakt ein Einweg-Mundstück aus Plastik auf den Schlauch gesteckt.

Shadi Chabo und seine Mitarbeiter bereiten die Wasserpfeife auf Bestellung vor und bringen sie dann, ebenso wie die Getränke, zum Tisch. "Viele denken, eine Shisha-Bar zu eröffnen wäre leicht. Allerdings bedeutet das viel Organisation", sagt er, als "Und es ist viel Arbeit", fügt Shadi Chabo hinzu, während er einige Getränke auf einem Tablett platziert: Neue Kunden warten bereits auf ihre Bestellung.