Vor 25 Jahren hatte die Grippewelle den Landkreis Waldshut schwer in Griff und ein Gastwirt zertrümmerte eine Blumenvase auf dem Kopf eines randalierenden Gastes. Was sonst noch geschah, erfahren Sie hier.

Vor 25 Jahren

Kreis Waldshut – „Im Kreis Waldshut geht die Grippe um“, berichtete der Alb-Bote in seiner Ausgabe am 6. März 1993. „Schnupfen und Husten fesseln viele Menschen ans Bett. Wie viele davon tatsächlich vom Grippevirus infiziert sind, darüber gibt es keine Zahlen, auch nicht beim Staatlichen Gesundheitsamt Waldshut. Schließlich ist Grippe keine meldepflichtige Krankheit. ,Wir erfahren das offiziell nicht’, erklärte Behördenchefin Dr. Gröschner. ,Wir merken es nur an der eigenen Belegschaft“, machte sie deutlich, dass auch das Gesundheitsamt Grippeausfälle zu verbuchen hat. Gravierend, so ist verschiedentlich zu hören, wirkt sich die Grippewelle auf den Unterrichtsbetrieb in einigen Schulen aus. In einem Klettgauort etwa soll seit zwei Wochen eine halbe Klasse fehlen. Offizielle Zahlen kennt das Schulamt aber auch nicht. Leiter Bernhard Krämer weiß nur aus Gesprächen: ,Es sind sehr viele krank’“, heißt es im Bericht weiter.

Tiengen – „Eine Blumenvase auf dem Kopf eines randalierenden Gastes zertrümmert hat ein Wirt in Tiengen am Freitag kurz nach Mitternacht“, berichtete der Alb-Bote am 6. März 1993. „Den Vorfall meldete er der Polizei über Notruf, während sich der Gast zu einem anderen Lokal schleppte, von wo zwei Minuten später die Polizei ein zweites Mal alarmiert wurde. Sie fand den Mann mit stark blutenden Kopfwunden auf dem Boden der Gaststätte und kümmerte sich um ihn, bis der Notarzt eintraf. Zwei weitere Beamte gingen in das unweit gelegene andere Lokal, wo sie die Scherben der Vase und Blutflecken auf dem Boden und Tischdecken vorfanden. Die Blumenvase habe er ihm aus Notwehr über den Kopf geschlagen, gab der Gastwirt an und zeigte sein zerrissenes Hemd sowie die beschädigte Jacke des Kochs, der von dem Gast ebenfalls angegriffen worden sein soll. Der Verletzte hatte eine Vielzahl von Platzwunden am Kopf. Er wurde ins Spital Waldshut eingeliefert.“

Vor 50 Jahren

Untermettingen – Unter einer dreieinhalb Tonnen schweren Arbeitsmaschine begraben und tödlich verletzt wurde am Nachmittag des 18. März 1968 der 29-jährige Fahrer aus Ewattingen auf einem Feldweg zwischen Endermettingen und Riedersteg. Der Arbeiter kam mit der Maschine auf dem durch starke Regenfälle schmierig gewordenen Feldweg aus der Spur und stürzte, sich überschlagend, einen Hang hinunter, wo das Fahrzeug den Mann unter sich begrub. Der Unfall wurde erst am anderen Morgen entdeckt.

Vor 75 Jahren

Waldshut – „Das ,Meerfräulein’ ist 50 Jahre alt“, lautete die Überschrift der Notiz im Alb-Bote vom 8. März 1943. „Am 11. März d.J. sind 50 Jahre vergangen, dass Küfermeister Josef Müller von Waldshut, abends 7 Uhr, das ,Gasthaus zum Meerfräulein’ eröffnete. Bei großem Andrang und Konzert der Stadtmusik wurde das Lokal eingeweiht. Der damalige Artikel lobte das prima Waldschloss-Bier und die lobenswerte Bedienung. Waldshut hatte einschließlich des ,Fährhauses’ damals 14 Wirtschaften. Jetzt betreibt der Sohn, Pepi Müller, die Gaststätte.“

Vor 100 Jahren

Görwihl – „Letzte Woche besuchte nach beinahe dreijähriger Abwesenheit Oberveterinär Josef Ebner wieder für einige Tage seine Heimat Görwihl“, berichtete der Alb-Bote am 12. März 1918. „Ebner war zwei Jahre lang auf unserem entferntesten Kriegsschauplatz in Mesopotamien und Persien, wo er außer seiner Tätigkeit als Veterinär längere Zeit als Führer zweier Schwadronen persischer Reiter gegen Russen und Engländer kämpfte. Für seine Tapferkeit wurde Ebner, dessen Brust deutsche und türkische Orden zieren, das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Dazu herzlichen Glückwunsch, ab er auch zum Lebensbund, den er mit einer Hannoveranerin schließen wird.“ (hff)