Vor 25 Jahren

Waldshut – 3500 Schüler, Lehrkräfte und spontane Sympathisanten aus Waldshut, Tiengen und Stühlingen beteiligten sich am 9. Dezember 1992 an einer Schülerdemo gegen Ausländerhass, organisiert von den jungen Leuten selbst. Noch nie waren in Waldshut so viele Menschen auf Straßen gegangen, um ihre Meinung zu sagen. Vor dem Rathaus solidarisierte sich Oberbürgermeister Martin Albers demonstrativ mit dem Anliegen der zehn- bis neunzehnjährigen Schüler und mit den über 2000 Ausländern in der Großen Kreisstadt. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – unter dieses Motto hatten Haupt- und Sonderschulen, alle weiterführenden Schulen von Waldshut und Tiengen sowie die Haupt- und Realschule Stühlingen ihre Kundgebung gestellt. Gegen 11 Uhr sammelten sich im Schulzentrum in der Friedrichstraße die Demonstranten und zogen über die Wallgrabenstraße und durch das Untere Tor in die Kaiserstraße zur Kundgebung vor dem Rathaus in Waldshut.

Waldshut-Tiengen – „Die ausführliche Vorberichterstattung der Zeitungen über Themen der öffentlichen Gemeinderatssitzungen verstößt nicht gegen die Geschäftsordnung des Rats." Dies teilte das Regierungspräsidium Anfang Dezember 1992 dem SPD-Stadtrat Alexis von Komorowski mit. Dieser scheiterte damit erneut mit seinem Versuch, detaillierte Vorabinformationen des Oberbürgermeisters an die Presse zu unterbinden. Komorowski hatte darin die Gefahr einer zu starken Beeinflussung der freien Meinungsfindung der Gemeinderatsmitglieder erblickt. Schon Oberbürgermeister Martin Albers hatte diese Art von Zensur abgelehnt und bestätigt, die bereits von seinem Vorgänger Dresen praktizierte langjährige Übung beizubehalten.

Danach erhält die Presse zeitgleich mit den Gemeinderats- und Ausschussmitgliedern die Unterlagen der Verwaltung zum öffentlichen Teil der Sitzungen, freigegeben, falls kein Sperrvermerk besteht, zur sofortigen Veröffentlichung. Zusätzlich erläutert der OB in einem Pressegespräch kurz vor der Gemeinderatssitzung verschiedene Sachverhalte aus den Sitzungsunterlagen.

Vor 50 Jahren

Erzingen – „Die Menschen rannten erschreckt aus der Kirche“, überschrieb der Alb-Bote einen Bericht vom Dezember 1967. Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages 1967 war in den Erzinger Ziegelwerken ein Brand ausgebrochen, dem das Fabrikgelände zum Opfer fiel. Über die Brandursache war nichts bekannt. Der Schaden wurde auf weit über eine Million Mark geschätzt. Das 1969 wieder aufgebaute Werk wurde 1997 endgültig geschlossen.

Vor 75 Jahren

Krenkingen – Bei der Junghengst-Hauptkörung für das Schwarzwälder-Kaltblutzuchtgebiet in Offenburg war der Landwirt Wilhelm Eichkorn aus Krenkingen mit zwei von ihm gezüchteten Hengsten erfolgreich. Die Junghengste „Deutograf“ und „Deutosohn“ erhielten den 1-a-Preis. „Deutograf“ wurde von der Hengsthaltungsgenossenschaft der Bezirks Waldshut gekauft.

Vor 100 Jahren

Waldshut – „Nach dem Stand vom 1. Dezember 1917 ist die Volksschule von 253 Knaben und 318 Mädchen besucht“, berichtete der Alb-Bote am 3. Dezember 1917. „Davon sind 482 katholische, 85 evangelisch, zwei altkatholisch und zwei israelitisch. Der Staatsangehörigkeit nach sind 506 Badener, sieben Preussen, elf Württemberger, sechs Bayern, ein Hesse, ein Braunschweiger, ein Elsässer, 18 Schweizer und 20 Österreicher. 322 der Kinder sind in Waldshut geboren, 249 auswärts. An der Schule wirken sechs Lehrkräfte und eine Schulverwalterin. (hff)