Mit dem im Frühjahr zwischen Land, Landkreisen, Schweizer Kantonen und dem Schweizer Bundesamt für Verkehr vereinbarten Fahrplan zur Elektrifizierung der Hochrheinbahn ist jetzt auch ein anderer Fahrplan aus der Versenkung aufgetaucht, in der er wegen der politischen Wetterlage 2013 verschwunden war: Eine von Schweizer Verkehrspolitikern dringend gewünschte durchgehende Schnellzugverbindung von St. Gallen nach Basel auf der deutschen Seite des Hochrheins.

Das sich für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in der Ostschweiz einsetzende und aus Politikern der Kantone beider Appenzell, St. Gallen, Graubünden und Thurgau bestehende Komitee „Bodensee Rheintal Y“ brachte die große Schweizer Ost-West-Verbindung am 29. Oktober bei einem deutsch-schweizerischen Treffen in Konstanz wieder ins Gespräch. Laut dem SÜDKURIER vorliegenden Informationen hat an diesem Treffen auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann teilgenommen. Er soll sich positiv zu der Idee geäußert haben.

Die Ost-West-Verbindung von St. Gallen über Romanshorn, Konstanz, Schaffhausen und Waldshut nach Basel würde den stark belasteten innerschweizerischen Verkehrsknoten Zürich entlasten und die beiden Wirtschaftsräume St. Gallen und Basel besser verbinden, so die St. Galler Ständeräte Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner zu dem Plan. Um den Plan realisieren zu können, muss aber die bestehende Hochrheinlinie zwischen Erzingen und Basel elektrifiziert werden. Derzeit wird sie noch mit Dieselloks befahren.

Da sich Land, Landkreise, Kantone und das Schweizer Bundesamt für Verkehr im Frühjahr 2016 grundsätzlich auf die 160 Millionen Euro teure Elektrifizierung geeinigt haben, rückt die Realisierung der Schnellzugverbindung St. Gallen – Basel wieder in greifbare Nähe. Das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Waldshut und Lörrach sowie die Kantone Basel Stadt, Aargau und Schaffhausen hatten sich bereits 2013 in der „Basler Erklärung“ über die Elektrifizierung geeinigt. Die Vereinbarung kam aber nicht zum Tragen, weil der Schweizer Bund mutmaßlich aus Verärgerung über die Nicht-Ratifizierung des damals anstehende Fluglärmstaatsvertrages durch Deutschland sich aus dem Projekt zurückgezogen hat.

Auch im Jahr 2013 hat ein für das Schweizer Bundesamt für Verkehr angefertigtes Gutachten zum „Volkswirtschaftlichen Nutzen für die Schweiz der Elektrifizierung der Hochrheinstrecke“ festgestellt, dass sich für die Schweiz sogar eine finanzielle Beteiligung in höhe von rund 30 Prozent an den Kosten lohnen würde.

Ständerat Paul Rechsteiner lanciert die Idee auch national. Die Pläne sollen in die Vernehmlassung im kommenden Jahr zu den Bahn-Ausbauzielen 2030 eingebracht werden.

Verbindungsvielfalt

  • Ost-West-Verbindung im Stundentakt: St. Gallen – Romanshorn – Konstanz – Singen – Schaffhausen – Waldshut – Basel.
  • Mit Knotenpunkten zum Nord-Süd-Verkehr in St. Gallen (nach Chur), Singen (nach Stuttgart, Zürich, Karlsruhe), Waldshut (nach Baden, Brugg, Zürich), Basel (nach Karlsruhe).