Über 1000 Menschen nahmen heute nachmittag an der Registrierungsaktion "Julia sucht Helden" der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), des Musikvereins Oberwihl und des Fußballvereins Eintracht Wihl teil. Noch vor Öffnung des Pfarrsaals in Niederwihl, in dem die von 40 Helfern betreute Aktion stattfand, bildete sich eine Warteschlange.

Vor dem Pfarrsaal in Niederwihl bildete sich bis auf die Hauptstraße eine lange Warteschlange.
Vor dem Pfarrsaal in Niederwihl bildete sich bis auf die Hauptstraße eine lange Warteschlange.

Allein in den ersten 45 Minuten ließen sich über 100 Menschen mit Hilfe eines Wangenschleimhautabstrichs in die DKMS aufnehmen – Tendenz in den folgenden drei Stunden stark steigend.

Video: Baier, Markus

Damit zeigte eine ganze Region ihre Hilfsbereitschaft und Solidarität mit der 29-jährigen Julia aus Laufenburg, die mit der Diagnose Blutkrebs konfrontiert ist. Eine Stammzellspende ist die einzige Überlebenschance für die junge Frau. Die Suche nach einem "genetischen Zwilling" ist bislang jedoch erfolglos verlaufen.

Viele hundert Menschen ließen sich für Julia als Stammzellenspender registrieren.
Viele hundert Menschen ließen sich für Julia als Stammzellenspender registrieren.

Deshalb hat sich Julias Bruder Marco Schlachter, Vorstandsmitglied von Eintracht Wihl, Gedanken gemacht, wie eine Stammzellspende möglich ist. Ins Boot hat er neben der DKMS auch den Musikverein Oberwihl, bei dem Julia ihre Ausbildung als Zögling absolviert hat und seit 20 Jahren aktiv an der Klarinette spielt, ins Boot geholt. Der Fußballverein Eintracht war ebenfalls sofort dabei und stellte heute nachmittag einen Teil der Helfer.

Hilfsbereit: Diese Damen vom Musikverein Oberwihl unterstützten die Registrierungsaktion gestern.
Hilfsbereit: Diese Damen vom Musikverein Oberwihl unterstützten die Registrierungsaktion gestern.

"Es ist schön, dass so viele Leute hier helfen", sagte Olesia Schweizer, die zusammen mit ihrer Kollegin Evin Sevinc die DKMS vertrat. Im Lauf der Registrierungsaktion wuchs die Warteschlange bis auf die Hauptstraße. Da zeigte sich, wie wichtig die Präsenz der Freiwilligen Feuerwehr war: Die Männer der Abteilung Oberwihl-Niederwihl regelten den Verkehr und wiesen die Autofahrer zu den Parkplätzen. Im Pfarrgarten verpflegten weitere 20 Personen die Gäste.

Video: sax ho go julia video 3

Die Registrierungsaktion erfolgte in zwei Etappen. Zuerst unterstützten die Helfer die potenziellen Spender bei der Registrierung und nahmen die Kontaktdaten auf. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung erfolgte die Registrierung mit Wattestäbchen per Wangenschleimhautabstrich. Danach, an der zweiten Station, kontrollierten weitere Helfer die Eingaben auf Vollständigkeit. "Für alle ist das absolut kostenfrei", erklärte Evin Sevinc.

So einfach ging das: Bernd Schrieder beim Wangenschleimhautabstrich.
So einfach ging das: Bernd Schrieder beim Wangenschleimhautabstrich.

Allerdings kostet die DKMS jede Registrierung 35 Euro, weshalb eine Geldspenderbox aufgestellt war. Ihre Solidarität will am heutigen Samstagabend auch der Frauenverein Niederwihl demonstrieren. Der Erlös ihres traditionellen Dämmerschoppens soll der Aktion "Julia sucht Helden" zugutekommen.

„Erstens war ich noch nicht registriert, es war also fällig. Und zweitens ist es die Möglichkeit, ein Menschenleben zu retten.“ Jens Jehle (42, Oberwihl)
„Erstens war ich noch nicht registriert, es war also fällig. Und zweitens ist es die Möglichkeit, ein Menschenleben zu retten.“ Jens Jehle (42, Oberwihl)
„Ich habe mich noch nicht registrieren lassen, aber jetzt braucht eine junge Frau aus dem Nachbardorf Hilfe. Deshalb war es klar, dass ich hier mitmache.“ Carola Schrieder (47, Niederwihl)
„Ich habe mich noch nicht registrieren lassen, aber jetzt braucht eine junge Frau aus dem Nachbardorf Hilfe. Deshalb war es klar, dass ich hier mitmache.“ Carola Schrieder (47, Niederwihl)
„Ich lasse mich registrieren, weil ich helfen will. Und weil jeder Mensch mal Hilfe brauchen kann.“ Georg Masuch (32, Görwihl)
„Ich lasse mich registrieren, weil ich helfen will. Und weil jeder Mensch mal Hilfe brauchen kann.“ Georg Masuch (32, Görwihl)