An der Urne befindet bald die Bevölkerung aus neun Gemeinden, ob im Zurzibiet die Großgemeinde Zurzach entsteht. An der Infoveranstaltung vom Donnerstagabend brachten die Behörden die Stimmbürger ein letztes Mal auf den neusten Stand.

Entscheidung in drei Wochen

In rund drei Wochen entscheidet sich, ob im Zurzibiet die Großgemeinde Zurzach entsteht. Sagen die Stimmbürger der neun Gemeinden Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen an der Urne am 8. September Ja zum Fusionsprojekt „Rheintal+“, entsteht eine Gemeinde mit rund 8000 Einwohnern. An der Infoveranstaltung vom Donnerstagabend brachten die Behörden ein letztes Mal die Bevölkerung auf den neusten Stand. Im Zentrum stand das Thema Finanzen.

Blick auf Finanzplanung

Zuerst präsentierte Baldingens Amman René Meier unter anderem die aktualisierte Finanzplanung der möglichen Gemeinde Zurzach bis 2028. Er leitete im Projekt die Gruppe Finanzen. Meier erklärte, dass zu diesem Zeitpunkt der erwartete Steuerertrag auf über 25 Millionen Franken und die Einwohnerzahl auf 8646 ansteige. Letzteres sei sportlich, sagte er in der Fragerunde. „Aber wir sind überzeugt, dass es erreichbar ist.“

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Auch der Steuerfuß von 115 Prozent kam in der Fragerunde nochmals zur Sprache. Meier hatte zuvor den rund 300 Anwesenden versichert, dass dieser Steuerfuss längerfristig haltbar sei. Die unter dem Strich leicht tieferen Steuereinnahmen seien im Finanzplan berücksichtigt. Im Anschluss äußerte sich Reto S. Fuchs, Ammann von Bad Zurzach, zur Entwicklung des Bezirkshauptortes seit 2011. Er zeigte zudem auf, wie sich ein Zusammenschluss finanziell auf die Nettoschuld auswirken würde – statt 6183 Franken pro Person im Jahr 2028 wären es nach aktuellstem Finanzplan nur 2045 Franken, was unter der empfohlenen Grenze des Kantons von 2500 Franken liegt. „Das ist der Unterschied.“

Nur wenige kritische Stimmen

Seine Ausführungen schloss er mit den Worten: „Wenn wir den Zusammenschluss anpacken, machen wir es nicht für Reto S. Fuchs, sondern für unsere Zukunft.“ Das Publikum reagierte darauf mit Applaus. In der folgenden Fragerunde appellierten zahlreiche Anwesende, am 8. September ein Ja einzulegen. Nur wenige kritische Stimmen äußerten sich. Sie sorgten sich beispielsweise um die Natur oder um das Verwaltungspersonal.

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Ein Bürger sagte: „Tatsache ist, dass wir Melliker nicht mehr entscheiden können, was in Mellikon passiert.“ Würden beispielsweise nur wenige aus Bad Zurzach an der künftigen Gmeind erscheinen, könnten 146 Meilliker Stimmbürger nicht viel ausrichten. Viele Anwesenden waren sich jedoch einige: „Kleine Gemeinden überleben alleine gar nicht.“