Waldshut – Nach ihrer dreijährigen Lehre sind 25 Auszubildende des Schreinerhandwerkes endlich am Ziel ihrer Lehrzeit angelangt. Ein Grund dafür, dass die Schreinerinnung Waldshut am Sonntag,
21. Juli, von 10 Uhr bis 16 Uhr zum „Schreinertag“ in die Bildungsakademie in der Waldshuter Friedrichstraße 3 einlädt. Hier werden die Gesellenstücke der 25 Prüfungsteilnehmer zu besichtigen sein.

Parallel zur Gesellenstückausstellung in der Bildungsakademie findet am Schreinertag die Ausstellung „Besser Meister“, Meisterstücke des Schreinerhandwerks, im Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss im Haus der Stoll-Vita-Stiftung statt.

Ob es sich um ein Sideboard, einen Schreibtisch, eine Schmuckschatulle oder eine Vitrine handelt, die Ausstellungsstücke, sowohl die Meister als auch die Gesellenstücke zeugen von der enormen Kreativität des Schreinerhandwerks. Die Veranstaltung in der Berufsakademie wird mit einem Sektempfang eröffnet. Anschließend findet eine kleine Feier statt, in deren Rahmen auch die Ergebnisse der Prüfung bekannt gegeben und die Prüfungsbesten Preise erhalten werden. Zu der Veranstaltung wird auch ein letztes Mal Gotthard Reiner, der Präsident der Handwerkskammer Konstanz in Waldshut erwartet. Er wird im September sein Amt niederlegen.

Lothar Heer, Prüfungsvorsitzender der Schreinerinnung Waldshut, zeigte sich erfreut über die Vielfalt der Gesellenstücke. Für die Anfertigung ihrer Gesellenstücke standen den Prüfungsteilnehmern 100 Stunden zur Verfügung. Um die Prüfung letztlich bestanden zu haben, mussten sich die Auszubildenden noch einer gemischt theoretisch-praktischen Prüfung, die auch eine nach Zeit und Art vorgegebene Arbeitsprobe beinhaltet, unterziehen.

Die Ergebnisse lagen am Freitag noch nicht vor und werden am Sonntag im Rahmen des Schreinertages bekanntgegeben.

Der Beruf des Schreiners ist mittlerweile ein sehr anspruchsvolles, modernes Handwerk geworden. Ganz allgemein betrachtet hat ein Schreiner die Aufgabe, den Werkstoff Holz in eine gewünschte Form zu verarbeiten. Das erfordert jedoch auch Kenntnisse mit anderen Werkstoffen wie zum Beispiel mit Kunststoff, Glas, Metall oder Stein. Das Aufgabenspektrum eines Schreiners ist daher breit gefächert und kreative Köpfe mit handwerklichem Geschick können voll in diesem Beruf aufgehen.

Neben einer soliden Ausbildung werden für den Beruf des Schreiners heute fundierte Kenntnisse am PC sowie an CNC-Maschinen und im CAD-Bereich vorausgesetzt. Aus diesem Grund ist das Handwerk auch eng mit moderner Technik verbunden. Die Aufgaben umfassen die Planung am Computer bis hin zur Bedienung CNC-gesteuerter Maschinen. Hinzu kommt, dass man sich als Schreiner nicht nur mit neuen Materialien, sondern gleichzeitig auch mit traditionellen Techniken auskennen muss. Er begleitet alle Arbeitsprozesse seines Werkstücks bis hin zu dessen Montage. „Schreiner ist ein Traumberuf unserer Zeit mit großer Zukunft“. So wirbt ein Artikel für das Schreinerhandwerk in einem Online-Berufeportal für Jugendliche.

Ausbildung

Ausbildungsinhalte während der dreijährigen Lehrzeit: Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen, Gestalten und Konstruieren von Erzeugnissen, Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team, Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsplätzen, Be- und Verarbeiten von Holz, Holzwerk- und sonstigen Werkstoffen sowie von Halbzeugen, Einrichten, Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen, Anlagen und Vorrichtungen, herstellen von Teilen und Zusammenbauen zu Erzeugnissen, Behandeln und Veredeln von Oberflächen, durchführen von Holzschutzmaßnahmen sowie von Montage- und Demontagearbeiten, Instandhalten von Erzeugnissen, Kundenorientierung und Serviceleistungen, Durchführen von Qualität sichernden Maßnahmen, Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht.

Von der Idee bis zum Entwurf

<p>Ein Teil der Gesellenprüfung für Schreiner sind die Kenntnisse bei der Bedienung berufsspezifischer Maschinen. Unter den kritischen Augen von Werkstattmeister Peter Bednarek mussten die Prüflinge hier ihre Fertigkeiten und Kenntnisse unter Beweis stellen. <em>Bild: Claus Bingold</em></p>

Ein Teil der Gesellenprüfung für Schreiner sind die Kenntnisse bei der Bedienung berufsspezifischer Maschinen. Unter den kritischen Augen von Werkstattmeister Peter Bednarek mussten die Prüflinge hier ihre Fertigkeiten und Kenntnisse unter Beweis stellen. Bild: Claus Bingold

Waldshut (bin) Leben und Wohnen, so heißt es weiter in einem Online-Berufeportal für Jugendliche, werden immer individueller. Da gilt es als Schreiner, eigene kreative Ideen zu entwickeln und sich selbst zu verwirklichen. „Intelligente Handarbeit“ ist gefordert. Dabei kann jeder selbst sehen, was er geleistet hat. Denn von der Idee über den Entwurf bis zur Realisierung ist „alles aus einem Stamm“, wie die Schreiner zu sagen pflegen. Phantasie verbunden mit Kreativität und einer gesunden Sicht auf die praktische Verwendung der Werkstücke sind wichtige Voraussetzungen für die Ergreifung dieses uralten und doch immer wieder zeitgemäßen Berufes.

Übrigens: Auch Mädchen sind in diesem Beruf genauso gefragt und haben allerbeste Chancen, sich zu beweisen.

„Es ist toll, etwas aus Holz zu erschaffen.“ So schildert ein Schreinerlehrling seine ersten Eindrücke. „Ich habe mich für die Ausbildung zum Schreiner entschieden, weil Holz einfach ein tolles, emotionales und lebendiges Material ist. Alleine der Geruch von Holz ist schon besonders und strahlt Leben und Wärme aus. Es macht sehr viel Spaß, in der Werkstatt zu sein und Dinge zu erschaffen, an denen andere Menschen ihre Freude haben. Man sollte natürlich keine zwei linken Hände haben, kreativ sein und gerne etwas gestalten. Spannend finde ich den Mix aus Handarbeit und dem Einsatz moderner Maschinen. Es ist wichtig, mit der Technik zu gehen. Ich bin schon gespannt, was mich da in der Ausbildung alles erwartet und freue mich sehr auf drei informative und interessante Jahre.“