Kreis Waldshut Gemeinderat Waldshut-Tiengen stimmt zu: Zweiter Geschäftsführer für die Spitäler Hochrhein GmbH

Nachdem der Waldshuter Kreistag vor wenigen Tagen bereits beschlossen hat, dass ein Sanierungsexperte die Geschäftsführung der Spitäler ergänzen soll, zog nun der Gemeinderat nach. Hans-Peter Schlaudt wird Geschäftsführerin Simone Jeitner zur Seite gestellt.

Er sei jemand, der klare Kante rede. Damit gab Hans-Peter Schlaudt von der Jomec GmbH in Berlin gleich die Marschrichtung vor. Der als Sanierer der Spitäler Hochrhein GmbH engagierte Experte sprach bei seiner gestrigen Vorstellung im Spital Waldshut Klartext. Für ihn und sein Team gebe es keine Denkverbote. Er werde die Spitäler Hochrhein GmbH ergebnisoffen in alle Richtungen untersuchen, um am Ende der Politik aufzeigen zu können, was machbar wäre. Schlaudt: "Die Entscheider sollen wissen, was sie tun." Sein Engagement sei zunächst auf ein Jahr angesetzt. Dann, so Schlaudt, könne eine rein wirtschaftliche Entscheidung getroffen werden oder eine politische Entscheidung, die möglicherweise aber viel Geld koste.

In der komplexen Diskussion um die Schieflage der Spitäler Hochrhein GmbH soll Hans-Peter Schlaudt ab sofort für Durchblick sorgen. Der Waldshuter Kreistag und der Waldshut-Tiengener Gemeinderat sprachen sich dafür aus, durch den Sanierungsexperten die Geschäftsführung des Unternehmens zu erweitern. Die Gesellschafterversammlung der Spitäler Hochrhein GmbH beschließen will am heutigen Mittwoch mit der Jomec GmbH einen Vertrag zur Sanierungsbegleitung abschließen.

"Für mich gibt es keine Eingrenzung. Meine Aufgabe ist, die Realität und Möglichkeiten vor Augen zu führen. Mein Ziel ist, dass die Gremien wissen, was sie entscheiden", betonte der Mediziner. Dazu werde auch größtenteils vor Ort arbeiten. Die Gemengenlage sei sehr komplex. Er wolle sich jetzt zunächst intensiv einzuarbeiten, so Schlaudt, um zu ergänzen: "Irgendwann wird die Politik gefordert sein." Aber: "Die Entwicklung im Krankenhauswesen scheint noch nicht bei allen angekommen zu sein." Wie die genaue Aufgabenverteilung mit Geschäftsführerin Simone Jeitner aussieht, gelte es noch zu klären. "Ich sehe das überhaupt nicht als Kompetenzbeschneidung. Ich habe viele Umstrukturierungen mitgemacht, aber Herr Schlaudt bringt bei der Sanierung Erfahrungen mit, die ich nicht habe", sagte Simone Jeitner, die zum 31. Dezember 2018 gekündigt hat.

Mit Blick auf den Auftrag der Gesellschafter an Schlaudt sagte Landrat Martin Kistler: "Er bringt uns, was wir noch brauchen, nämlich Sanierungskompetenz." Und genau darum gehe es, so Waldshut-Tiengens OB Philipp Frank: "Wir müssen die Sanierung hinbekommen." Den Weg dorthin umriss Hans-Peter Schlaudt wie folgt: In den kommenden acht Wochen möchte er sich intensiv einarbeiten. Danach wolle er das Gespräch mit allen Beteiligten suchen. Unter anderem auch mit dem Verein Pro Spital, aber auch dem Sozialministerium in Stuttgart. Es müsse jetzt alles getan werden, damit die Krankenhäuser qualitativ angenommen würden. Ob letztlich alle zufrieden sein können, werde man aber erst am Ende beurteilen können.

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