Es waren Spaziergänger, die am ersten Weihnachtstag in der Nähe des Bergsees bei Bad Säckingen einen grausigen Fund machten: Neben einem Waldparkplatz entdeckten sie den Schädel einer menschlichen Leiche. Die Identität der Person ist bislang unklar. Spuren von Gewalteinwirkung wurden nicht gefunden. Gleich drängt sich hier ein Zusammenhang mit dem Frauen-Torso auf, der 2014 in Waldshut gefunden wurde. Der Frauenleiche, die damals in der Schmitzinger Straße gefunden wurde, fehlte der Kopf. Doch wie die Polizei mittlerweile ermittelte, könne ein Zusammenhang ausgeschlossen werden. Dies hätten erste rechtsmedizinische Untersuchungen ergeben.

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Nach Angaben von Polizeisprecher Mathias Albicker wurde der jetzt gefundene Schädel auf dem oberen Bergsee-Parkplatz von einer Familie unter kuriosen Umständen entdeckt. Eine Person aus der Gruppe, die sich mit Pilzen auskennt und sich besonders für das Thema interessiert, bemerkte nur wenige Meter neben dem Parkplatz zwischen dem Gebüsch eine helle Fläche, die dem Schirm eines Pilzes ähnelte. Als die Person nachschaute, welche Pilze dort mitten im Dezember wachsen, wurde der skelettierte Schädel entdeckt.

Auf dem Foto, das uns die Polizei zur Verfügung gestellt hat, ist der Fundort des Schädels einzeichnet. Bild: Polizei
Auf dem Foto, das uns die Polizei zur Verfügung gestellt hat, ist der Fundort des Schädels einzeichnet. | Bild: Polizei Waldshut-Tiengen

Die Rechtsmedizin in Freiburg wird den Kopf in den nächsten Tagen weiter eingehend untersuchen. „In der kommenden Wochen werden erste Ergebnisse erwartet“, sagte Mathias Albicker. Eine erste Untersuchung ergab jedoch bereits einige Erkenntnisse: Sicher sind die Behörden, dass es sich um den Schädel einer Frau handelt. Der Todeszeitpunkt, so Albicker, dürfte mindestens fünf Jahre zurückliegen. Hinweise auf Gewalteinwirkung hätten sich bislang nicht ergeben.

Blick in den Sektionsraum für Obduktionen in einer Rechtsmedizin. In einem solchen Raum wird jetzt auch der Schädel untersucht. Ergebnisse werden schon nächste Woche erwartet. Bild: dpa
Blick in den Sektionsraum für Obduktionen in einer Rechtsmedizin. In einem solchen Raum wird jetzt auch der Schädel untersucht. Ergebnisse werden schon nächste Woche erwartet. | Bild: Christian Charisius

Die StaatsanwaltschaftWaldshut-Tiengen hat zusammen mit dem Kriminalkommissariat Waldshut-Tiengen die Ermittlungen aufgenommen. Am Donnerstag erfolgten intensive Suchmaßnahmen rund um die Fundstelle. Es wurden dort laut Albicker keine weiteren Leichenteile gefunden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand könnte es durchaus sein, dass der Schädel dort erst in den letzten Tagen oder Wochen abgelegt wurde, so Albicker.

So ging die Polizei auch der Möglichkeit nach, dass es sich bei dem Fund um den fehlenden Kopf der Waldshuter Torso-Leiche handeln könnte. „Wir haben hier Zusammenhänge untersucht", sagte der Polizeisprecher, "können dies aber mittlerweile ausschließen, da die Zahn-Schemata der Leichen nicht identisch sind."