„Dogern einen Schritt voraus“ ist Motto und Ziel einer neuen Initiative. Im Januar dieses Jahr wurde sie gegründet. Hinter ihr stehen bislang rund 20 engagierte Dogerner Frauen und Männer, die sich die Nachhaltigkeitsgruppe Dogern nennen. Der Anstoß für die Gründung der Gruppe kam von Markus Uhlenbrock-Ehnes, der den Eulenhof bewirtschaftet und wie ein weiteres Gruppenmitglied, seit den Wahlen im Dogerner Gemeinderat ist.

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Die Gruppe will Dogern in Sachen Nachhaltigkeit voranbringen und andere Gemeinden mitziehen. Sie selbst wurde von der Initiative „Murg im Wandel“ inspiriert. „Das Bewusstsein für nachhaltige Themen muss geweckt werden, in einer Welt wachsender Probleme müssen Lösungen gefunden werden“, sagt Gruppenmitglied Axel Figge-Wolberg. Oder mit den Worten seines Mitstreiters Edwin Krämer: „Ein Wandel in der Gesellschaft muss erfolgen.“

Nicht nur reden, sondern Handeln

Für die Gruppe steht der Zeiger kurz vor zwölf. Nicht nur reden, sondern handeln ist deshalb ihre Devise. Sie hat schon einiges in die Wege geleitet. Auf ihrer Homepage (dogern.nachhaltigkeitsgruppe.org) informiert sie über eigene Aktivitäten, andere nachhaltige Projekte und gibt Tipps. Filmvorführungen und Vorträge im Gemeindesaal, beispielsweise zum Fair-Trade-Handel, haben bereits stattgefunden.

Auch das ist nachhalrtig: Mit ein wenig eigener Initiative lässt sich im Alltag viel Plastikmüll vermeiden. Beispielsweise können beim Einkaufen Leinentaschen, Gemüsenetze und Körbe anstatt Plastiktüten verwendet werden.
Auch das ist nachhalrtig: Mit ein wenig eigener Initiative lässt sich im Alltag viel Plastikmüll vermeiden. Beispielsweise können beim Einkaufen Leinentaschen, Gemüsenetze und Körbe anstatt Plastiktüten verwendet werden. | Bild: Katharina Schlegel

„Wir diskutieren nach solchen Veranstaltungen immer und schauen, was daraus wir in Dogern umsetzen können“, so Marc Arnold. Konkret ist eine Abstimmung in der Gemeinderatssitzung am 24. September. Die Gruppe ist zuversichtlich, dass danach Dogern eine Fair-Trade-Gemeinde ist. Um dieses Siegel zu bekommen, müssen bestimmte Vorgaben erfüllt sein. Beispielsweise, dass in Schulen und Gaststätten in einem gewissen Umfang Fair-Trade-Produkte angeboten werden.

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Ebenfalls im Gespräch ist ein sogenannter Fair-Teiler. Gruppenmitglied Lena Bucher hat die Projektleitung. Im Familienzentrum in der Oberdorfstraße sollen ein Kühlschrank und ein Regal aufgestellt werden, in die jeder unverarbeitete Lebensmittel reinlegen und mitnehmen kann. Weiterhin setzt sich die Gruppe dafür ein, dass beim beschlossenen Neubau von Kita und Feuerwehrgerätehaus Anbieter zum Zug kommen, die nachhaltige Baustoffe verwenden.

Auf Wochenmärkten oder bei Direktvermarktern gibt es auch Gemüse und Obst, das nicht der Norm entspricht und deshalb gar nicht erst in den Handel kommt, das aber genauso gut schmeckt. Auch das ist nachhaltig.
Auf Wochenmärkten oder bei Direktvermarktern gibt es auch Gemüse und Obst, das nicht der Norm entspricht und deshalb gar nicht erst in den Handel kommt, das aber genauso gut schmeckt. Auch das ist nachhaltig. | Bild: Jens Büttner

Die Nachbarschaftsgruppe Dogern betont, dass sie bei all ihren Aktivitäten auf Unterstützung angewiesen ist. Sei es durch aktive Mithilfe – beispielsweise beim täglichen Reinigen des Kühlschranks beim Fair-Teiler – und auch finanziell. Noch dieses Jahr wird die Gruppe ein gemeinnütziger Verein. Das nächste Treffen der Gruppe ist am 30. Juli um 19.30 Uhr in der Oberdorfstraße 4. Kontakt über die E-Mail-Adresse (in-fo@nachhaltigkeitsgruppe.org).

Vier Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Anregungen und Wünsche der Dogerner Nachhaltigkeitsgruppe für ein Mehr an Nachhaltigkeit.

  1. .Online-Verschenkmarkt des Landratsamtes (https://waldshut.verschenkmarkt.info/01/) nutzen: Einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten, indem brauchbare Sachen zuerst dort angeboten werden. In einer nächsten Stufe will die Gruppe mit dem Landratsamt eine Lösung finden, dass es offiziell gestattet ist, Sachen aus den Recylinghöfen herauszunehmen und so einer längeren Verwertung zuzuführen.
  2. .Plastik vermeiden: Zum Beispiel mit der ReplacePlastic App (https://www.replaceplastic.de/). Produkte mit unnötiger Plastikverpackung einscannen. Sobald ein Produkt zehn Mal von unterschiedlichen Personen gemeldet wurde, nimmt der dahinter stehende Verein mit dem Hersteller Kontakt auf mit dem Ziel, die Verpackung zukünftig zu vermeiden.
  3. .Lebensmittelverschwendung reduzieren: Nicht pauschal alles wegwerfen, was über dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegt, sondern öffnen und dem eigenen Geschmacks-und Geruchssinn vertrauen. Auf Wochenmärkten oder bei Direktvermarktern einkaufen, weil es dort auch Gemüse und Obst gibt, das nicht der Norm entspricht und deshalb gar nicht erst in den Handel kommt, das aber genauso gut schmeckt.
  4. .Sachen länger nutzen und Gebrauchtes kaufen: Beim Einkauf auf Qualität achten, da dies in der Regel mit einer längeren Lebensdauer der Produkte verbunden ist. Gegenstände länger gebrauchen, auch mal was reparieren lassen, Kleidung länger tragen und in Second Hand Kaufhäusern einkaufen.