Wer die Polizei bestiehlt, sucht nicht nach Geld. Davon ist bei ihr nicht viel zu finden. Wer also selbst die Diensträume der Strafverfolger nicht scheut, ist schon von besonderem Kaliber. Leute dieser Kategorie suchen allein nach dem, was die Polizei ganz sicher hat: Waffen. Und die finden sie auch, wie Ende Februar vor 30 Jahren bei einem Einbruch in den Polizeiposten von Albbruck. Zwei Pistolen (Walther P5), eine Maschinenpistole MP5 (Heckler und Koch), 70 Schuss Munition und zwei Bosch-Funkgeräte wurden von unbekannten Tätern erbeutet.

Wem war dieses dreiste Gangsterstück zuzutrauen? Die Täter könnten aus allen möglichen Ecken kommen, meinte der damalige Polizeisprecher und wollte weder schwere Beschaffungskriminalität noch ein terroristisches Umfeld zunächst ausschließen. Zumal sich die Täter nicht einmal davon abhalten ließen, dass ihr erster Einbruchsversuch in dem nachts ebenfalls nicht besetzten Polizeiposten in Stühlingen gescheitert war. Dort war kurz nach 2 Uhr morgens Alarm ausgelöst worden. Die 15 Minuten später eintreffenden Polizisten des Reviers Tiengen entdeckten die aufgebrochene Eingangstür und durchwühlte Schreibtische und Schränke. Vor dem spezialgesicherten Waffenraum waren die Täter jedoch zurückgeschreckt, als sie beim Einbruchsversuch den Alarm auslösten.

Während die Fahndung nach den Tätern im Umfeld des Postens Stühlingen ergebnislos verlief, setzten die Gesuchten ihre Stemmeisen bereits in Albbruck an. Hier blieb die Alarmanlage stumm. Erst bei Dienstantritt um 7.30 Uhr entdeckte man den Bruch. Eine Ermittlungsgruppe wurde gebildet, 3000 DM wurden als Belohnung für Hinweise ausgesetzt.

Eineinhalb Jahre später wurde eine der beiden Pistolen von Albbruck aus dem Spülkasten einer Gaststättentoilette in Dortmund gefischt. Sie wurde einem aus Waldshut stammenden Verbrecher zugeschrieben, der unter anderem wegen eines Tötungsdelikts in Nordrhein-Westfalen zu langer Haft verurteilt wurde. Die übrigen Waffen aber blieben verschwunden.