Die Schul- und Kitaschließungen bedeuten keine verlängerten Osterferien. Auch Familien sind angehalten, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch was sollten Kinder und Jugendliche nun tun und was sollten sie lieber lassen?

„Corona, wir werden dich besiegen!“

„Die kommenden Wochen oder Monate werden für uns eine seit sehr langer Zeit nicht mehr dagewesene Herausforderung, aber auch ein modernes soziales Experimentierfeld. Alle Generationen haben in dieser Situation die gleiche Erfahrung, nämlich keine“, sagt der Wehrer Kinderarzt Jochen Sperling. Unter dem Slogan „Corona, wir werden dich besiegen!“ hat er für den SÜDKURIER einige Verhaltensregeln zusammengefasst.

Wie sollten sich Familien mit Kindern Verhalten, um die Eindämmung des Coronavirus zu unterstützen?

„Ich bin mir sicher, die Familie rückt zusammen“, sagt Sperling. „Ruhe bewahren, rational und solidarisch handeln“, sei nun das Richtige. „Die Kinder sehen es selbst, diesmal ist alles anders. Sie werden bereitwillig Verantwortung übernehmen, sie werden disziplinierter. Ein wenig geliebtes Wort, aber eine heute notwendige Tugend“, so der Kinderarzt. „Abstand halten von anderen Menschen ist im Moment die beste Lösung, um die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verhindern“, sagt Sperling. Doch er sagt auch, dass damit jetzt nicht die völlige Isolation komme. Denn: „In Zeiten von Videotelefonie und sozialen Medien kann man sich dennoch nah sein und Befindlichkeiten austauschen. Nicht zuletzt gibt es noch das gute alte Telefon“. Eltern sollten hier keinen Druck auf ihre Kinder ausüben und die sonst üblichen digitalen Regeln lockern.

Sollten sich Kinder und Jugendliche weiterhin mit Freunden treffen?

Sich in Gruppen zu treffen, sei nicht förderlich. „Vielleicht können aber die Kinder den Hund ausführen“, sagt Sperling. Denn: „Ein Spaziergang hat jemals weder Mensch noch Hund geschadet.“ Überhaupt könnte der Wald in dieser Zeit als „grüner Therapeut“ dienen. Sperling sagt: „Wenn sich zwei Freunde zum Spaziergang oder Joggen treffen und sich nicht zu nahe kommen, halte ich das für vertretbar“.

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Finden Sie es sinnvoll, dass Spielplätze geschlossen wurden?

Ja, sagt der Kinderarzt. Denn: „Spielplätze wurden geschlossen, weil meist jüngere Kinder zudem meist in Gruppen eng zusammen spielen und damit die Übertragung des Virus erleichtern“.

Sollten Großeltern die Betreuung übernehmen?

Der Wehrer Kinderarzt warnt wie auch das Gesundheitsamt davor, dass Großeltern die Betreuung der Kinder übernehmen. Denn: „Insgesamt wird davon abgeraten, Großeltern in die Kinderbetreuung einzubeziehen, denn ältere Menschen gehören eher zur Coronavirus-Risikogruppe. Insbesondere bei Vorerkrankungen besteht durchaus Lebensgefahr.“

Sind Kinder weniger gefährdet sich mit dem Coronavirus zu infizieren?

Dazu sagt der Kinderarzt: „Kinder erkranken nachweislich momentan weniger schwer, können die Krankheit aber selbstverständlich auf Erwachsene übertragen, die dann ihrerseits vielleicht lebensbedrohlich erkranken können.“

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