Geldstrafe und Führerscheinsperre waren die Folgen einer kuriosen Unfallflucht im Prozess vor dem Amtsrichter. Nicht auf der Landstraße oder einem Parkplatz hatte der 59-Jährige einen Blechschaden hinterlassen, sondern an einer Tankstelle den Staubsauger demoliert.

Schaden größer als gedacht

Er sei davongefahren, weil er dachte, „es sei nicht so schlimm“, zitierte Staatsanwalt Christoph Jauer aus den Ermittlungsakten. Aber es waren einige Hundert Euro, zumal das altersschwache Gerät nicht mehr zu reparieren war und ersetzt werden musste. 700 Euro Geldstrafe und vier Monate Führerscheinsperre waren sein Strafantrag, dem Einzelrichter Rafael Kania folgte.

Handbremse nicht angezogen

Der Verurteilte hatte im Herbst 2017 sein altes Auto an der Tankstelle im nördlichen Landkreis betankt. Dabei machte sich sein Wagen wohl mangels gezogener Handbremse selbstständig und rollte gegen einen Autostaubsauger. Der war danach nicht mehr zu gebrauchen, die Beule am Unfallauto war ebenfalls unübersehbar. Der Wagenbesitzer suchte dann angeblich nach einem Beschäftigten an der Tankstelle, will aber niemanden gefunden haben, obwohl die Kassiererin an der Kasse war und den Knall gehört hatte. Andere Kunden notierten das Kennzeichen des davonfahrenden Wagens.

Mildernde Umstände

Mit dem Strafmaß würdigte der Richter das sofortige Geständnis des nicht vorbestraften Handwerkers gegenüber der Polizei wie auch die Tatsache, dass der Flüchtling, der auf dem Land wohnt, das Auto für den Besuch von Sprach- und Integrationskursen ebenso braucht wie bei der Suche nach Arbeit. Um den Schadensersatz kümmert sich inzwischen die Haftpflicht-Versicherung des Verurteilten.