Gut besucht war trotz schlechter Straßenverhältnisse der Neujahrsempfang der Kreisstelle Waldshut des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Hotel Feldeck in Lauchringen. Neben zahlreichen Mitgliedern aus dem Kreis begrüßte Hermann Pfau, Lauchringer Hotelier und Kreisvorsitzender des Dehoga, unter anderem die CDU-Bundestagsabgeordneten Gabriele Schmidt und Thomas Dörflinger sowie Bürgermeister Thomas Schäuble und, in Vertretung des Landrats, Regierungsdirektor Walter Scheifele.

In seiner Neujahrsansprache hob Hermann Pfau die Bedeutung des Gastgewerbes für die Wirtschaft im Allgemeinen und für den Tourismus im Besonderen hervor. "Wir sind", so der Kreisvorsitzende, "Hauptleistungsträger in der Tourismuswirtschaft. Damit kommt uns eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem im ländlichen Raum zu." Pfau bezeichnete das Gastgewerbe mit mehr als 250 000 Arbeitsplätzen in Baden-Württemberg als Integrations- und Jobmotor. Allein im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten seien seit 2010 rund 25 000 neue Arbeitsplätze entstanden. Pfau verwies darauf, dass mehr als 70 Prozent der neu geschaffenen Arbeitsplätze mit Ausländern besetzt seien. Damit beträgt der Anteil ausländischer Arbeitnehmer 38 Prozent der Beschäftigten.

Hart ging Hermann Pfau mit dem wachsenden Aufwand durch Regelungen ins Gericht. "Was uns im Gastgewerbe schwächt, ist die Seuche der wuchernden Bürokratie." Ein weiterer Kritikpunkt Pfaus war die leidige Diskussion um den reduzierten Mehrwertsteuersatz (sieben Prozent) im Hotelgewerbe. Die Steuerreduzierung habe Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro und damit eine entscheidende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit als Tourismusland gebracht. "Wir wollen faire steuerliche Rahmenbedingungen für unsere Gastronomie."

Harsche Kritik übte Pfau auch am Arbeitszeitgesetz, das in der Gastronomie für enorme Probleme sorge. "Die tägliche Arbeitszeit starr auf zehn Stunden festzuschreiben, ist für uns in der Praxis ausgesprochen schwierig. Das Gesetz zwingt fleißige Mitarbeiter zur Untätigkeit und verschärft damit in krasser Weise den Arbeitskräftemangel in der Gastronomie."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger hingegen sah keinen Anlass, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Hotellerie in Zweifel zu ziehen. Die Senkung des Steuersatzes auf sieben Prozent für die Gastronomie sieht Dörflinger skeptisch: "Wenn wir das Umsatzsteuerrecht mit den beiden Steuersätzen (sieben und 19 Prozent) in die Hand nehmen, glaube ich, dass am Ende der Beratungen ein Ergebnis steht, das schlechter ist als heute. Unterm Strich glaube ich, dass wir uns weder volks- noch betriebswirtschaftlich einen Gefallen tun."

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gabriele Schmidt bezog sich unter anderem auf das Arbeitnehmerschutzgesetz. "Es muss diese Gesetzte, auch für die Gastronomie, geben, aber sie sind nicht so eng gefasst. Es ist durchaus eine Arbeitszeit von zwölf Stunden pro Tag möglich. Außerdem gibt es inzwischen die Möglichkeit einer Verrechnung der Stunden pro Woche und sogar eine Jahresausgleichsverrechnung."

Thomas Zimmermann, stellvertretender Kreisvorsitzender des Dehoga, forderte am Ende des offiziellen Teils, man solle in Berlin auch an die "kleinen Leute", die normalen Angestellten denken. Diese bringen seiner Ansicht nach viel Leistung und würden ungerecht besteuert.